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Stormarn Trommelwirbel für die Erstklässler
Lokales Stormarn Trommelwirbel für die Erstklässler
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21:17 16.09.2013
Voller Eifer folgen diese Erstklässler den Anweisungen ihrer Musiklehrerin. Die Trommeln dürfen sie auch mit nach Hause nehmen. Quelle: Foto: von Dahlen

Die Augen leuchten, als Bad Oldesloes Musikschulleiter Alireza Zare den Schrank öffnet. Die silberfarbenen Trommeln stehen ganz hoch im Kurs bei den Erstklässlern. Die 14 Mädchen und Jungen können es gar nicht erwarten, mit ihren kleinen Händen darauf herumzutappen. Unter Anleitung von Lehrerin Gudrun Eskierski schaffen sie es sogar, einen gemeinsamen Rhythmus zu finden. Anschließend dürfen die Kinder dem Harfenspiel von Elena Lavrentev lauschen und selbst einmal über die dicken Saiten des Instruments streichen.

Lächelnd, aus einiger Entfernung betrachten die Herren im Anzug das Geschehen auf dem Fußboden des Musikzimmers: Michael Schurmacher von der Sparkassenstiftung, Oliver Ruddigkeit vom Lions Club Stormarn und last not least Oldesloes amtierender Bürgermeister Horst Möller. Die Institutionen, die sie vertreten, haben alle ein Scherflein dazu beigetragen, dass die Kinder in der Bad Oldesloer Klaus-Groth-Schule schon früh einen Zugang zur Musik finden. Mit Hilfe der Spenden ist es möglich, über den Zeitraum von drei Jahren hinweg jedem Schüler eine zusätzliche Musikstunde in der Woche zu bieten. Vorbild für „Klasse musiziert“ ist ein Projekt, das die nordrhein-westfälische Stadt Monheim ins Leben rief.

„Wir wollen Chancengleichheit herstellen und allen Schülern die Möglichkeit bieten, Instrumente auszuprobieren. Ob sie später dabeibleiben und weiterlernen wollen, ist dann ihre Sache“, erklärt Zare.

Denn manchmal schlummere ein besonderes Talent in den Kindern, das unerkannt bleibe, wenn es zu Hause nicht gefördert wird. Das sei schade.

„Herr Zare musste uns nicht lange überreden, dass wir mitmachen. Doch es war ein langer Weg, bis das Projekt umgesetzt werden konnte“, sagt Schulleiterin Meike Harder. Nun seien Schüler, Lehrer und auch der Elternverein froh, dass das Projekt am 19. August starten konnte. Damit jedes der 80 Kinder zu seinem Recht komme, werde an drei Tagen in der Woche in jeweils zwei Gruppen musiziert.

Das Projekt teilt sich in drei Phasen auf. Zunächst durchlaufen die Kinder eine musikalische Grundausbildung mit Singen, Bewegung und rhythmischen Übungen. In der zweiten Stufe, die nach den Sommerferien beginnt, darf jedes Kind die von der Musikschule bereitgestellten Instrumente ausprobieren. Die Auswahl ist groß und reicht von Cello und Violine über Gitarre und Harfe bis hin zur Gruppe der Holz- und Blechbläser. Im Rotationsverfahren tauschen sie die Instrumente untereinander aus, so dass sich jedes Kind einen Überblick verschaffen kann. Während der letzten, fünfwöchigen Phase spezialisieren sich die Mädchen und Jungen auf ein Instrument, das ihnen am besten gefällt. Das Ganze mündet dann in eine kleine Aufführung.

„Das wird sehr spannend werden“, sagt Zare. Schließlich könne derzeit noch niemand vorhersagen, für welche Instrumente sich die Kinder letztlich entscheiden Deshalb lasse sich auch jetzt noch nicht sagen, welches Stück die Klassen einüben. Neuland betreten mit diesem Projekt übrigens nicht nur die Kinder, sondern auch die Lehrkräfte. Sie mussten sich auf diese spezielle Art des Unterrichts vorbereiten und absolvierten dazu einige Workshops.

Einmalig ist auch, dass Lehrer der Klaus-Groth-Schule und sechs der 45 Honorarkräfte der Musikschule den Unterricht gemeinsam gestalten.

Zare betrachtet „Klasse musiziert“ als Pilotprojekt, das — wenn es nach ihm gehen würde — auch an anderen Grundschule eingeführt werden müsste. „Wir haben aber nicht so viele Kapazitäten, um dies allein stemmen zu können“, sagt er. Immerhin gestalte die Musikschule für Stadt und Land auch Unterricht im Rahmen der Ganztagsschule und sei somit im gesamten Kreis Stormarn präsent.

Viele Unterstützer im Konzert
Unterstützt haben das Projekt „Klasse musiziert“ für die Dauer von drei Jahren folgende Sponsoren: die Sparkassenstiftung mit 10 500 Euro, der Lions Club Stormarn mit 5000 Euro, die Stadt Bad Oldesloe mit 8000 Euro. Die Firma Hako stellte zudem 2000 Euro zur Verfügung, die im Rahmen des Tyll-Necker-Turniers zusammenkamen. Um Instrumente anschaffen zu können, erhielt die Musikschule für Stadt und Land bereits 10 000 Euro von der Sparkassenstiftung. Somit stehen den Erstklässlern über 80 Musikinstrumente zur Verfügung. Um sich mit ihnen vertraut machen zu können und darauf zu üben, dürfen die Schüler sie für begrenzte Zeit mit nach Hause nehmen.

Dorothea von Dahlen

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