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Stormarn Trittauer Künstlerin setzt auf bunte Stoffe
Lokales Stormarn Trittauer Künstlerin setzt auf bunte Stoffe
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09:43 02.08.2016
Die Stipendiatin im Trittauer Atelierhaus heißt Verena Schöttmer. Studiert hat sie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.

Der Schwerpunkt der 38-Jährigen: Arbeiten mit textilen Materialien. Gerade hat sie im Künstlerforum Bonn eine Ausstellung wieder abgebaut. Das Thema „Europa“. Werke dieser Ausstellung liegen noch im Atelier. Drucke mit dem Stier, der auf Europa reitet. „Ich habe die mythologischen Figuren umgedreht“, erklärt Verena Schöttmer. Sie hat in der ehemaligen Bundeshauptstadt als Georg-Meistermann-Stipendiatin des Cusanuswerks ihre Ausstellung zusammen mit einem Künstlerkollegen präsentiert.

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Die Stipendiatin im Trittauer Atelierhaus heißt Verena Schöttmer. Studiert hat sie an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg.

"Es ist einfach spannend, was man mit Stoff alles machen kann. Das Material ist faszinierend. Der Stoff bringt ja schon etwas mit, einen Charakter.“ Verena Schöttmer, Künstlerin

Das Cusanuswerk – eines von 13 Begabtenförderungswerke in Deutschland – verleiht diese Stipendien alle zwei Jahre an herausragende Absolventen der Künstlerförderung. Verena Schöttmer hat also gerade einen Lauf, wenn man es denn so nennen kann im Kunstwesen. Erst Stipendiatin des Cusanuswerkes, jetzt der Kulturstiftung der Sparkasse. Und nicht zuletzt gab es 2014 auch noch das Hamburger Arbeitsstipendium. „Die Stipendien sind hilfreich, da kann man sich mit über Wasser halten“, erklärt die 38-Jährige.

Die freischaffende Künstlerin hat bis 2012 an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei Pia Stadtbäumer und Michaela Melián studiert. „Zentral für mein Werk sind Stoffe als Material. Ich verarbeite sie zu Wandteppichen, zu Vorhängen oder Paravents.“ Dabei ist das Ergebnis unterschiedlich. Es entstehen Rauminstallationen, Collagen oder Assemblagen (Kunstwerke mit reliefartiger Oberfläche). Sowohl der Vorhang als auch der Paravent dienen als Trennung, sie verdecken, sie schirmen ab. Dadurch versucht Verena Schöttmer den Betrachter mit einzubeziehen: „Ich finde es schön, wenn dieser Teil einer Szene wird oder sich auch als Protagonist verstehen kann.“

„Es ist einfach spannend, was man mit Stoff alles machen kann. Das Material ist faszinierend. Der Stoff bringt ja schon etwas mit, einen Charakter“, erklärt die Künstlerin. Er ist kariert oder gepunktet, er hat eine ganz eigene Struktur. „Ich nenne das Codierung und diese Codierung kommt in einen neuen Zusammenhang. Ich kann eigentlich gar nicht nähen, ich arbeite mit Stoff. Früher habe ich die Stoffe an die Wand genagelt, dann wurden die Sachen immer raumgreifender und irgendwann war der erste Vorhang da.“ Es wurden Installationen, „klein würde das auch gar nicht funktionieren, das funktioniert nur in der Größe“.

Mittlerweile stellt sie Mode-Zusammenhänge her, ohne Mode zu entwerfen. „Ich arbeite mit Stoffen, da liegt es nahe, mit Mode zu arbeiten, aber eben im Bereich der Kunst.“ Es entsteht also keine Haute Couture, sondern Modehinweise oder – wie sie es formuliert – ein Erscheinungsbild der Mode. Es sind Assoziationen mit Mode, mit Popkultur. So wie der gedruckte Schriftzug eines teuren Labels auf rotem Stoff. Kuratorin Dr. Katharina Schlüter erklärt das so: „Verena Schöttmer arbeitet einerseits mit den bestehenden Bildern und Mustern, die sie auf den Stoffen vorfindet, denkt sie weiter und kombiniert sie neu, andererseits bedruckt sie aber auch Textilien mit ihren eigenen Motiven.“

Bis jetzt jedenfalls, denn Verena Schöttmer erklärt: „Ich bin mir nicht sicher, ob ich bei Stoff bleibe, ich glaube ich brauche jetzt einmal einen Kontrast.“ Wie der aussieht, mal schauen. „Das ist meist ein schneller Prozess, vieles entsteht aus einem Experiment heraus. Ich habe oft ein Bild vor Augen, aber wie und was daraus entsteht, ergibt sich eben im Prozess.“

Vielleicht, kann sich die Künstlerin vorstellen, „arbeite ich noch einmal installativ in Verbidung mit Musikern“. Künstlerin Verena Schöttmer hat durch das Stipendium der Sparkassen-Kulturstiftung in Stormarn den Rücken frei, etwas zu entwickeln.

 K. Kuhlmann-Schultz

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