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Tod in der Elbphilharmonie: Oldesloer Autor stellt Krimi vor

Bad Oldesloe Tod in der Elbphilharmonie: Oldesloer Autor stellt Krimi vor

Der neue Krimi von Klaus E. Spieldenner spielt in der Elbphilharmonie.

Bad Oldesloe. Ausgerechnet ein Oldesloer Autor schreibt den ersten Krimi über die Hamburger Elbphilharmonie. Stilecht stellt Klaus E. Spieldenner sein jüngstes Werk „Elbtod“ bei einer Premierenlesung im Hamburger Amphibienbus vor ausgewählten Gästen, Buchhändlern und Pressevertretern vor.

Das Wetter ist so grau wie auf dem Krimi-Buchcover und noch dazu regnerisch. „Er hat eine Mähne wie ein Beatle“, findet einer der Gäste mit Blick auf den Gastgeber. Und die Besucher aus dem Kreis Stormarn werden gar nach ihrem Hamburg-Visum gefragt. „Es geht gleich los“, sagt Spieldenner, der mitsamt seiner Bücher im Eingang der Elbphilharmonie Schutz vor dem Dauerregen gefunden hat.

Der Bus lässt schon die Einstiegstreppe herunter, die nur einzeln betreten werden darf. Spieldenners kleiner Enkel Joris ist schon ganz aufgeregt. Er ist der Grund dafür, dass der Krimiautor und seine Ehefrau Ingrid in Hamburg-Nähe gezogen sind. Mit dem Ehepaar Spieldenner wechselte Buch-Kommissarin Sandra Holz ebenfalls nach Bad Oldesloe. In den Ortsteil Sehmsdorf.

Spieldenners Kommissarin ermittelt in ihrem fünften Fall rund um die Elbphilharmonie. Denn dort ist ausgerechnet bei der Eröffnungsfeier ein Fallschirmspringer vom Dach in den Tod gestürzt. Der echte Kommissar, der Spieldenner bei der Recherche unterstützte, sitzt mit im Lese-Bus. Ebenso ein Haustechniker der Elbphilharmonie mit dem Generalschlüssel für das Konzerthaus. Der vermittelte dem Oldesloer Autor so viel Insider-Wissen, dass auch die Krimi-Leser noch davon profitieren können. Selbst der Grafiker, der das Buch-Cover erschuf, ist mit an Bord.

„Bücher verkaufen sich nicht dadurch, dass man sie schreibt, sondern dass man etwas über sie schreibt“, unterstreicht Spieldenner. Und dann berichtet er von den umfangreichen Recherchen und den Schwierigkeiten bei der Titelsuche. Denn die meisten Buchtitel gibt es bereits. Eine erste Idee sei „Tube“ gewesen. Das ist der Name, den die rund 80 Meter lange Bogen-Rolltreppe der Elbphilharmonie trägt, die gemächlich in den sechsten Stock führt. Doch womöglich hätte jemand an eine Zahnpasta-Tube gedacht. „Millionengrab“ habe ein weiterer Vorschlag gelautet. Dann sollte der Titel musikalisch angehaucht sein im Stil von „Der Tod gibt den Takt an“. Der Aufwand sei fast größer gewesen als der des Schreibens, witzelt Spieldenner. Doch schließlich sei der Name „Elbtod“ gefunden worden. „Ich bin sehr, sehr glücklich damit“, gesteht der Autor.

Vorbei geht die Busfahrt an der Leuchtreklame für den Hamburger Dom, dem Tatort von Spieldenners vorigem Krimi mit dem Titel „Der Dom trägt schwarz“. „Jetzt geht es ins Wasser“, erklärt der Autor, während der Bus auch schon in die Norderelbe eintaucht. Nun ist Krimitime angesagt und der Oldesloer gibt erste Passagen aus „Elbtod“ preis. Nicht das leichteste Unterfangen. Statt gemütlich auf einem Vorlese-Sessel zu ruhen, liest Spieldenner im Stehen. Und mucksmäuschenstill ist es auch nicht. So muss er sich mit seiner Stimme gegen die beiden Dieselmotoren durchsetzen, die das Amphibienfahrzeug im Wasser antreiben.

„Welches schreckliche Geheimnis birgt die Elbphilharmonie?“ fragen sich der Autor und seine Gäste. Und müssen bei der Lesung miterleben, wie es sogar der Kommissarin an den Kragen geht. Die Lesung ist kürzer als üblich. Das ist dem Tourenplan des Hafencity-Riverbusses geschuldet. Doch etwas Zeit zum Signieren und für die „kriminellen Grüße“, die Spieldenner den Lesern in die Lektüre stempelt, bleibt trotzdem.

„Jetzt können alle wieder durchatmen. Wir haben wieder festen Boden unter uns“, sagt der Autor. Dann geht es zurück bis zur Elbphilharmonie. Klar, dass sich die Gäste noch den „Tatort“ anschauen und mit der „Tube“ für einen Panorama-Blick auf den grauen Regenhafen durch das Konzerthaus fahren.

Susanna Fofana

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