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Stormarn Trittau steht vor einem Stausommer
Lokales Stormarn Trittau steht vor einem Stausommer
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22:21 01.07.2013
Von Jens Burmester
Curt Fresmann ist stinksauer, befürchtet massive Umsatzeinbußen. „Schlechter hätte man das gar nicht planen können“, sagt er.

Auf Trittaus Straßen herrscht seit gestern Ausnahmezustand: Grund dafür ist die Vollsperrung der Bundesstraße 404. Dort begannen gestern die Arbeiten zum dritten Bauabschnitt, mit dem der dreispurige Ausbau der Bundesstraße fortgesetzt wird. Gleichzeitig wurde auch ein Teil der Rausdorfer Straße gesperrt, weil auch hier dringende Sanierungsarbeiten anstehen.

Für die Autofahrer wird die Fahrt durch Trittau nun also bis Mitte Oktober zur Geduldsprobe. Gestern Vormittag gab es einen ersten Vorgeschmack auf die kommenden Monate. In der Ortsdurchfahrt von Trittau ging teilweise fast nichts mehr. Autos und Lastwagen standen still, kamen nicht vor und nicht zurück.

Dabei hatten es die Verantwortlichen von Gemeinde, Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) sowie der Polizei so vermeintlich gut ausgetüftelt. Die Autofahrer sollten den Raum Trittau möglichst weiträumig umfahren. Eine Umleitungsstrecke von Berlin über die A24 bis nach Reinbek und dann über die K 80 zur Anschlussstelle Barsbüttel an der A1 und weiter bis zum Autobahnkreuz Bargteheide sowie umgekehrt ist ausgewiesen. Rundfunksender machten immer wieder auf die Situation aufmerksam. Doch was nützt das alles, wenn sich viele Autofahrer und Trucker nicht daran halten und dann plötzlich vor der Baustelle stehen.

So quälte sich der gesamte Verkehr, der sonst über die viel befahrene Nord-Süd Trasse B 404 läuft, durch die Gemeinde Trittau. Und das Durcheinander wurde noch verschärft, weil die Gemeinde zeitgleich die Rausdorfer Straße innerörtlich saniert.

Da zwei Sattelzüge oder andere Lkw kaum aneinander vorbeikommen, wichen immer wieder schwere Laster mit einem Rad auf den Gehweg aus. Und zum Überfluss wurden offenbar die Fußgängerbedarfsampeln auf Höhe der Sparkasse und auf Höhe der Bücherecke Hagedorn nicht in die Ampelschaltungen der Baustellenampeln mit einbezogen. Jedesmal, wenn ein Fußgänger die Ampel drückte, stockte der Verkehr erneut für einige Zeit. „In der Anlaufphase einer solchen Baumaßnahme müssen wir uns immer den Gegebenheiten anpassen. Die jetzigen Schaltungen sind so gesteuert, wie sie unseren Vorausberechnungen entsprechen“, sagt Jens Sommerburg, Leiter der LBV-Niederlassung in Lübeck. Hier werde sicherlich in den kommenden Tagen noch nachgebessert.

Das scheint auch bitter nötig, denn Rolf Mulac aus Berlin brauchte fast 45 Minuten, bis er Trittau von einem bis zum anderen Ende durchfahren hatte. Er sei der Umleitungsbeschilderung gefolgt, erklärte er, während er seine Fahrt mitten im Kreisverkehr vor der ehemaligen Meierei für einige Zeit unterbrechen musste.

Curt Fresmann, der einen Croque-Imbiss an der Hamburger Straße betreibt, ist stocksauer: „Bei solchen Verhältnissen kommt kein Mensch zu mir. Entweder kann man gar nicht erst auf den Parkplatz fahren, oder man käme kaum wieder herunter. Schlechter hätte man das gar nicht planen können.“

LBV-Chef Sommerburg wies noch einmal darauf hin, dass man doch viel bequemer von der A 24 am Dreieck Schwerin auf die neue A 14 und dann auf die A 20 fahren könne — und damit schneller und deutlich bequemer in Richtung Nord- und Ostsee käme. Vor allem, so Sommerburg, dürfe man sich nicht blind auf sein Navigationsgerät verlassen.

Bei der Gemeinde Trittau waren sowohl Bürgermeister Walter Nussel als auch Ordnungsamtleiter Bodo Lork nicht zu erreichen. Beide sind zurzeit im Urlaub.

Umleitung bis Oktober
Die Baumaßnahme „dreispuriger Ausbau der B 404“ zwischen Trittau-Nord und Trittau-Süd sowie die Erneuerung der Fahrbahndecke von Trittau-Nord bis zur Anschlussstelle Grönwohld haben ein Gesamtvolumen von 5,75 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende Oktober geplant.         jeb

Jens Burmester

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