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Stormarn Umgehungsstraße Hammoor: Trasse steht Ende des Jahres fest
Lokales Stormarn Umgehungsstraße Hammoor: Trasse steht Ende des Jahres fest
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20:58 13.10.2017
In Hammoor war am Donnerstag die dritte Informationsveranstaltung zur Umgehungsstraße. Quelle: Foto: Albrod
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Hammoor

Nachdem erste Planungen für eine Umgehung im Süden gestoppt werden mussten, weil sich die Rechtsgrundlage geändert hatte, beschlossen die Gemeindevertreter 2015, dass der LBV in Lübeck mehrere Varianten prüfen und eine Vorzugstrasse bestimmen soll. Die Umgehung ist die einzige des Landes, die in Schleswig-Holstein neu gebaut wird. In regelmäßigen Informationsveranstaltungen sollen die Bürger an der Entscheidungsfindung beteiligt werden.

Ende des Jahres wird vom Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) entschieden, über welche Trasse die Umgehungsstraße für Hammoor geführt wird. Die Ortsumgehung ist seit 30 Jahren Thema in der Gemeinde. Ein Mitspracherecht hat sie dabei nicht.

Am Donnerstag waren sie zum dritten Mal zur Öffentlichkeitsbeteiligung „Ortsumgehung Hammoor“ eingeladen: Der LBV, der das Projekt plant, stellt regelmäßig die Ergebnisse der Gutachten vor. Diesmal wurden die Vorergebnisse der Umweltverträglichkeitsprüfung und die Gutachten zu Artenschutz, zu Technik und Wirtschaft, zur Stadtplanung sowie zur Agrarstruktur präsentiert. Danach kommen von sechs möglichen Trassenführungen nur noch vier in Frage. „Es handelt sich um Zwischenergebnisse aus Umweltsicht“, betonte Kerstin Berg zur Umweltverträglichkeitsprüfung. „Untersucht wird dabei, wie sich die möglichen Trassen auf die Schutzgüter Mensch, Tier, Pflanze, Boden, Wasser, Klima, Landschaft und Kulturgüter auswirken.“

Wohngebiete, Biotope oder Kulturdenkmäler genießen dabei besonders hohen Schutz. Untersucht wurden zwei Varianten im Norden von Hammoor und vier im Süden. „Für die Südtrassen 1.3 und 1.4 liegt ein Zulassungshemmnis vor, weil dort ein Rotmilan seinen Brutbaum und seinen Fortpflanzungsraum hat“, erläuterte die Planerin. „Aus umweltfachlicher Sicht entfallen deshalb die beiden Varianten.“ Denn eine Ausnahmegenehmigung werde nur erteilt, wenn es keine Alternativen für den Bau einer Straße gebe. Hier aber liegen vier Alternativen vor. „Aus Umweltsicht kann keine eindeutige Festlegung auf eine der vier verbleibenden Varianten erfolgen“, schloss Kerstin Berg, „hier müssen andere Themen entscheiden.“

Auch Rüdiger Wittenberg, der das Artenschutz-Gutachten vorstellte, kam zu dem Ergebnis, dass durch Ausgleichsmaßnahmen alle vier verbleibenden Varianten möglich sind. „Untersucht wurden Haselmaus-Lebensraum, Fledermäuse, Brutvögel und Amphibien“, erläuterte er sein Vorgehen. Durch Umsetzen der Haselmaus, Kollisionsschutz für Fledermäuse und den Bau ottergerechter Übergänge über die Grotbek könnten alle vier Trassen die Artenschutzauflagen erfüllen. Martin Hansen, der die Agrarstruktur untersucht hat, sprach sich für eine Südvariante aus. „Bei den Nordtrassen sind in beiden Fällen drei landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz gefährdet“, führte er aus. Auch hier könne durch Ausgleichsmaßnahmen eine Lösung gefunden werden.

Stadtplaner Peter Scharlibbe untersuchte, welche der vier Trassen mit Satzungen und Baurecht von Hammoor und benachbarten Gemeinden in Konflikt käme. Das ergibt sich nur bei der Nordvariante 2.1.

„Hier ist die Stadt Bargteheide betroffen, weil sie das Gelände, um das es geht, als Gewerbegebiet ausgewiesen hat“, sagte Scharlibbe. Gegebenenfalls müsse man mit der Stadt Bargteheide Gespräche dazu führen. André Novotny rechnete vor, was die einzelnen Varianten kosten würden. „Die Nordvariante 2.2 wäre mit Gesamtkosten in Höhe von 6,8 Millionen Euro und Unterhaltskosten knapp unter 400

000 Euro die günstigste Variante“, sagte er. Mit 2090 Metern sei hier die kürzeste Neubaustrecke erforderlich, dazu kämen drei Einmündungen und Lärmschutzwände auf 180 Meter Länge. Dadurch werde der Gerkenfelder Weg in Hammoor abgeklemmt, werde aber umgeleitet und bleibe Gemeindeverbindungsweg.

Die Ankündigung sorgte bei einigen für Kritik, aber das letzte Wort ist noch nicht gesprochen. „Hauptwunsch der Gemeinde ist, dass die Ortsumgehung so schnell wie möglich gebaut wird“, verwies Britta Lüth vom LBV auf die Ergebnisse des Runden Tisches vom August. „Der LBV muss eine Gesamtabwägung aus allen Gutachten machen und wird sich Ende des Jahres für eine Vorzugstrasse entscheiden. Die wird im ersten Quartal 2018 präsentiert, ehe die Detailplanung beginnt.“

Von Bettina Albrod

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