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Stormarn VIER FRAGEN AN...
Lokales Stormarn VIER FRAGEN AN...
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18:25 04.06.2016
... Marie-Christin Schwarz. Sie arbeitet als Diätassistentin.

1 Sie engagieren sich im Landesjugendring und haben die Landjugend Stormarn auf die Beine gestellt. Wie kamen Sie zum Ehrenamt?

Meine Eltern waren schon in der Landjugend und haben mir geraten, auch beizutreten. Sie haben gesagt, das bringt Spaß und sie hatten Recht. Mit 16 bin ich der Landjugend Wakendorf II beigetreten und anschließend nach Reinfeld gewechselt. Damals gab es die Organisation nur in Bad Segeberg. Das wollte ich ändern und habe mit die Kreisgruppe Stormarn gegründet und lange betreut. Dann bekam ich das Angebot, beim Landesjugendring mitzuwirken. Heute bin ich stellvertretende Vorsitzende für die Dauer von zwei Jahren.

2 Was ist das Besondere an der Landjugend, das junge Menschen anzieht?

Auf dem Dorf gibt es nicht so viele Angebote, also organisieren die Jugendlichen ihre Freizeit selbst. Das ist einerseits eine Herausfordung, fördert aber auch die eigene Kreativität. Eigentlich macht jeder alles. Auch ich habe schon am Tresen mitgeholfen bei Festen. Wichtig ist, dass sich die Mitglieder der Landjugend komplett selbst finanzieren. Bei größeren Kampagnen sammeln wir auch für gemeinnützige Ziele. Im Dithmarschen haben wir geholgen, zwei Hektar Wald aufzuforsten.

3Es gibt wissenschaftliche Erhebungen, dass ehrenamtlich Engagierte Menschen glücklicher sind, weniger Depressionen haben. Können Sie das nachvollziehen?

Durchaus. Manche Leute denken, es sei ein Zwang, gemeinnützig tätig zu sein. Sie denken, sie geben etwas weg, beziehungsweise bei ihnen entstünde ein Mangel, wenn sie etwas für andere tun. Nach meinen Erfahrungen ist aber das Gegenteil der Fall. Gebe ich eine Hand, bekomme ich fünf zurück. Man lernt viele neue Leute kennen. Wenn ich durch Deutschland reise, gibt es fast überall Leute, die ich besuchen könnte. Außerdem formt das Ehrenamt die Persönlichkeit. Man lernt schon früh im Team zu arbeiten und auch Vorhaben gegenüber Politikern überzeugend darzustellen und durchzusetzen.

4 Skeptiker sagen, das Ehrenamt könnte in 10, 15 Jahren durch Nachwuchsmangel leiden. Was sagen Sie dazu?Ich gehöre zum Glück zu der Generation, die sich noch mit Menschen im direkten Umfeld unterhält und etwas tun will, statt ständig aufs Smartphone zu schauen. Wenn die Entwicklung so weitergeht, dass Jugendliche nur noch mit dem Handy befasst sind, stellt sich die Frage, wie man sie motivieren kann, es beiseitezulegen und mitzumachen. Ein Problem ist vielleicht auch, dass so wenig über das Ehrenamt bekannt ist und die Leute falsche Vorstellungen haben. Das liegt aber oft auch an den Aktiven in Vereinen und Verbänden, die zu bescheiden sind, ihre Arbeit an die große Glocke zu hängen.

LN

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