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Stormarn Todesschüsse von Bargteheide: Anklage spricht von Heimtücke
Lokales Stormarn Todesschüsse von Bargteheide: Anklage spricht von Heimtücke
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17:45 02.08.2017
Verteidiger Jan Markus Schulte (l.) mit seinem Mandanten Sven S. im Gerichtssaal des Lübecker Landgerichts. Quelle: SAT1 SH REGIONAL/HFR
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Bargteheide

Die Neuauflage des Prozesses wurde nötig, weil nach sieben Verhandlungstagen im ersten Anlauf der Verteidiger krank wurde und der Prozess nicht fortgeführt werden konnte.

Am ersten Verhandlungstag dieser zweiten Auflage saß der Angeklagte nun mit einem neuen Pflichtverteidiger, dem Kieler Anwalt Jan Marcus Schulte, im Saal des Lübecker Landgerichtes. „Der Angeklagte hat das Recht, sich einen Verteidiger auszusuchen und der wird dann von uns geladen“, sagte der Vorsitzende Richter der Ersten Großen Strafkammer, Christian Singelmann. Ob Verteidiger Schulte nun der Verteidiger seiner Wahl sei, den der Angeklagte mit dem Antrag der Absetzung seines damaligen Anwalts als Nachfolger auserkoren hatte, konnte Singelmann nicht beantworten. „Der jetzige Anwalt ist von dem Angeklagten bestimmt worden. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, sagte Richter Singelmann.
Die Staatsanwaltschaft wirft dem heute 36-jährigen Angeklagten Sven S. Mord aus Heimtücke und niedrigen Beweggründen vor. Der Angeklagte soll seine damals 28 Jahre alte Ex-Freundin Svea T. am 12. August 2016 in seiner Wohnung in Bargteheide in einen Hinterhalt gelockt und sie dann mit drei Schüssen niedergestreckt haben. Zwei der Schüsse waren tödlich. Die junge Frau aus Bargteheide hatte sich zuvor vom Angeklagten getrennt und sogar ein Kontaktverbot gegen ihren Ex-Freund erwirkt, weil sie sich und ihre Familie massiv von dem Angeklagten bedroht fühlte. Auch der Besitz und das Führen einer scharfen Schusswaffe wird dem Angeklagten zur Last gelegt.
Als erste Zeugin war nun eine Oberkommissarin der Bargteheider Polizeistation geladen. Sie schilderte, wie sie mit weiteren Kollegen am Einsatzort in der Alten Landstraße eintrafen und wie sie dann als erste Einsatzkräfte in die Wohnung gingen. „Vor dem Haus sollte der Mann warten, der zuvor in einem Notruf bei der Rettungsleitstelle gemeldet hatte, seine Freundin erschossen zu haben. Doch dort stand niemand, auch nicht neben oder hinter dem Haus“, schilderte die Beamtin. Später sei sie mit weiteren Beamten in das Haus gegangen. Ein Kollege habe die Tür eintreten müssen, vor der zwei Einkaufstüten standen.
Im Flur, so die Beamtin, habe eine Person auf dem Boden gelegen, die dann vom Rettungsdienst in ein Zimmer neben dem Flur gezogen und untersucht wurde. Es handelte sich, wie sich sehr schnell herausstellte, um Svea T., die Ex-Freundin des Angeklagten. Zwei Schüsse hatten den Oberkörper der jungen Frau getroffen, ein weiterer den linken Arm. Weil der vermeintliche Täter zunächst nicht zu sehen war, zogen sich die Einsatzkräfte wieder zurück.
Zu der Zeit sei der nähere Bereich um den Tatort bereits weiträumig von der Polizei abgesperrt worden, berichtete die nächste Zeugin, eine Angestellte der benachbarten Bäckerei. Sie will zuvor, während sie eine Kundin bediente, zwei Geräusche wie ein metallisches Klicken gehört haben. Das aber hatte sie der nahen Baustelle in der Jersbeker Straße zugeordnet. Nur die Richtung, aus der die beiden Klack-Geräusche kamen, konnte sie genau benennen.

Von Jens Burmester

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