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Tunneltal: Kreis-Politik will Geschichte lebendig machen

Ahrensburg Tunneltal: Kreis-Politik will Geschichte lebendig machen

Das Gebiet, in dem vor 10000 Jahren Rentierjäger lebten, soll ein Erlebnisort werden.

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Knochenfunde, wie sie Ingo Clausen vom Archäologischen Landesamt Schleswig-Holstein zeigt, können den Besuchern nicht präsentiert werden. Aber vielleicht können die Interessierten auf eine virtuelle Reise durch die Zeit der Rentierjäger gehen. Foto/Archiv: Albrod

Bad Oldesloe. Noch ist keine Entscheidung gefallen, aber die Mitglieder des Schul-, Kultur- und Sportausschusses (SKS) des Kreises Stormarn haben jetzt deutlich gemacht, dass sie das Kleinod Ahrensburger Tunneltal und Stellmoor mehr ins Bewusststein der Menschen bringen wollen. Geschaffen werden soll ein Erlebnis- und Bildungsort, der zeigt, wie das Leben der Rentierjäger vor etwa 10000 Jahren an dieser Stelle ausgesehen hat. Eine entsprechende Projektskizze wird die Kreisverwaltung jetzt entwerfen. Erst dann soll eine Machbarkeitsstudie auf den Weg gebracht werden. Das beschloss jetzt die Mehrheit der Mitglieder des SKS, die FDP stimmte dagegen.

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Das Gebiet, in dem vor 10000 Jahren Rentierjäger lebten, soll ein Erlebnisort werden.

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„Wir wollen mit der Machbarkeitsstudie den rechtlichen und finanziellen Rahmen beleuchten und sehen, welche Bedingungen wir erfüllen müssen“, erklärte der Fachbereichsleiter Jugend, Schule und Kultur beim Kreis, Wilhelm Hegermann. Für seine Verwaltung sei es allerdings das erste Mal, dass eine solche Studie vorbereitet werde. Rat holte er sich bereits bei den Kollegen aus dem Bauamt. Zurück geht die Idee der Machbarkeitsstudie auf einen Antrag der SPD, der bereits zu Beginn des Jahres gestellt worden war.

Um das Tunneltal besser erleben zu können, schlug Wilhelm Hegermann unterschiedliche Varianten vor, die den bereits von der Stadt Ahrensburg eingerichteten Wanderweg mit berücksichtigen. So könne dieser Wanderweg ausgebaut werden, es könnten in der Nähe des Tunneltals ein Info-Center oder auch digitale Erlebnisräume entstehen. Dabei stehen virtuelle historische Animationen und Informationen im Mittelpunkt. Diese würden via Smartphone oder Tablet-Display in die Umgebung projiziert. Es würde eine Verbindung von virtueller Welt mit der physischen Umgebung des Betrachters entstehen. In Fachkreisen wird das Verfahren Augmented Reality genannt. Ideen gibt es also genug, um die mehr als 10000 Jahre alte Geschichte der Region den Bürgern nahezubringen. Eins ist klar: „Wir können keine Schätze präsentieren, das ist nicht realisierbar“, so Hegermann.

Allein die Kosten für die Machbarkeitsstudie sorgen bei der Politik für Bauchschmerzen: 40000 Euro sollen dafür in den Haushalt gestellt werden. Aber, wie es der CDU-Kreistagsabgeordnete Bernd Freytag formulierte, „wir müssen diese Studie machen. Das Tal ist so diffizil“. Es sei FFH-Gebiet, die Bahn fahre da, es gebe Brücken. „Es wird dort schwierig sein, Wege zu machen, die ganze Fläche ist ein potenzielles Grabungsfeld.“ Eigentlich sei es ein großes Problem, denn das Tunneltal sei einer der wenigen Plätze, in denen es Funde von Rentierjägern gebe. „Es ist einer von nur drei Plätzen in Nordeuropa.“ Auch Klaudia Rahmann, Grünen-Kreistagsabgeordnete, machte noch einmal deutlich, dass das Tunneltal „vorsichtig behandelt werden muss. Man darf nicht auf die Fläche gehen, aber wir können sie den Menschen vermitteln, ihnen zeigen,was wir hier Tolles haben. Wir könnten das filmisch aufarbeiten oder durch Personen, die versiert sind“.

Für die Machbarkeitsstudie, so Freytag, könne der Kreis versuchen, Fördermittel unter anderem bei der Aktivregion Alsterland einzuwerben. Teilnehmen kann der Kreis auch an einer Ausschreibung der Investitionsbank Schleswig-Holstein im Rahmen des Landesprogrammes Wirtschaft zur Förderung investiver touristischer Maßnahmen aus dem Programm Natur- und Kulturerlebnis Schleswig-Holstein. Bis zum 31. Oktober muss eine entsprechende Projektskizze eingereicht werden.

K. Kuhlmann-Schultz

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