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Stormarn Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Lokales Stormarn Ermittlungen laufen auf Hochtouren
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11:23 13.10.2018
Mitarbeiter des Kommissariats 6 der Lübecker Bezirkskriminalinspektion bei der Suche nach Spuren. Quelle: Jens Burmester
Lübeck/Bad Oldesloe

Die Ermittlungen der Lübecker Mordkommission und der Staatsanwaltschaft nach den tödlichen Schüssen auf einen 21-jährigen Obdachlosen in Bad Oldesloe laufen auf Hochtouren. Der Sprecher der Lübecker Staatsanwaltschaft, Christian Braunwarth, erklärte den LN, warum es noch keine Ergebnisse gibt.

Noch keine abschließende Entscheidung

„Natürlich ermitteln wir, ob der 32-jährige Polizeibeamte in einer Notwehrlage gehandelt hat. Dabei ist die räumliche Distanz zwischen dem Beamten und dem Verstorbenen zum Zeitpunkt der Schussabgabe aber nur ein Teilaspekt aller relevanten Umstände“, sagte der Staatsanwalt. Eine verfahrensabschließende Entscheidung könne zum jetzigen Zeitpunkt und vor dem Abschluss aller Vernehmungen und der Auswertung aller Spuren noch nicht getroffen werden.

Staatsanwalt Christian Braunwarth ist stellvertretender Pressesprecher der Staatsanwaltschaft in Lübeck Quelle: jeb

„Wir werden nach wie vor noch Zeugen suchen und vernehmen, auch aus der Straße, wo das alles stattfand. Meines Wissens ist die Polizei auch noch damit beschäftigt, weitere Zeugen zu ermitteln, die etwas beobachtet haben und etwas zu dem Geschehen sagen können“, so Braunwarth. Man wolle einen möglichst genauen Ablauf des Geschehens bekommen. Auch der Notarzt, der vor Ort war, sei vernommen worden. Die Zeiten seiner Alarmierung und seines Eintreffens sowie sein Bericht flössen mit in die Ermittlungen ein.

Ob es Notwehr war, ist Teil der Ermittlungen

Zu einer möglichen Notwehrhandlung erklärt der Staatsanwalt: „In einer Lage, in der man sich einem Angriff gegenüber sieht, ist dieses Verhalten gerechtfertigt, wenn man ein geeignetes Mittel einsetzt, das auch geboten ist, um diesen Angriff abzuwehren. Es muss aber auch verhältnismäßig sein.“ Ein Schuss sei natürlich geeignet, weil der den Angriff beende. Die Frage nach der Verhältnismäßigkeit der Mittel sei aber ganz schwierig, weil viele Umstände zu berücksichtigen seien. Der 21-jährige Robin L. war am Sonntag durch zwei Schüsse eines Polizisten getötet worden. Der Obdachlose hatte den Beamten mit einem Messer bedroht.

Aus der Bevölkerung kam der Verdacht der unterlassenen Hilfeleistung

Weil es aus der Bevölkerung den Vorwurf der unterlassenen Hilfeleistung gegen den oder die Polizisten gebe, habe man nun auch das Video eines Anwohners gesichtet. Nun müsse man herausarbeiten, zu welcher Zeit das Video aufgenommen worden sei. Auch sei mit dem Notarzt zu sprechen und abzuklären, ob eine Maßnahme überhaupt erfolgreich hätte sein können, das Leben des jungen Mannes zu retten. Dabei müsse natürlich auch noch das Ergebnis der Obduktion mit einfließen.

„Derzeit dauert die Prüfung eines Anfangsverdachts noch an“, so Braunwarth. „Wir ermitteln so schnell wie möglich, aber wir arbeiten auch sehr sorgfältig und ohne Ansehen der Person. Wir ermitteln sowohl belastende als auch entlastende Dinge und es ist vollkommen egal, gegen wen wir ermitteln“, so Staatsanwalt Braunwarth. Im Übrigen weist die Staatsanwaltschaft daraufhin, dass jeder so lange als unschuldig gelte, bis er rechtskräftig verurteilt sei.

Vater des Toten schreibt an Polizisten

Inzwischen hat sich nach Informationen des „Flensburger Tageblattes“ der Vater des 21-jährigen Obdachlosen in einem offenen Brief an den Polizeibeamten gewandt. In dem Brief nimmt der Vater den Beamten in Schutz. „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass ich Ihren Einsatz am 7. Oktober nicht verurteile und auch keine Schuldzuweisungen tätigen möchte. Im Gespräch mit der Zeitung habe der Vater mitgeteilt, dass er nicht wolle, dass der Beamte in irgendeiner Form angeklagt werde. Er wünsche sich, dass der Beamte wieder auf die Beine komme. Er machte deutlich, dass er selbst schon vor vielen Jahren den Kontakt zu seinem Sohn verloren habe.

Jens Burmester

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