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Ungeliebtes Erbe — wenn Nachlass zur Last wird

Bargteheide Ungeliebtes Erbe — wenn Nachlass zur Last wird

Iris Hoffmeyer aus Bargteheide bringt Menschen bei, wie man sich ohne Gewissensbisse von unerwünschtem Ballast trennt.

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Bargteheide. Eine Suppenterrine kommt selten alleine. Meist hat sie noch ein Goldrandgeschirr, Tischtücher und klobige Möbel im Gefolge, die einst zum Haushalt der Eltern gehörten und nun wohlmeinend an die Kinder und Schwiegerkinder vererbt werden. Die wollen einerseits das Erbe in Ehren halten, andererseits aber nicht für den Rest ihres Lebens zwischen ungeliebten Sachen sitzen, die dann wiederum die Enkel erben. „Die Dinge meiner Eltern: Wenn Geerbtes zur Last wird“ heißt ein Seminar von Iris Hoffmeyer aus Bargteheide, die als Coach arbeitet und Menschen beibringt, sich von unerwünschtem Ballast zu befreien.

„In meinen Seminaren bin ich immer wieder darauf angesprochen worden, wie schwer es vielen fällt, sich von geerbten Sachen zu trennen“, erläutert die Bargteheiderin. „Deshalb biete ich jetzt ein eigenes Seminar dazu an. Ich habe Menschen kennengelernt, die ein geerbtes Haus haben leer stehen lassen, weil sie die Ausstattung nicht wegtun wollten.“ Aber schon geblümte Handtücher, die Sammlung von Spruchtellern oder der Glaskasten mit aufgespießten Schmetterlingen können zum Problem werden. Iris Hoffmeyer, die ein Fernstudium zur psychologischen Beraterin absolviert hat, erkennt hinter der Trennungsangst die Emotionen. „Es geht ums Loslassen“, erläutert sie, „das Gefühl bei einer Trennung ist immer gleich, ob es um eine Tasse oder um etwas Anderes geht.“ Bei ihr lernt man Techniken, wie man das Unerwünschte loslässt.

„Bestimmte Glaubenssätze führen dazu, dass man die Trennung vom Erbe als Verrat empfindet“, so die Fachfrau. Aussagen der Eltern wie „Das haben wir uns vom Munde abgespart“ schaffen emotionale Fesseln und Gewissensbisse, von denen sich Kinder nur schwer befreien können. Dabei sind es meist Menschen um die 60 Jahre, die als Erbengeneration betroffen sind und die längst einen eigenen Hausstand haben. Iris Hoffmeyer rät, dem mulmigen Gefühl positive Glaubenssätze gegenüber zu stellen. „Jeder ist seines Glückes Schmied“ oder „ Eltern wollen, dass es einem gut geht“, sind geeignete Sätze, um die Pietätsfalle zu entschärfen. „Holen Sie das Geschirr hervor, decken Sie eine Festtafel und machen Sie ein Foto“, rät sie beispielsweise. Dann kann das Geschirr weg und die Erinnerung abgespeichert werden.

Ein Kästchen voller Erinnerungsstücke oder der Ratschlag, sich zehn Sachen auszusuchen, an denen man hängt, helfen dabei, Ordnung in die Überfülle zu bringen. „Einige Erinnerungen kann man bewahren, aber es muss auch noch Platz für das eigene Leben bleiben“, sagt Iris Hoffmeyer. Wenn man die Römer der Eltern erbe, seien das mal wertvolle Stücke gewesen. „Meist hat man miterlebt, was für teure Geschenke das waren.“ Heute allerdings würden sie zu Schleuderpreisen angeboten. „Die Werte haben sich gewandelt. Der Erblasser wollte den Kindern etwas Besonderes hinterlassen, aber die Zeiten ändern sich.“ Das Erbe muss nicht zwangsläufig auf den Müll, anderen gefallen oder helfen die Dinge möglicherweise. Iris Hoffmeyer regt Aufräumen an, allerdings nur in den eigenen Erinnerungen.

„Wovon man sich trennt, kann nur derjenige entscheiden, dem es gehört.“

Anleitung zum Wegwerfen

Das Seminar „Die Dinge meiner Eltern: Wenn Geerbtes zur Last wird“ wird drei Mal in Bargteheide angeboten. Am 16. März und am 23. März jeweils von 18.30 bis 20 Uhr sowie noch einmal am 13. April zur selben Zeit. Anmeldung unter www.vhs-bargteheide.de im Internet.

„Die Lösung“ heißt die Agentur für professionelle Ordnung und Feel Good Management, die Iris Hoffmeyer und Susanne Brandt-Stange gemeinsam in Bargteheide betreiben.

• www.dieloesung-sh.de

Bettina Albrod

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