Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Vertrag für Asylheim soll gekündigt werden
Lokales Stormarn Vertrag für Asylheim soll gekündigt werden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:15 22.06.2017
Die ehemalige Unterkunft für Asylbewerber steht seit einem Jahr leer und ist sanierungsbedürftig. Quelle: Foto: Km
Bad Oldesloe

Das Gebäude in der Kampstraße mit Wohnraum für 62 Menschen steht seit Juni 2016 leer. Rund 240 000 Euro kostet die Gemeinschaftsunterkunft den Kreis pro Jahr. Diese Kosten wurden bisher vom Land zu 70 Prozent erstattet. Das hat aber nun signalisiert, dass es einer Verlängerung des Vertrags nicht mehr zustimmen würde. Eine Kündigung wäre mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende möglich. Der ASB hat schon die Bereitschaft zu einer vorzeitigen Auflösung der Vereinbarung zum 30. September signalisiert.

„Das Heim ist seit den 90er-Jahren in Betrieb und sollte eigentlich Wohnraum für sechs Monate als Übergang bieten“, erläuterte die Ausschussvorsitzende Margot Sinning (SPD). „Die Flüchtlingssituation hat sich inzwischen aber verändert, das Heim ist nicht mehr belegt, und es besteht ein erheblicher Sanierungsbedarf.“ Gleichzeitig wolle der ASB das Haus verkaufen, weil in unmittelbarer Nachbarschaft ein neues Wohngebiet entstehe. Zwar waren sich alle Ausschussmitglieder einig, das Haus aufzugeben, einige Nachfragen gab es aber doch. „Die Situation kann sich wiederholen“, gab Thomas Bellizzi (FDP) zu bedenken, „haben wir dafür einen Plan B?“

Landrat Henning Görtz sieht die Lage entspannt. „Derzeit sind in den Kommunen noch viele Flüchtlingsunterkünfte vorhanden“, sagte Görtz, „bei einer erneuten großen Flüchtlingswelle helfen auch 62 Plätze nicht.“ Vielmehr habe es sich bewährt, dass der Kreis die Kommunen dabei unterstützt habe, Unterkünfte vor Ort zu finden. „Eine dezentrierte Unterbringung ist auch weiterhin das Ziel. Die Einrichtung zu behalten, macht keinen Sinn, Kaffeeleserei auch nicht.“ Christian Rink (SPD) ergänzte: „Unser größtes Problem heute ist die Integration.“

Ziel der Unterbringung in einer anerkannten Gemeinschaftsunterkunft war es, die kommunale Erstaufnahme zu unterstützen, erste Integration zu leisten und die Menschen auf ihren Umzug in die Kommunen vorzubereiten. 2015 waren mit 2336 Menschen die meisten Asylsuchenden in den Kreis Stormarn gekommen. Im vergangenen Jahr war es mit 1069 Personen nur noch knapp die Hälfte. Die Verwaltung geht davon aus, dass im aktuellen Jahr rund 1600 Asylsuchende dem Kreis zugewiesen werden. Endgültig wird der Kreistag über das Thema befinden, der sich am Donnerstag um 18 Uhr trifft.

 Bettina Albrod

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!