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Stormarn Universitätsgesellschaft bietet breites Wissen für das Volk
Lokales Stormarn Universitätsgesellschaft bietet breites Wissen für das Volk
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19:12 04.01.2018
Die Ortsgruppe lud 1928 zu einer Reichsgründungsfeier mit einem Kammerkonzert wie zu Zeiten am Hofe Friedrichs des Großen in das Kurhaus nach Bad Oldesloe ein. QUELLE: STADTARCHIV BAD OLDESLOE
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Bad Oldesloe

„Wie ist die Welt entstanden?“ oder „Die Welt des Okkulten“ lauteten in den Anfängen die Vortragstitel in Bad Oldesloe, die der Vorsitzende der heutigen Ortsgruppe Dr. Hartmut Jokisch aus Anlass des 100. Geburtstages der SHUG aus dem Archiv gesucht hat. „Die ersten noch erhaltenen Dokumente, die die „Ortsgruppe Bad Oldesloe und Umgebung“ betreffen, stammen von 1926 und befinden sich im Stadtarchiv von Bad Oldesloe“, so Jokisch. Ob die Ortsgruppe bereits vorher gegründet wurde, sei nicht bekannt. Der damalige Vorsitzende war Oldesloes Bürgermeister Dr. Gerhard Hayn. Diesem Umstand ist es wohl zu verdanken, dass überhaupt Dokumente aus jener Zeit in den „Sonderakten des Magistrats“ zu finden sind.

Wissen gehört zu den Dingen, die man teilen kann, ohne dass es weniger wird. Vor 100 Jahren gründete sich im Juli 1918 die Schleswig-Holsteinische Universitäts-Gesellschaft (SHUG). Sie hat sich zum Ziel gesetzt, mit regionalen Veranstaltungen Bürgern Einblicke in die Forschungsarbeit der Universität Kiel zu ermöglichen. Auch Bad Oldesloe ist dabei.

Die Arbeit der Universitätsgesellschaft wird laut deren Internetseite (www.shug.uni-kiel.de) von zwei Säulen getragen: der Bereitschaft der Kieler Universität und ihrer Hochschullehrer, mit Vorträgen im Land zum Wissenstransfer beizutragen, und von den ehrenamtlichen Mitarbeitern in den Sektionen, die die Veranstaltungen organisieren. Heute zählt die SHUG mehr als 5000 Mitglieder in 50 Sektionen in Schleswig-Holstein und Nordschleswig. Die Sektionen führen Einzelvorträge, Universitäts-Wochen, Mitglieder-Abende, Exkursionen oder sonstige Veranstaltungen für alle zugänglich durch.

Aus Bad Oldesloe ist überliefert, dass anfangs pro Jahr vier Vorträge aus 52 Angeboten ausgewählt werden konnten. Die archivierten Schriftstücke behandeln laut Jokisch den Schriftverkehr mit der Geschäftsstelle in Kiel über Vortragslisten und Vortragswünsche sowie Honorarabrechnungen. Weiter findet man Werbeschriften sowie Veranstaltungs-Anzeigen im „Oldesloer Landboten“, Einladungen an die Bürger (immer mit der Anrede „Euer Hochwohlgeboren“) und Mitgliederlisten.

So wurden anfangs zu Veranstaltungen der Universitätsgesellschaft 45 bedeutende Persönlichkeiten aus Bad Oldesloe wie Fabrikant Wex und seine Tochter Fräulein Else Wex oder Amtsgerichtsrat Fielitz, dazu die 14 Oldesloer Stadtverordneten und 61 Honoratioren aus Reinfeld und Nordstormarn, unter anderen Generalmajor a.D. von Schönaich, eingeladen. 1928 gab es bereits 105 Mitglieder in der Ortsgruppe. Deren Veranstaltungen beschränkten sich nicht nur auf die Vorträge, sondern waren auch Werbemaßnahmen zur Mitgliedergewinnung und für Spendeneinnahmen durch Theateraufführung mit Tanz und geselligem Beisammensein.

Interessant ist laut Jokisch die Zielsetzung der jungen Universitätsgesellschaft, die nur im Kontext der ersten Republik zu verstehen ist: „Die Universitätsgesellschaft erstrebt den „deutschen Wiederaufbau durch Zusammenfassung aller lebendigen Kräfte. Das kann nur durch Stärkung des Heimatgefühls geschehen. Daher ist die Parole: Durch Heimat zum Vaterland! wichtigste Aufgabe für unsere Provinz: Abwehr gegen die dänische Kulturpropaganda. Hierfür gilt es Waffen zu schmieden “, zitiert er aus den alten Unterlagen. Diese vaterländische Gesinnung werde unter anderem durch die Werbemaßnahme der Oldesloer Universitätsgesellschaft im Januar 1928 deutlich: Ein „Kammerkonzert am Hofe Friedrichs des Großen“ durch Musiker der Universität Kiel im Kurhaus von Bad Oldesloe – man setzte auf Preußen.

Die ersten Vorträge befassten sich mit „Vitaminen“ oder mit „Katholizismus und Protestantismus in der Gegenwart“ – Themen, so Jokisch, die durchaus auch in der Universitätsgesellschaft des 21.

Jahrhunderts behandelt werden. Im Dritten Reich wurde das Themenspektrum durch die Nazi-Ideologie stark eingeengt. Nach Kriegsende begann der Neustart 1948, hier liegen in Oldesloe keine weiteren Dokumente vor.

Heute gehört es zu den Zielen der Gesellschaft, die Universität in die Jugend- und Erwachsenenbildung einzubinden und die Beziehungen zwischen dem Land Schleswig-Holstein und der Universität zu pflegen. Einen besonderen Stellenwert haben die jährlich über 400 Vortragsveranstaltungen aus acht Fakultäten der Universität. Ein weiterer Schwerpunkt ist seit 1955 die Informationsveranstaltung Universität und Land: Studien-Informations-Tage zur Studienberatung.

Die beiden Vorgänger des jetzigen Sektionsleiters in Bad Oldesloe waren der Besitzer der Kurpark-Apotheke und später seine Frau. In dieser Zeit entstand eine Kooperation auf Organisationsebene (Raumnutzung, Plakatdruck) mit der Oldesloer Volkshochschule. 2014 übernahm Jokisch die Geschäfte des Sektionsleiters. Seit 2015 steht das Vortragsangebot auch auf Facebookt.

(www.facebook.com/Unigesellschaft.Oldesloe/.) Das Jahresprogramm ist in gedruckter Form in den Semesterprogrammen der Vhs zugänglich, außerdem liegt es in der Stadt-Info, in der Buchhandlung Willfang und im Kaktus aus.

Angebot der SHUG ist einzigartig

Die gemeinnützige Arbeit der Uni- Gesellschaft wird von mehreren Seiten gestützt: durch die Landesregierung, die Kommunen, durch Spenden der Wirtschaft und durch Mäzene, durch die Bereitschaft der Hochschullehrer, aktiv zum Wissenstransfer beizutragen, sowie durch das ehrenamtliche Engagement der Leitung der Sektionen.

Vor 50 Jahren wurde die SHUG-Sektion Bargteheide gegründet, weitere Sektionen in Stormarn gibt es in Ahrensburg, Großhansdorf und Trittau. Diese Form eines flächendeckenden Angebots der Erwachsenenbildung gibt es nur in Schleswig-Holstein.

Ein Vortrag über Malaysia steht am 25. Januar auf dem Programm der SHUG in Bad Oldesloe. Professor Dr. Ingmar Unkel hält einen Vortrag zum Thema „Malaysia – ein Tigerstaat im Sprung von gestern nach morgen“. Beginn ist um 20 Uhr im Bürgerhaus Bad Oldesloe.

Info: www.shug.uni-kiel.de

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