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Stormarn Tourismus im Aufwind
Lokales Stormarn Tourismus im Aufwind
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14:05 05.10.2017
Die „Funkelstunde“, hier am Reinfelder Herrenteich, ist eines von vielen Tourismus-Projekten. Quelle: Foto: Cohrs/hfr
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Bad Oldesloe

Auf der Sitzung des Wirtschafts-, Planungs- und Bauausschusses stellte Rabea Stahl ihre eindrucksvolle Bilanz vor, um für Mittel für eine weitere Vollzeitstelle – neben ihrer eigenen – zu werben.

Rabea Stahl hat den Tourismus im Kreis Stormarn nach vorne gebracht. Darin sind sich die Kreispolitiker einig. Vermutlich erhält die Tourismusmanagerin daher bald personelle Verstärkung. Darüber entscheiden die Parteien nun in ihren Haushaltsberatungen.

Derzeit bekommt sie Unterstützung von einer Assistentin mit zehn Wochenstunden. Die Erhöhung würde 23500 Euro jährlich kosten. Den Antrag eingebracht hatte die Herzogtum Lauenburg Marketing und Service GmbH (HLMS), der das Stormarner Tourismusmanagement angegliedert ist.

Das beste Argument für einen Ausbau ihres Engagements lieferte Stahl am Ende der munteren Diskussion. Von Januar bis Juli seien in diesem Jahr die Übernachtungszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 11,2 Prozent gestiegen, berichtete Stahl. „Vielleicht schaffen wir in diesem Jahr zum ersten Mal die Marke von 400000 Übernachtungen in Stormarn.“ Gezählt werden für die Statistik gewerbliche Betriebe mit mehr als zehn Betten.

Rabea Stahl berichtete in ihrer Bilanz von der Markenkampagne „Funkelstunde“, die Plätze in Stormarn präsentiert, wo die Sonnenuntergänge besonders schön sind, zum Beispiel am Reinfelder Herrenteich oder an der Fischerklause in Lütjensee. Die Kampagne sei zum Beispiel auch auf der Internetseite tourismus-stormarn.de häufig angeklickt worden. Daneben wurde für den Kreis geworben auf der Reisen-Messe in Hamburg, beim Hafengeburtstag ebenfalls in Hamburg, beim Landfrauentag oder auch auf der Radreisenmesse. „Vor allem unser großer Stand auf der Reisen-Messe zusammen mit Lauenburg wurde super angenommen“, sagte Stahl, die seit knapp drei Jahren bundesweit für das schöne Stormarn wirbt. Das Tourismus-Management gibt es seit 2011.

Dieses ist außerdem in der Tagestourismus-Kampagne „Einfach mal raus“ der Metropolregion Hamburg mit drei Zielen vertreten: Wasserbüffel am Wanderweg Brenner Moor, der Aussichtsturm Langer Otto in der Hahnheide und der Skulpturenpark am Haus am Schüberg in Ammersbek. Vertreten ist Stormarn auch im Veranstaltungskalender der Metropolregion, unter anderem mit den Städten Reinfeld, Bad Oldesloe und Bargteheide. Neben der Online-Datenbank hat das Tourismus-Management auch diverse Broschüren aufgelegt. „Vor nicht allzu langer Zeit gab es keine touristischen Ortsflyer für Gäste“, erzählt Stahl. Jetzt gibt es zum Beispiel eine zwölfseitige Broschüre für Bad Oldesloe, wo es ja mittlerweile sogar eine eigene Touristinfo gibt. Viele Städte und Gemeinden seien mittlerweile aufgewacht und sehr interessiert an einer Zusammenarbeit.

Die Erlebniskarte und auch die für die Bahnradwege wurden neu aufgelegt. Insgesamt müsste man laut Rabea Stahl noch stärker alle Kanäle bespielen, von Social Media bis Print. Auch ein Ausbau der Pressearbeit sei wichtig. Für nächstes Jahr seien bereits weitere Projekte in der Pipeline. Unbedingt müsse man eine Gastgeberdatenbank installieren mit besserer Auffindbarkeit und Buchbarkeit.

Beeindruckt zeigte sich Wolfgang Gerstand (CDU), Vorsitzender des Ausschusses. „Wir sind schon sehr weit“, stellte er fest. „Es geht auch nicht darum, dass einige Gaststätten mehr Umsätze machen, sondern auch um die sogenannten weichen Faktoren für Unternehmen, die sich hier ansiedeln wollen.“ Da hätten mittlerweile schon viele gemerkt, wie schön der Kreis Stormarn ist.

„Die Wirtschaft zeigt in der Tat immer mehr Interesse“, bestätigte Günter Schmidt, Geschäftsführer der lauenburgischen HLMS. „Stormarn ist sichtbar geworden in der Metropolregion und in ganz Schleswig-Holstein.“ Seit zwei Jahren werde Stormarn touristisch wahrgenommen, sagte Bernd Freytag von der CDU. „Ich bin von der Tourismus-Kampagne begeistert.“

Die FDP war dann zwar doch an Zahlen interessiert wie etwa steigenden Einnahmen aus der Gewerbesteuer, steht der Aufstockung des Tourismus-Budgets aber genauso wohlwollend gegenüber wie alle anderen Parteien. Eine Entscheidung fiel jedoch noch nicht. Die Parteien nehmen den Antrag mit in ihre Haushaltsberatungen.

 Von Markus Carstens

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