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Stormarn Verband stimmt gegen Neubau für das Blaue Haus
Lokales Stormarn Verband stimmt gegen Neubau für das Blaue Haus
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20:26 08.12.2015
Zusätzlich zur Betreuung im Blauen Haus gab es bisher eine Containerlösung. Der Mietvertrag läuft aber aus und wird nicht verlängert. Quelle: kks

Die Fassungslosigkeit ist auch einem Tag nach der Schulverbandsversammlung in Trittau noch groß: Die Mehrheit der Mitglieder des Amtsverbandes lehnten bei den Haushaltberatungen die Investition für einen Neubau des Blauen Hauses ab. Nur die Trittauer Vertreter stimmten für den 1,1 Millionen Euro teuren Neubau, in dem die Kinder im Rahmen der offenen Ganztagsschule nach dem Unterricht betreut werden.

„Ich bin entsetzt über die Kurzsichtigkeit des Schulverbandes“, erklärte die Vorsitzende Ute Welter-Agatz. Durch die Entscheidung gegen einen Neubau sei das Konstrukt der Offenen Ganztagsschule im Schulzentrum gefährdet. „Hier wurde überhaupt nicht an das Wohl der Kinder gedacht.“ Sprachlos mache sie, dass erst vor zwei Wochen, im Arbeitsausschuss des Schulverbandes, die Mehrheit für den Bau gestimmt habe. Der 1,1 Million Euro teure Bau „hätte gar keine finanziellen Auswirkungen auf diese Gemeinden gehabt“, die dagegen gestimmt hätten, so Welter-Agatz. Gerade erst habe es es eine entsprechende Satzungsänderung gegeben. „Sie haben den größten Zahler im Schulverband, nämlich Trittau mit 80 Prozent der Kosten, einfach überstimmt. Wir müssen sehen, wie wir mit dem Affront umgehen.“

In den Augen der Trittauer ist der Neubau nötig, weil Anmeldungen für die Betreuung im Rahmen der Offenen Ganztagsschule rasant ansteigen. Für dieses Schuljahr war es erst in letzter Sekunde gelungen, alle Schüler für die Betreuung anzunehmen. Aber bereits bei den ersten Diskussionen im Herbst wehrten sich Großensee, Lütjensee und Grönwohld, Gemeinden, die einen eigenen Schulverband betreiben, gegen eine höhere Verschuldung des Schulverbandes. Der Ausbau des Gymnasiums, die Erweiterung der Hahnheide-Schule und die Brandschutzsanierung an der Mühlau-Schule — die Kreditaufnahme ist in den vergangenen sieben Jahren von zwei Millionen Euro auf mehr als neun gestiegen. „Wir sehen kein Ende“, so Karsten Lindemann-Eggers, Bürgermeister in Großensee. Und betont, „wir werden die Eltern nicht im Stich lassen“. Er möchte für die Betreuung die Klassenräume der Schulen nutzen.

Trittaus Bürgermeister Oliver Mesch sprich von einer „irrationalen Entscheidung“, die die Mehrheit der Schulverbandsmitglieder getroffen hätten. „Es ist kritisch zu bewerten, wenn man Lösungen nicht mitträgt, die man vorher gemeinsam erarbeitet hat.“ Eine Lösung wäre jetzt, Trittau baut selbst und vermietet an den Schulverband. Aber das, so Welter-Agatz, werde für den Schulverband viel zu teuer.

K. Kuhlmann-Schultz

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