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Stormarn Umgehung für Hammoor spaltet die Gemeinde
Lokales Stormarn Umgehung für Hammoor spaltet die Gemeinde
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18:12 03.07.2017
„Hauptsache, die Trasse kommt.Helmut Drenkhahn Bürgermeister
Hammoor

In Hammoor sind Protest-Plakate entlang der Hauptstraße aufgetaucht. Auf ihnen fordern die Anlieger den sofortigen Bau der Umgehungsstraße. Diese Forderung gibt es seit 30 Jahren. Nach der jüngsten Verkehrszählung fahren täglich 13000 Fahrzeuge, teils Schwerlastverkehr, durch den Ort, und alle sind sich einig, dass die Situation unzumutbar ist.

Jetzt wird wieder die Trasse geplant. Die einen wollen sie im Süden, die anderen im Norden.

Uneinigkeit herrscht bei der Lösung: Auf den Plakaten fordern Bürgerinitiativen eine Südumgehung und stehen damit der Hammoorer CDU nahe, die aber keine Mehrheit in der Gemeindevertretung hat. Die hat die Allgemeine Wählergemeinschaft Hammoor (AWH), der auch Bürgermeister Helmut Drenkhahn angehört. Widerstreitende Interessen von Grundeigentümern und Landwirten führen dazu, dass andere die Trasse lieber im Norden sehen wollen.

Umgehungsstraße sofort geht nicht“, ging Drenkhahn bei der jüngsten Gemeindevertretersitzung auf die Plakate ein. „Es liegt noch keine Baugenehmigung vor. Derzeit werden die Gutachten erstellt, um die Vorzugstrasse zu ermitteln.“ Denn nachdem erste Planungen für eine Ortsumgehung im Süden gekippt werden mussten, weil sich mittlerweile die Rechtsgrundlage geändert hat, fassten die Gemeindevertreter 2015 den Beschluss, dass der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) in Lübeck mehrere Varianten prüfen und eine Vorzugstrasse bestimmen solle. Die Gemeinde hat kein Mitspracherecht. Die Ortsumgehung ist das einzige Straßenprojekt in Schleswig-Holstein, das neu gebaut werden soll. „Im Frühjahr 2018 soll der Bauantrag gestellt werden, 2020 könnte es dann eine Baugenehmigung geben“, kündigte Drenkhahn an.

Wolfgang Krecker von einer der drei Bürgerinitiativen begleitet die Diskussion um die Ortsumgehung seit 30 Jahren. „Als die Kinder klein waren, haben wir die Straße gefordert, weil sie nie alleine über die Hauptsstraße gehen konnten, um Freunde zu besuchen, die auf der anderen Seite wohnen. Jetzt sind die Kinder groß und könnten selber Kinder haben, die dann dasselbe Problem haben“, sagt er.

Einige werfen dem Bürgermeister vor, dass er die Südtrasse verhindern wolle, weil sie dicht an seinem Haus vorbei führen würde. „Im Süden der Gemeinde ist jetzt ein Neubau-Gebiet geplant. Aus Kiel kam deshalb schon die Anfrage, ob das eine Straßenbauverhinderungsplanung sei“, so Krecker.

Der Vorwurf war auch in der Sitzung aufgekommen. Horst Lassen (CDU) hatte deshalb beantragt, dass eine Trassenplanung Vorrang vor der Neubaugebietsplanung haben solle. Doch der Antrag fand keine Mehrheit. „Der LBV hat schon 2006 festgestellt, dass er die weitere Entwicklung des Dorfes im Süden sieht“, erklärt Drenkhahn dazu. „Wir haben jetzt eine Anfrage an das Land und den LBV gestellt, ob und wie viel Bauland die Gemeinde im Süden ausweisen kann, ohne eine Trassenplanung zu beeinträchtigen.“ Bis zum 14. Juli soll eine Antwort vorliegen. Doch es gibt noch mehr Argumente, von Landverbrauch über Verkehrsströme wird alles abgewogen.

Laut Verkehrsgutachten würde eine Nordumgehung die Hauptstraße mehr entlasten als eine südliche Umfahrung. 2030 würden täglich bis zu 2000 Fahrzeuge durch den Ort fahren, bei einer Südumgehung rund 9500. „Aber das könnte man beeinflussen", wendet Krecker ein, der trotz Biotops im Süden die Südtrasse favorisiert. „Die Hauptstraße wäre damit Gemeindestraße, in der man die Durchfahrt erschweren könnte. Eine Nordtrasse würde den Ort zu einer Insel zwischen lauter Straßen machen.“ Er wollte einen Ausschuss im Ort, der die Umgehung plant. Der LBV habe signalisiert, dass er die Bauleitplanung auch der Gemeinde überlassen würde. „Aber das ist abgewürgt worden.“

Mit gutem Grund, so Drenkhahn, der sagt, dass alle Lager eigene Interessen verträten. „Die Gemeindevertretung hat deshalb beschlossen, dass die Gemeinde vorab schon die Zustimmung zu jeder Trasse gibt, die der LBV als die beste ermittelt. Wir werden uns im Dorf nie einigen, die Diskussion wird immer mit Vorwürfen begleitet werden. Hauptsache, die Trasse kommt endlich.“

K 106 bis Hammoor gesperrt

Seit Montag wird die Decke der K 106 zwischen Hammoor und Ahrensburg auf einer Länge von 1,7 km saniert. Bis 22. Juli wird von der Kreuzung „Hauptstraße“ (L 89) in Hammoor bis zur Kreuzung „Kamp“/ „Martenshorsttwiete“ gearbeitet, dafür fallen Kosten von 737 000 Euro an. Eine Umleitung erfolgt über die L 89 von Hammoor nach Bargteheide und die L 82 nach Ahrensburg.

Bettina Albrod

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