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„Uns Dörp Eik“: Die andere Geschichte

Bad Oldesloe „Uns Dörp Eik“: Die andere Geschichte

Eichedeer halten Anekdoten, Erinnerungen und eigene Recherchen in einer selbst gestalteten Broschüre fest.

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Hans-Ulrich Michaelsen am Gong und seine Mitstreiter. Der Gruppe gehören Landwirte, Lehrer, Handwerker und andere Berufsgruppen an. Sie beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Sportplätze, Dorffeste, Straßenbau, Handelswege und Gewerbe in Eichede.

Quelle: von Dahlen

Bad Oldesloe. Ein wenig furchteinflößend sieht er schon aus, der Gong, mit dem sich Hans-Ulrich Michaelsen auf Sitzungen Gehör verschafft. Die breite, silberne Metallklinge, die er mit einem Klöppel zum Schwingen bringt, schwebt über einem Holzbrett wie eine Guillotine. „Haha, das ist ein Pflugschar. Damit bearbeitet man den Boden“, sagt der Eichedeer kopfschüttelnd.

Auch der Standfuß des Gongs aus Eichenbohle sowie die Hufeisen von einem Kaltblut und einem Ochsen darauf – all das stehe symbolisch für sein Heimatdorf.

Hans-Ulrich Michaelsen leitet die Interessengruppe „Uns Dörp Eik“, der etwa 20 Eichedeer angehören. Den Klöppel schwingt er, wenn plötzlich alle gleichzeitig in Erinnerungen schwelgen und sich alles in Zwiegesprächen aufzulösen droht. Das Klönen steht aber dennoch an erster Stelle. Schließlich ist die Gruppe nicht allein an historischen Daten interessiert, sondern sammelt auch die Geschichten, die den Alltag der Eichedeer in längst vergangenen Zeiten ausmachte. Und dazu ist ein gegenseitiger Austausch die beste Ideenschmiede.

Gegründet hat sich die Gruppe anlässlich der Ersterwähnung Eichedes vor 750 Jahren, welche 2009 gefeiert wurde. Eine Gruppe um Hans-Uwe Michaelsen hatte damals die Idee, als lebendiges Schaubild den Eiker Markt wieder aufleben zu lassen. „Wir hatten sogar Vieh zum Handeln da und alte Gerätschaften aus der Landwirtschaft, wie sie früher genutzt wurden“, erzählt er. Das Projekt war erfolgreich, doch wie sich herausstellen sollte, zu aufwändig, um es Jahr für Jahr zu wiederholen so wie ursprünglich geplant. Die Begeisterung war aber angefacht und so blieb die Gruppe zusammen und machte sich fortan zur Aufgabe, Geschichten aus dem alten Eichede, aber auch aus der heutigen Zeit für die Nachwelt festzuhalten.

Zum Dorfjubiläum war zwar die Chronik „Steinburg – Einblicke in die Geschichte“ in Buchform erschienen, doch das war den Eichedeern nicht genug. „Darin steht genau, was wann geschah. Uns fehlte die menschliche Seite, wie die Leute hier früher gelebt haben und die kleinen Anekdoten“, sagt Hans-Ulrich Michaelsen. Diese Lücke schließt die Gruppe seit 2004 mit dem Heft „Uns Dörp Eik“. Erlebnisse aus der Schulzeit, dem Feuerwehralltag sowie Streiche kommen darin vor, aber auch Erzählungen von so skurrilen Zeitgenossen wie dem Eichedeer Hans Rau, der als selbsternannter „Eigentümer des Großdeutschen Reiches und Volkes“ sowie „König der Goten und Wenden“ von sich reden machte. In den 70er Jahren wurde er entmündigt, doch verhehlen die Geschichtsforscher nicht, dass der Mann für seine Zeit schon erstaunliche Visionen hatte, wie etwa den Bau von Windkraftwerken zur Stromgewinnung.

Einer der Beiträge befasst sich mit der Geschichte einiger Grabsteine auf dem Eichedeer Friedhof. Autor Rudolf Haydn war darauf gestoßen, dass sie verdienstvollen Pastoren gewidmet waren. Auf seine Initiative hin wurden die arg vernachlässigten Stelen wieder saniert. Joachim Stapelfeldt war ihm eine große Hilfe bei seinen Recherchen. Er war 20 Jahre Bürgermeister und hat alle möglichen Dokumenten gesammelt. Doch das war es nicht allein. Der Mollhagener ist in der Lage, die altdeutsche Schrift zu entziffern, was für seine Mitstreiter von unschätzbarem Wert ist.

Wie an jedem zweiten Donnerstag im Monat hat die Gruppe wieder die neue Ausgabe des Hefts besprochen, das Egbert Marenke, auf dem heimischen PC layoutet und in einer Auflage von 60 Exemplaren ausdruckt. Wolfgang Fischer, der syrische Flüchtlinge im Ort betreut, schreibt etwa, dass der Krieg schon oft Menschen, die ihr Heimatland verlassen mussten, nach Eichede geführt hat. „Das war 1943 so, als die ersten ausgebombt wurden und auch 1914.“

Das neue Heft „Uns Dörf Eik“ erscheint übrigens im Dezember.

Vergnügliche Leckerbissen für Plattsnacker

Plattsnackers uppassen: Der Heimatbund Stormarn veranstaltet zum 16. Mal die Plattdeutschen Tage. NDR-Moderator Jan Graf eröffnet die Reihe am Freitag, 23.

September, um 19.30 Uhr im Stadthaus Bargteheide mit „Hett jo noch mol goot gahn“.

Im Reinfelder Kulturladen, Paul-von-Schoenaich-Straße 40, geht es musikalisch am 24. September weiter. Die Gruppe „Swing op de Deel“ (Banjo, Gesang, Bass, drums) spielt ab 19.30 Uhr;(Vorverkauf in der Buchhandlung Michaelis). Einen Gottesdienst auf Platt hält Pastor Cord Denker am Sonntag, 25. September ab 10 Uhr in der Kirche Zarpen. „Leder und Vertellen“ heißt es bei Peter Paulsen im Gemeindezentrum Elmenhorst am 26. September.

Hafengeschichten bringt Heinz Tiekötter im Bürgerhaus Barsbüttel am 27. September ab 19.30 Uhr zum Besten. Zur selben Zeit gibt sich Ilka Brüggemann vom NDR am Mittwoch, 28. September, im Todendorfer Mehrzweckhaus die Ehre. Ihr Motto: „De Alldag kann mi mol!“ Sogar die bildende Kunst kommt nicht zu kurz. Im Bargteheider Stadthaus referiert Hans Thomas Carstensen ab 19.30 Uhr über Ernst Ludwig Kirchner.

„Tööv mol even“ heißt das Programm von Gerd Spiekermann am 30. September im Bürgerhaus Timmerhorn ab 19.30 Uhr. Die Kupfermühle in Glinde ist am 1. Oktober ab 16 Uhr Schauplatz eines vergnüglichen Nachmittags mit den Glinner Möhlensnackers. „Buer“ Matthias Stührwoldt „vertellt“ am 4. Oktober ab 19.30 Uhr im Gemeindezentrum Hammoor „Vun Vadder un mi“. Auch im Oldesloer Bürgerhaus machen Plattsnacker Station. Matthias Stührwohld singt und erzählt am 6. Oktober über „Wenn dat mit de Leev nich weer“.

Den Abschluss bildet ein Abend mit Entertainerin Anni Heger. Sie tritt am 7. Oktober ab 19.30 Uhr in der Trittauer Wassermühle mit dem Programm „Dat harr blond so eenfach ween kunnt auf; Vorverkauf im Rathaus unter Telefon 04154/80790. Alle anderen Karten gibt’s an der Abendkasse.

 Dorothea von Dahlen

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