Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn VSW jetzt unter weiblicher Führung
Lokales Stormarn VSW jetzt unter weiblicher Führung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:06 03.01.2013
Nicole Marquardsen, die neue Geschäftsführerin des Verbandes der Südholsteinischen Wirtschaft, in ihrem Büro in Reinbek. Quelle: K. Kuhlmann-Schultz

Frauen in Führungspositionen — in den Unternehmen und in der Politik ein heiß umstrittenes Thema. Beim Verband der Südholsteinischen Wirtschaft (VSW) ist das keines mehr. Nicole Marquardsen leitet seit 1. Januar den Verband, der mehr 300 Mitgliedsfirmen zählt.

Die 43-jährige Juristin ist beim VSW keine Unbekannte. Seit 15 Jahren arbeitet die Hamburgerin bei dem Verband in Reinbek, rückte 2005 als zweite Geschäftsführerin neben Axel Stehr auf. Der wurde jetzt in den Ruhestand verabschiedet, und der Vorstand des Verbandes hat sich für Marquardsen als seine Nachfolgerin auf Platz eins entschieden.

Das Gesicht des VSW ist jetzt also weiblich, und könnte damit eine gute Vorlage für Unternehmen liefern. Denn „es gibt einen sehr geringen Anteil an Frauen als Geschäftsführerinnen“, so Marquardsen.

Genau 31 sind gelistet, im Rest der 328 Mitgliedsfirmen des VSW geben Männer den Ton an. Sie alle eint, dass sie sich vom VSW beraten lassen. „Wir übernehmen die Rechtsberatung und Prozessvertretung der Mitglieder in arbeitsrechtlichen Fragen“, erklärt die neue Geschäftsführerin. Aber nicht nur das, auch die wirtschaftliche Beratung nimmt einen breiten Raum ein bei der Betreuung der Mitglieder, es werden Seminare zur Weiterbildung angeboten, die Nachwuchsförderung steht genauso im Fokus wie die wirtschaftspolitische Vertretung. „Wir versuchen herauszufiltern, was sind die aktuellen Projekte, was können wir als Verband tun, immer mit der Zielsetzung, die Landesregierung zu erreichen.“ Beispielsweise für die Nordtangente von Ahrensburg.

„Da versuchen wir etwas zu bewegen, aber es gibt starke Widerstände.“ Stormarn sei zwar wirtschaftlich ein starker Kreis, grundsätzlich sei die Infrastruktur aber ein Problem und müsste dringend verbessert werden — das ginge nur mit der öffentlichen Hand. Die Anzahl der Industrieansiedlungen sei „hochgradig“ erfreulich, aber „die Infrastruktur kommt nicht nach“. Marquardsen nennt zwei Beispiele: die Kreisstraße 80, die jeder nutzen müsse, der von der A 24 in Richtung Reinbek oder Barsbüttel abfahre. „Die ist morgens komplett dicht.“ Oder aber auch der weitere Ausbau der B 404 zur A 21. Die Fehmarnbelt-Querung werde gebaut, aber „wo ist die Infrastruktur dazu“? Die Geschäftsführerin des VSW schließt nicht aus, dass sich der Unternehmerverband der Initiative „A21 jetzt“ anschließt, zu der die Industrie- und Handelskammern Lübeck, Braunschweig und Lüneburg-Wolfsburg, die Handelskammer Hamburg, der Nordland-Autobahn-Verein und der ADAC gehören.

Für die Unternehmen ein weiteres Problem, an dem der VSW auch unter Marquardsen weiter hart arbeitet, ist die Breitbandversorgung, die Versorgung mit einem schnellen Internet. Das sei in nahezu allen Regionen des Kreises Stormarn ein Problem. Wer eine große Datenmenge zu versenden habe, der habe Schwierigkeiten. „Wir versuchen Firmen zusammenzubringen, damit sie als Zusammenschluss Leitungen verlegen lassen können.“ Allein für den Bereich Oststeinbek müssten es 40 Unternehmen werden, die einen Verbund gründen, sonst werde es zu teuer.

Marquardsen, die eine kleine Tochter hat, liegt natürlich die Unterstützung der Familien am Herzen. Da schließt sich letztlich wieder der Kreis zu Frauen in Führungspositionen, betrifft aber letztlich alle Frauen, alle Familien. „Defizite gibt es nach wie vor in der Kinderbetreuung, die Angebote sind unzureichend und nicht flexibel genug.“ Ihr Kind ist privat versorgt, ihr Mann selbstständig und damit flexibel. Eine privilegierte Situation, gleichwohl kennt Marquardsen die Probleme. Und sorgt dafür, dass beispielsweise die Stiftung Beruf und Familie Stormarn und ihre Aktivitäten auf den Regionaltreffen vorgestellt wird. „Das können wir gar nicht häufig genug machen.“

Für Nicole Marquardsen ist die neue Rolle , die sie spielen wird, eine „absolute Herausforderung“. Sie will den Mitgliedern des VSW künftig mehr bieten. „Wir wollen Produkte, die von allen Firmen benötigt werden, günstiger anbieten können, als es die normalen mittelständischen Unternehmen am Markt erwerben können.“ Etwa einen internen Stellenmarkt, gerade im Hinblick auf den Fachkräftemangel, oder auch eine Job-Börse.

Kerstin Kuhlmann-Schultz

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Rettungsleitstelle Süd verzeichnete rund 200 Einsätze.

03.01.2013

Ein 76-jähriger Mann ist heute früh aus der Asklepios-Klinik in Bad Oldesloe getürmt und wird seitdem vermisst.

03.01.2013

Folgenschweres Wendemanöver auf der Autobahn: Ein Lastwagenfahrer fährt mit seinem 40-Tonner in falscher Richtung auf die A1. Er bemerkt den Fehler und wendet. Mit dem querstehenden Sattelzug kollidieren mehrere Autos. Zwei Menschen sterben.

02.01.2013
Anzeige