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Stormarn Über hundert Dezibel für "Empathy"
Lokales Stormarn Über hundert Dezibel für "Empathy"
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23:51 20.03.2017
Der Rapper Niklas Reinert (17) alias „Empathy“ aus Reinfeld konnte das Music–Storm-Finale für sich entscheiden.
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Ahrensburg

Den meisten Beifall bekam L.I.N.A. Sie ist klein, eher eckig und war an diesem Abend ganz in Metallic-Farben gekleidet. Hinter ihrem Künstlernamen verbirgt sich die Bezeichnung „leuchtendes, interaktives, neutrales Applausometer“. Der Jubel von etwa 350 Zuschauern, die sich am Sonnabend im Ahrensburger Marstall versammelt hatten, erreichte nach ihrer Messung eine Lautstärke von über hundert Dezibel und kürte Niklas Reinert (17) alias „Empathy“ aus Reinfeld zum Gewinner des diesjährigen Music-Storm-Wettbewerbs. In einem abendfüllenden Konzert konnte sich der Rapper, der stilistisch an „Casper“ erinnert und das besonders schnelle Reimen im „Double-Time“-Tempo beherrscht, gegen drei weitere Acts durchsetzen.

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Der Rapper Niklas Reinert aus Reinfeld gewinnt in Ahrensburg den Music-Storm-Contest.

Wenn er anderen jungen Musikern einen Tipp geben dürfte, sagte Reinert nach seinem Sieg, dann sei das: „Schreib keinen Scheiß; nichts, was nicht der Wirklichkeit entspricht“ und „Krall dich an deine Ziele!“ Im Vorfeld war die Beraterrolle indes einer Gruppe von Coaches zugefallen, die die Musiker auf das Abschlusskonzert vorbereiteten, darunter die Band „Jeden Tag Silvester“ und Hauke Wendt (41) von der Musicalschule Ahrensburg.

„Wir haben unser Konzept im Vergleich zu den Vorjahren dahingehend geändert, dass es mehr Förderung für die Künstler gibt“, erklärt Uwe Sommer (53), Geschäftsführer des Kreisjugendrings Stormarn, der seit mehreren Jahren zusammen mit der Sparkassenstiftung für den Musik-Contest verantwortlich ist. Bei den vergangenen Veranstaltungen sei erkennbar geworden, dass die Rückmeldung der Jury für die Teilnehmer den größten Nutzen habe. Infolge dessen wurden die jungen Bands in diesem Jahr schon bei der Vorbereitung von Profis unterstützt, während die Endabstimmung dem Publikum überlassen blieb.

„Wir hatten gleich drei Coaches“ erzählt Mila Schmidt (23), Sängerin der Rockband „Mentally Sane“. So habe Wendt ihr „Selbstbewusstsein als Band gepusht“, der Musiker „Tramper“ (31) sie zu ihrer Körperhaltung auf der Bühne beraten und Ole Specht von „Tonbandgerät“ mit dem medialen Auftritt geholfen. Das hat sich ausgezahlt: Die Band hat sichtlich Spaß, spielt Melodien, die auch im Metal nicht fehl am Platze wären, und verkauft hinterher vom Stehtisch aus ihr erstes Album.

„Days of Northern Lights“ aus Bad Oldesloe loben, dass ihnen beigebracht wurde, ihre Songs ansprechend zu arrangieren. Sängerin Hanna Dreu (18), die mit ihrer Soul-Stimme überzeugte, betont: „Wenn man erst einmal Routine mit einem Lied entwickelt hat, kann man auch damit spielen.“

Singer-Songwriter Moritz Ley (17) dagegen hat „gar nicht viel am Gitarrenspiel, sondern an Mimik und Gestik gearbeitet“, um mit seinen warmen, melancholischen Liedern Bühnenpräsenz zu entwickeln.

Obwohl sich die Acts aufgrund ihrer unterschiedlichen Genres kaum angemessen vergleichen ließen, war es am Ende auch bei Reinert das Auftreten, das dafür sorgte, dass „Empathy“ sich die Sympathie des Publikums sicherte: Bei der professionellen Performance des Rappers saß jede Bewegung. Reinert wird nun ins Tonstudio gehen; unterstützt wird er dabei von Sänger Leroy Jönsson (32) aus Hamburg.

Songs im Internet

Der Musikwettbewerb „MusicStorm“ wird seit mehreren Jahren vom Kreisjugendring (KJR) Stormarn ausgerichtet. Das Konzept, das in großen Teilen auf Jan Hansen vom KJR zurückgeht, beinhaltete dabei bereits so unterschiedliche Events wie ein Casting in einem Retro-Wohnwagen und Open-Air-Konzerte am Ahrensburger Schloss.

Die Songs der Teilnehmer lassen sich auf https://www.music-storm.de/ anhören, darunter auch „Oniomanie“ der Band „Lärmbelästigung“, die das Abschlusskonzert verletzungsbedingt ausfallen lassen musste.

Kulturhelden gesucht

Die LN suchen ab Sonntag, 26. März, nach Kulturhelden im Norden. Nominiert werden kann jeder, der sich ins kulturelle Leben einbringt. Ob Musiker, Maler oder Tänzer. . . Stellen Sie Ihr Talent vor – und die Leser entscheiden, wer im April LN-Held wird.

Und so geht‘s: Kandidaten werden unter www.helden-von-hier.de vorgeschlagen. Der Kandidat wird „freigeschaltet“, wenn sein Einverständnis vorliegt. Ab dann kann abgestimmt werden. Für den Sieger oder die Siegerin richten die LN ein Fest aus. Der Preis ist ein Pokal, der durch den Paten überreicht wird. Gewinnen kann auch jeder, der seine Stimme abgibt: Die Lübecker Nachrichten verlosen wertvolle Preise.

Internet: www.helden-von-hier.de

 Florian Albrod

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