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Stormarn Viel Applaus für die neuen Azubis
Lokales Stormarn Viel Applaus für die neuen Azubis
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22:26 27.09.2017
Kai Boysen, Obermeister der Baugewerbe-Innung (l.), hat alles im Blick, als sich Maximilian Bahnsen (r.) in die Handwerksrolle einträgt. Quelle: Foto: Dreu
Bad Oldesloe

Mit stehenden Ovationen von Eltern und Ausbildern, von Vertretern der Geldinstitute und der Innungen, der Wirtschaft, der Handwerkskammer Lübeck und des Kreises Stormarn wurden die Jugendlichen beim Einmarsch in die Halle in Empfang genommen. Damit unterstrich die Kreishandwerkerschaft einmal mehr, dass eine Ausbildung in einem Handwerksberuf einen ganz besonderen Stellenwert hat.

„Sie haben sich für eine Lehre in einem Handwerksbetrieb entschieden. Das war eine gute Wahl, denn das Handwerk bleibt modern und zukunftsorientiert. Sie bekommen eine Ausbildung, die ihresgleichen in der Welt sucht“, sagte Kreishandwerksmeister Björn Felder, der dabei das duale Ausbildungssystem mit Praxiserfahrung in den Betrieben und theoretischem Input in den Berufsschulen pries.

Jedoch seien nicht überall die Chancen so gut wie in Deutschland, betonte Felder. „Die Jugendarbeitslosigkeit ist in der Europäischen Union so hoch, dass man bereits von einer verlorenen Generation spricht. Bei den 15- bis 24-Jährigen liegt die Arbeitslosigkeit im EU-Durchschnitt bei rund 17 Prozent. In Griechenland und Spanien sind es zurzeit um die 40 Prozent. In Deutschland dagegen liegt die Quote nur bei 6,5 Prozent“, führte der Kreishandwerksmeister am Dienstag aus.

Von dem in vielen Bereichen beklagten Fachkräftemangel war in der Stormarnhalle nichts zu spüren. Im Gegenteil: Hatten die Handwerksbetriebe im Kreis Stormarn im vergangenen Jahr noch 335 Nachwuchskräfte ausgebildet, waren es mit Stand vom 31. August diesen Jahres 418 Ausbildungsverträge, die unterzeichnet wurden.

Wie kam es zu dem Wandel von eindringlichen Appellen, einen Handwerksberuf zu ergreifen, hin zu einem Plus von 83 Auszubildenden? Die Antwort gaben die vielen Handwerkerazubis mit Migrationshintergrund, die stolz zwischen ihren neuen Kollegen saßen. „Aktuell haben wir im Kreis Stormarn 65 Jugendliche unter den Auszubildenden, die aus den derzeitigen Krisenherden geflüchtet sind. Das sind immerhin 15 Prozent“, sagte Marcus Krause, Geschäftsführer der Handwerkskammer Stormarn auf Nachfrage der Lübecker Nachrichten. Über die Gesamtzahl der Stormarner Auszubildenden freut sich Krause ganz besonders: „Das ist ein Zuwachs von 25 Prozent. Damit sind wir in Schleswig-Holstein spitze.“

„Im Kreis Stormarn gibt es genug zu tun“, befand Kreispräsident Hans-Werner Harmuth, für den das Handwerk ein wichtiger Wirtschaftszweig ist, der zum Wachsen des Kreises beitrage. Deshalb auch habe der Kreis Stormarn seinen Beitrag geleistet. „Die beruflichen Schulen in Bad Oldesloe und Ahrensburg wurden ausgebaut und modernisiert“, so Harmuth.

Richtig feierlich wurde es, als die Obermeister und ihre Stellvertreter der einzelnen Handwerksinnungen eine Kerze anzündeten und die Innungsladen öffneten. In langen Schlangen standen die Handwerker von morgen an, um sich in der Handwerksrolle zu verewigen. Björn Felder schloss die Einschreibungsfeier mit den Worten, mit denen er sie begonnen hatte: „In Ehrbarkeit, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit.“

Gesellen geehrt

Während die neuen Handwerker-Azubis ihre Lehre noch vor sich haben, wurden drei Gesellinnen für ihre herausragenden Prüfungsergebnisse mit einer Zuwendung der Otto-Löw-Stiftung belohnt: Mitja Meier (Maler- und Lackiererin), Katharina Sensse (Anlagenmechanikerin) und Lynn Pelz, die ihre Ausbildung zur Zimmerin bei Gustav Jannsen in Meddewade absolviert hat.

Nick Becker, Majed Alsuhli und Florian Klisch waren die glücklichen Gewinner je eines I-Phone8. pd

 Petra Dreu

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