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Unglaublich: Gauner decken Dach ab

Mollhagen Unglaublich: Gauner decken Dach ab

Christine Köster aus Mollhagen wurde Opfer von ungebetenen Handwerkern. Erst redete jemand pausenlos auf sie ein, dann fingen die Männer plötzlich an, ihr ganzes Dach abzureißen. Auf den Kosten bleibt sie erst mal sitzen.

Mollhagen. Es war wie in einem schlechten Traum, was Christine Köster (56) kurz vor Ostern erlebte. Die Mollhagenerin wollte gerade zum Arzt fahren, als ein Kleinbus an ihrer Einfahrt stoppte. Das Unglück nahm da seinen Lauf.

Ein Mann stieg aus und sagte, seine Leute seien gekommen, um eine neue Regenrinne anzubringen. „Ich war so perplex, ich konnte gar nicht reagieren“, erinnert sich Christine Köster. Denn einen solchen Auftrag hatte sie nie erteilt. Der Mann redete unterdessen pausenlos auf sie ein. Da schaltete sich der Nachbar ein und riet ihr, doch erst mal einen Kostenvoranschlag machen zu lassen. „Dann bist Du sie erst mal los“, hatte er gemeint.

Doch weit gefehlt. Noch während der ungebetene Gast in einem Redeschwall Christine Köster die einzelnen Kosten aufzählte, schepperte es laut. Die Regenrinne war in der Einfahrt gelandet. Entgeistert blickte die Hauseigentümerin zum Dach, wo drei junge Männer damit begonnen hatten, die ganze Eindeckung abzureißen und große Platten auf den Hof zu werfen. „Ich wusste gar nicht, wie mir geschah, ich war richtig geschockt. Das alles passierte innerhalb weniger Sekunden“, erzählt Christine Köster.

In dieser Situation trat Henning Höft auf den Plan. Wie er den LN gegenüber erzählte, wollte er der Mollhagenerin beistehen. „Ich bin selbst Dachdeckermeister und wohne seit einem Jahr in der Gemeinde. Ich kenne solche Vorfälle“, sagte er. Auch in Hamburg sei es schon vorgekommen, dass solche Trupps ganze Dächer abgerissen und die Bewohner damit völlig überrumpelt hätten. „Was wollen Sie in einer solchen Lage denn auch tun? Das Haus steht offen. Gemacht werden muss das Dach“, sagt Höft. Ihm sei es zudem komisch vorgekommen, dass die Leute mit einem Dortmunder Kennzeichen unterwegs gewesen seien. Deshalb habe er dann die Polizei gerufen.

Die aus Bargteheide angerückten Beamten hatten reichlich zu tun, die Identität der Dachabdecker festzustellen. Die Männer stammten offenbar aus Rumänien, das Fahrzeug, in dem sie gekommen waren, genoss keinen Versicherungsschutz und musste stillgelegt werden. Als die Polizisten sich Christine Köster wieder zuwandten, erklärten sie, jetzt gar nichts tun zu können. Auch wenn sie nur mündlich eingewilligt habe, das Dach reparieren zu lassen, dann bestehe auch ein Vertragsverhältnis. Das bestätigte auch Polizeisprecher Holger Meier. Im Einsatzprotokoll, das ihm vom 17. März vorliege, stehe, dass die Hauseigentümerin ihr Einverständnis erteilt habe. „In so einem Fall handelt es sich um eine rechtliche Grauzone“, sagte Meier. Da gebe es nur die Möglichkeit, der zivilen Klage, wenn die Arbeit nicht fachgerecht ausgeführt wurde.

Innungsmeister Thomas Benner kennt solche Vorfälle. „Jedes Jahr im Frühjahr zieht eine Karawane von falschen Dachdeckern durch die Region. Auch in Großhansdorf-Schmalenbeck sind sie schon aufgetaucht. Drei Mann haben einer Frau das Dach abgedeckt. Das gab ein Riesenpalaver“, erinnert er sich. Für zwei bis drei Stunden Arbeit sollte sie 1500 Euro zahlen. Das Fatale sei, dass man allein meist in diesem Moment nichts ausrichten könne, weil Dachziegel und Regenrinne schneller unten seien als man die Polizei rufen könne.

Ungebetenen Besuch hatte auch Gerd Dorendorf in Grabau. „Bei mir wollten sie die Dachrinne montieren. Die hatte ich aber gerade erneuert“, erzählt er. Vermutlich habe aber der Hund die Leute abgeschreckt, so dass sie nicht aufs Grundstück gekommen seien.

Dass sie selbst eingewilligt habe, das Dach richten zu lassen, weist Christine Köster strikt von sich. Sie hat ihr Dach inzwischen notgedrungen mit einer Plastikplane abdichten lassen, um ein kostengünstiges Angebot für eine neue Eindeckung zu suchen. „Tja, für mich ging es ja alles übel aus. Aber ich wollte wenigstens warnen, damit es anderen nicht auch so wie mir ergeht“, sagt die Mollhagenerin.

Von Dorothea von Dahlen

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