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Stormarn Trittau hat jetzt eine Arno-Surminski-Gemeindebücherei
Lokales Stormarn Trittau hat jetzt eine Arno-Surminski-Gemeindebücherei
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20:12 28.10.2016
Arno Surminski mit Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch (r.). Derzeit läuft im Campehaus auch eine Ausstellung über den Schriftsteller.

Dem Schriftsteller Arno Surminski, der nach dem Zweiten Weltkrieg viele Jahre als Flüchtlingskind und später junger Erwachsener in Trittau gelebt hat, wurde jetzt eine besondere Ehre zuteil: Die kommunale Bücherei wurde nach ihm benannt und heißt jetzt Arno-Surminski-Gemeindebücherei Trittau. Der Autor hat jetzt feierlich das Schild im Campehaus enthüllt, in dem die Bibliothek untergebracht ist.

Mindestens 16 Werke von Arno Surminski können in der gleichnamigen Bücherei ausgeliehen werden. Quelle: Fotos: K. Kuhlmann-Schultz

„Als ich im Dezember 1946 hierher kam, war von einer Bücherei hier noch keine Spur“, erzählte der Geehrte. Es sei gewagt, die Bücherei mit seinem Namen in Verbindung zu bringen, „denn in den ersten Jahren, die ich hier war, hatte ich gar nichts mit Büchern zu tun. Wir hatten andere Sorgen. Wir hatten kein Geld und keine Zeit, wir mussten Kartoffeln stoppeln“, erinnert der Schriftsteller an seine Anfänge in Trittau.

Und doch sollte das Schreiben, sollten seine Bücher eine große Rolle in seinem Leben spielen – über Jahrzehnte bis heute. Und die stehen natürlich alle in der Bücherei. Zwei neue Exemplare sind hinzugekommen: „Jokehnen oder Ein Dorf in Ostpreußen“ lauten die Titel, die Surminski der Büchereileiterin Annette Kleiß übergab.

Seine Zeit in Trittau hat Surminski in seinem Roman „Kudenow oder an fremden Wassern weinen“ verarbeitet. Der Roman thematisiert den Gegensatz im Verhältnis von Flüchtlingen und Einheimischen, die Ambivalenz dieses Lebens, den Begriff der Heimat. „Kudenow trägt stark autobiographische Züge, und – auch wichtig für uns als Trittauer – Trittau und Ihr Leben in Trittau diente Ihnen bei Kudenow als literarische Schablone, als Vorbild“, unterstrich Bürgermeister Oliver Mesch in seiner Laudatio. „Dabei bleibt Kudenow aber natürlich ein Roman, Fiktion. Kudenow ist nicht Trittau wie es wirklich war. Und doch, das sage ich als Bürgermeister nicht ohne Stolz, haben Sie damit unserem Ort auch ein kleines Denkmal gesetzt.“

Dass Surminski der Namensgebung zugestimmt hat, freut den Bürgermeister: „So haben wir, so hat die Gemeinde Trittau, die Möglichkeit, einen großen Schriftsteller, Menschen und Trittauer zu würdigen und Ihnen Respekt zu zollen“, erklärte er. „Als Schriftsteller und Chronist der Zeitgeschichte haben Sie zwischen Flüchtlingen und Einheimischen der Nachkriegszeit, zwischen der Kriegsgeneration und den nachfolgenden Generationen am narrativen Rahmen dessen mitgewebt, was Menschen heute als ihre Heimat empfinden. Für uns Trittauer gilt das in noch stärkerem Maße. Weil Sie Trittauer sind, und weil Trittau zum Teil Ihre literarische Schablone war.“

K. Kuhlmann-Schultz

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