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Stormarn Ungewohnte Rollen für brave Mädchen
Lokales Stormarn Ungewohnte Rollen für brave Mädchen
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00:00 30.10.2012
Stormarn

Eine Dorfidylle in Stormarn – so scheint es auf den ersten Blick. Doch der Schein trügt. Auf dem Spielplatz treffen zwei Mädchengruppen aufeinander. Drei Siebenjährige mit Puppenwagen nähern sich vier Jugendlichen. „Scheiße Mädels, da kommen sie“, meint eine. Eine der Siebenjährigen beginnt, die Älteren anzupöbeln: „Hallo Penner, is’ was?“ Zum Glück ist das Ganze nur eine Filmszene, gedreht von Udo Reichle-Röbe im Rahmen der 3. Kinder-Kurzfilm-Tage des Reinfelder Therapie-Theaters in Klein Barnitz.

Die gemeine Mädchenbande, genannt „Die Patenkinder“ – so der an das Mafia-Epos „Der Pate“ erinnernde Filmtitel – sind in Wirklichkeit Louisa Günther (9), Jana Barkmann (9) und Hannah Wucksach (8). Im richtigen Leben tun sie natürlich keiner Fliege etwas zu Leide, und es fällt ihnen sichtlich schwer, so richtig böse zu sein.

„Das Oma-Problem“, ein humorvoller Videoclip des Göttingers Lars Wätzold (Improtheater „Comedy Company“), diente der Crew als Inspiration für den Fünfminüter. Wie das Vorbild setzt auch „Die Patenkinder“ das Thema Mobbing ironisch um. Trotz des ernsten Themas soll auch dieses dritte Kinder-Filmprojekt des Therapie- Theaters in erster Linie Spaß machen. Der Witz entsteht durch die verkehrten Rollen. Sind es beim „Oma-Problem“ vier alte Damen, die eine Gruppe südländisch aussehender junger Männer schikanieren, jagen hier drei süß aussehende kleine Mädchen einem ganzen Dorf Angst und Schrecken ein. Damit das später im Film auch glaubhaft herüberkommt, unterbricht Regisseur Udo Reichle-Röber immer wieder die auf rund sechs Stunden angesetzten Dreharbeiten: „Ihr Lieben, das war viel zu leise“, ermahnt er das etwas schüchterne „Terror-Trio“ liebevoll. Und an die Jugendlichen gerichtet: „Ihr müsst Angst haben.“

Nach und nach fühlen sich die jungen Darsteller im Laufe des einzigen Drehtages in ihre Rollen ein. „Am Anfang mussten wir immer lachen“, gibt die zwölfjährige Jospehine zu. „Es ist komisch, dass die Kleinen die Bösen sind.“ Eigene Erfahrungen mit Mobbing hat die Gruppe bisher nicht gemacht. Aber es sei Thema im Unterricht, sagen die Schülerinnen. „Ein Mitschüler bei uns hat mal eine Urkunde für Zivilcourage bekommen“, erzählt Julia (11). „Er hatte jemanden auf dem Schulhof das Handy weggenommen, weil der damit eine Prügelei gefilmt hat.“

Die „Patenkinder“ dagegen haben richtig Spaß an ihren ungewohnten Rollen: „Wir ärgern gerne mal die anderen“, meint Louisa lachend. Die einzigen drei Jungen, die auch mitspielen, gehören ebenfalls zu ihren „Opfern“. Die Zwillinge Bennet und Jendrik (11) sowie Tim (12) gehen positiv damit um: „Es bringt Spaß, mal nicht die Bösen zu spielen“, meinen sie. Denn wie die meisten hier haben sie auch schon in den beiden ersten Kurzfilmen der als Ferienpass-Aktion gestarteten Reihe „Barnitzer Filmspaß“ mitgespielt („Das Mädchen aus dem Mittelalter“ und „Wildwest an der Trave“).

Gezeigt werden soll der in einigen Tagen fertiggestellte Film dann im kleinen Kreis vor geladenen Gästen, natürlich auch den Eltern, die schon bei den Dreharbeiten als Zaungäste, Mitwirkende und Punsch-Versorger dabei waren. Ins Internet gestellt werde er bewusst nicht, so Reichle-Röbe – damit sich die älteren, teilweise als „Gruftis“ geschminkten Jugendlichen später auch noch beim Finanzamt bewerben könnten. „Am Schluss wollen wir hier auf dem Dorfplatz gemeinsam grillen und mit allen über das Thema Mobbing schnacken“, hat der engagierte Filmprojekt-Leiter geplant.

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