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Stormarn Unterstützung für die Praxis ohne Grenzen
Lokales Stormarn Unterstützung für die Praxis ohne Grenzen
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23:54 19.05.2017
Geld, das die Praxis ohne Grenzen gut brauchen kann: (v. l.) Susanne Blaue, Dr. Uwe Denker, Andrea Bretschneider und Dirk Rasenack mit dem symbolischen Spendenscheck von Aspen. Quelle: Foto: Mt
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Bad Oldesloe

„Die Zahl unserer Patienten ist deutlich größer geworden“, sagt Dr. Uwe Denker. Der Allgemeinmediziner hatte 2010 in Bad Segeberg eine Praxis ohne Grenzen eröffnet, um Kranke ohne Versicherungsschutz kostenlos zu behandeln. Diese wichtige Tätigkeit ist jetzt mit einer Spende von 500 Euro von der Firma Aspen in Bad Oldesloe unterstützt worden.

Die rund 420 Mitarbeiter hatten zum Jahreswechsel noch einmal ordentliche ihre Büros und Arbeitsplätze aufgeräumt, um sich von Utensilien zu trennen, die nicht mehr benötigt wurden. „Gläser, Teelichter oder auch alte Kameras sind dabei zusammen gekommen“, sagte Personalchefin Susanne Blaue. Diese Fundstücke wurden dann von den Mitarbeitern erworben. Das Unternehmen, das als Tochterunternehmen eines südafrikanischen Konzerns in Bad Oldesloe Tabletten, Flüssigkeiten und Ampullen für den weltweiten Markt produziert, hat dann den Reinerlös verdoppelt. Die Idee, die Praxis ohne Grenzen zu unterstützen, kam von einer jungen Kollegin.

Uwe Denker und seine weiteren Ehrenamtler sind auf diese wichtige Unterstützung angewiesen: „Denn Miete und Geräte müssen auch in unserer Praxis bezahlt werden. Wir sind wie ein Allgemeinmediziner ausgestattet.“ Der Arzt geht davon aus, dass mittlerweile rund zwei Millionen Menschen in Deutschland leben, die sich nicht auf den Schutz einer Krankenversicherung verlassen könnten. Dabei gehe es vor allem um Selbstständige, die hohe Beträge nicht mehr finanzieren könnten.

Nach den Erfahrungen wird die Praxis in Bad Segeberg von Patienten aufgesucht, die selbst weite Weg in Kauf nehmen. Sie wollen dabei auf ihre Anonymität achten – niemand im sozialen Umfeld soll wissen, dass man sich eine ärztliche Behandlung nicht leisten könne. „Viele Kranke sind schon seit etlichen Jahren nicht mehr bei einem Arzt gewesen. Wir hatten Fälle von Zuckerkrankheit, bei denen ein Zeh amputiert werden musste“, sagte Dr. Denker.

Aspen will nach eigenen Angaben weiterhin soziale Projekte fördern. „Auch unsere Aktionen zum weltweiten Nelson-Mandela-Tag widmen sich diesen Einrichtungen“, erklärten die Werksleiter Andrea Bretschneider und Dirk Rasenack. Zu hoffen sei, dass Uwe Denker weiterhin die Sprechstunde für Menschen ohne Krankenversicherung aufrecht erhalten können und sich viele Förderer und Spender fänden.

Weitere Infos gibt es im Internet unter www.praxisohnegrenzen.de.

 mt

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