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Stormarn Unmut über Schimmel in Oldesloer Wohnung
Lokales Stormarn Unmut über Schimmel in Oldesloer Wohnung
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01:57 14.01.2017
Zaroui Hamida (r.) zeigt den Schimmel in der Wohnung ihrer Bekannten Arsalan Mehdey in Bad Oldesloe. Quelle: Foto: Von Dahlen

730 Euro warm kostet die Wohnung, die Arsalan Mehdey mit ihren Kindern an der Oldesloer Kurparkallee bewohnt. Kein richtiges Schnäppchen, zumal sie die gesamten 75 Quadratmeter nicht mehr nutzt. In einigen Zimmern bildet sich an der Tapete immer wieder Schimmel. Deshalb hält sie sich mit den Kleinen fast ausschließlich in einem Raum auf.

Unhaltbare Zustände, finden Mietberater Gerd-Günther Finck und seine Klientin Zaroui Hamida, die bis vor einigen Monaten noch im selben Mietshaus lebte. „In meiner Wohnung hatte ich auch starken Schimmelbefall im Kinderzimmer und in der Küche“, erzählt die Tunesierin.

Was passiert, wenn Schimmel sich ungehindert in einer Wohnung festsetzen kann, bekam die Familie zu spüren. „Die Kinder bekamen mit einem Mal Husten und fühlten sich schlapp“, berichtet Zaroui Hamida. Um der Sache auf den Grund zu gehen, ging sie mit ihnen zum Arzt. Er diagnostizierte Atemwegsbeschwerden, Bindehaut- und Nasenreizungen – alles allergische Reaktionen, die vom Schimmelbefall herrühren können.

In einem Attest, das der Redaktion vorliegt, hatte der behandelnde Arzt angeordnet, dass bei seinen Patienten auf trockene Wohnverhältnisse unbedingt geachtet werden müsse. Das hat Zaroui Hamida inzwischen eingelöst.

Sie ist weggezogen und hat nach eigenem Bekunden keinerlei Probleme mehr mit dem Wohnklima. Einige Möbel wie Matratzen und einen Schrank musste sie indes vor dem Umzug auf den Sperrmüll befördern.

Sie waren so stark verschimmelt, dass sie sich nicht mehr säubern ließen.

Obgleich die 42-Jährige nun selbst in besseren Verhältnissen lebt, ist ihr die Situation von Arsalan Mehdey nicht egal. Denn ihre Bekannte spricht nicht so gut deutsch und hat sich hilfesuchend an sie gewandt. „Ich weiß, was es heißt, so wohnen zu müssen“, sagt Zaroui Hamida. Sie gab Mehdey den Tipp, sich an die Öffentlichkeit zu wenden.

Die Hausverwaltung reagiert rasch, als die LN sie mit dem Problem der irakischen Familie konfrontiert. Grundsätzlich nehme es die Vonovia sehr ernst, wenn Kinder in dem Haus lebten, erklärt der Sprecher. „Wir gehen bei Schimmel in zwei Stufen vor. Zum einen ergreifen wir Sofortmaßnahmen. Das sind ganz profane Dinge. Wir händigen den Mietern beispielsweise Spray aus“, sagt Max Niklas Gille.

Außerdem begebe sich die Vonovia auf Ursachenforschung. „Es gibt Fälle, da liegen bauliche Mängel vor. Manchmal ist es aber auch ein falsches Lüftungsverhalten“, gibt der Sprecher an. Ihm zufolge hat auch schon ein Techniker die Wohnung inspiziert. Er räumt ein, dass in mehreren Räumen Schimmel entdeckt wurde, der aber nicht überall die gleichen Ursachen haben müsse. Denn im Kinderzimmer sei Wäsche aufgestellt gewesen, die auch für übermäßige Feuchtigkeit in Räumen sorge. „Aber wir prüfen natürlich, ob es nicht einen Schaden am Mauerwerk gibt. Und dann werden wir andere Maßnahmen ergreifen“, versprach Gille. In der den Mehdeys benachbarten Wohnung habe es übrigens auch Schimmel gegeben. Aber nachdem der Pilz im Mai beseitigt und die Wohnung gestrichen worden sei, sei das Problem nicht mehr erneut aufgetreten.

Auch zu Zaroui Hamida wurde ein Maler geschickt, als sie der Hausverwaltung vom Schimmelbefall in ihrer Wohnung berichtet hatte. Er sollte die Wände streichen. „Er hat das Mauerwerk mit einem Gerät getestet und festgestellt, dass die Luftfeuchtigkeit über 60 Prozent liegt und von außen ins Haus zieht. Er war sich sicher, dass der Schimmel nichts mit dem Lüften zu tun“, sagt Zaroui Hamida. Gegen den Schimmel sei aber nur eine Absperrfarbe aufgetragen worden, die so stark ausdünste, dass sie die Gesundheit ebenso schädige, wie der Pilz selbst.

Da Zaroui Hamida davon überzeugt ist, dass der Schimmel aufgrund baulicher Mängel aufgetreten ist, hatte sie die Miete gemindert und Schadensersatz für die verdorbenen Möbel gefordert. „Ich habe mehrfach bei der Hausverwaltung angerufen und Schreiben geschickt. Es kam aber keine Reaktion“, berichtet die frühere Mieterin der Kurparkallee 7. Sie hat deshalb den Mieterberater Gerd-Günther Finck eingeschaltet, damit er ihre Interessen gegenüber der Hausverwaltung vertritt.

 Dorothea von Dahlen

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