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Stormarn Trittau: Fahr Rad heißt das neue Mobilitätskonzept
Lokales Stormarn Trittau: Fahr Rad heißt das neue Mobilitätskonzept
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20:41 17.01.2017

Weg vom Auto, hin zum Fahrrad, das ist das Ziel des Mobilitätskonzeptes „Fahr Rad“, das für die Gemeinde Trittau entwickelt wurde. Trittau soll damit eine nachhaltige und klimafreundliche Kommune werden. 80 000 Euro würde die Umsetzung dieses Konzeptes kosten, das der Klimamanager Christoph Magazowski mit der Studentin für Stadtplanung, Lea Meincke, ausgearbeitet hat. 60 Prozent der Kosten könnten durch die Aktivregion Holstein Herz gefördert werden. Eine entsprechende Förderempfehlung liegt beim Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) in Kiel. Dort wird der Antrag gerade geprüft. Magazowski hofft, dass er positiv beschieden wird.

Denn durch unterschiedliche Maßnahmen sollen die Bürgerinnen und Bürger davon überzeugt werden, vom Auto aufs Rad umzusteigen. „Wir wollen den Verkehr verlagern, ihn in der Innenstadt bündeln und den Ortskern dadurch stärken“, erläutert der Klimamanager. „Trittau ist, mit einer Länge von 3,5 Kilometern und einer Breite von etwa 1,5 Kilometern überschaubar. Das ist für alle Radler positiv.“ Jeder Punkt im Ort sei innerhalb weniger Minuten erreichbar. Mit den unterschiedlichen Radrouten, die durch den Ort führen, soll den Radlern ermöglicht werden, sich abseits der Hauptverkehrsstraßen wie Hamburger Straße oder Poststraße, zu bewegen. „Es sind keine verkehrsrechtlichen Radwege, sondern Routen, die eben als Alternative zu den Hauptstraßen angeboten werden“, so Magazowski. Die sollen, so steht es im Konzept, durch Beschilderungen hervorgehoben werden. Mehrere Radunterstände, unter anderem in der Bauhofs- und der Poststraße, bieten die Möglichkeit die Räder vernünftig zu parken.

Zusätzlich soll, so die Planung von Meincke und Magazowski, an der Vorburg ein Mobilitätsknotenpunkt eingerichtet werden. „Das ist schon jetzt der Platz, wo man ankommt und wegfährt“, erklärt die Studentin. Busse kämen dort an, Taxen würden dort halten. Deshalb sieht das Konzept eine Taxirufsäule vor, in Kombination mit einer Fahrplanauskunft. „Barrierefrei soll das werden, die Schilder tragen Piktogramme, haben Blindeschrift, so dass auch Flüchtlinge oder Menschen, die nicht sehen können, den Service nutzen können“, so Magazowski. Rufknöpfe werden sowohl in Hüft- als auch in Brusthöhe angebracht, so dass auch Rollstuhlfahrer agieren können.

Zu den einzelnen Konzeptsteinen gehört auch das Aufstellen einer Mitfahrbank. „Das ist in Deutschland mittlerweile weit verbreitet“, erklärt der Klimamanager. Auch in Schleswig-Holstein (Büdelsdorf) verbreiten sich diese Bänke, auf denen Menschen auf eine Mitfahrgelegenheit warten können, immer weiter. Das System ist einfach. Wer von Trittau weg möchte und nicht auf den Bus warten will, der kann sich auf die Mitfahrbank setzen und darauf hoffen, dass ihn ein Autofahrer mitnimmt. „Das funktioniert auch ohne Internet.“ Eine Garantie auf Mitnahme gebe es natürlich nicht. Und von diesem Service ausgeschlossen sind Minderjährige. Mit Hilfe eines Anzeigesystems soll Autofahrern schon von weitem klar werden, in welche grobe Richtung es gehen soll. „Ich kann mir vorstellen, dass wir die Mitfahrbänke mittelfristig im Amtsgebiet etablieren können.“

Von einem Konzeptpunkt mussten sich die beiden Entwickler allerdings bereits verabschieden: „Was wir schon wissen ist, dass die geplanten E-Bikes rausgefallen sind. Sie gelten als mobile Güter und sind deshalb nicht förderbar.“ Gedacht war, am Rathaus eine E-Bike-Ladestation mit zwei bis vier E-Bikes zu installieren. Diese Räder sollten von den Trittauer Bürgern kostenfrei ausgeliehen werden können. Auch als Appetitmacher, um sich selbst ein E-Bike anzuschaffen. Mittelfristig sollten die E-Bikes den Mitarbeitern der Verwaltung zu Verfügung gestellt werden. Damit sollte ein weiterer Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes geleistet werden.

Ob sich die Gemeinde entschließt, unabhängig von der Förderung diese Station einzurichten, wird sich zeigen. „Wir entwickeln das Ganze gemeinsam mit dem Bauausschuss der Gemeinde.“

K. Kuhlmann-Schultz

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