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Viele Senioren im Job: Auch mit 65 noch kein altes Eisen

Bad Oldesloe Viele Senioren im Job: Auch mit 65 noch kein altes Eisen

Betriebe mit vollen Auftragsbüchern und eine nur geringe Arbeitslosenquote — im wirtschaftlich starken Stormarn werden qualifizierte Mitarbeiter offensichtlich dringend gesucht. Deshalb bleiben auch viele Arbeitnehmer, die bereits 65 Jahre oder sogar älter sind, weiterhin im Berufsleben. Ihre Zahl ist im vergangenen Jahr deutlich gewachsen.

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Heike Grote-Seifert.

Quelle: Fotos: Ln-Archiv

Bad Oldesloe. Die Zahl der älteren Erwerbstätigen ist innerhalb von zwölf Montane um 7,3 Prozent gestiegen, und zwar im Zeitraum von Juni 2014 bis Juni 2015. Das belegen die Zahlen der Agentur für Arbeit.

Erfreulicherweise nahm auch die Gesamtzahl der insgesamt sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Stormarn zu — dies allerdings nur um 1,8 Prozent.

Nach den aktuellen Daten gibt es 749 Mitarbeiter im Alter von 65plus, die noch im Job sind. Der Anteil der Männer ist mit rund 67 Prozent deutlich höher als der von Frauen. Vor allem der Handel nutzt dabei die Erfahrungen älterer Arbeitnehmer. Hier haben mehr als 180 derzeit eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. An zweiter Stelle folgt dann das verarbeitende Gewerbe mit knapp 140 Jobs. In anderen Branchen sind die Senioren dagegen kaum zu finden — so an letzter Stelle im Bereich Information und Kommunikation mit gerade einmal acht Arbeitnehmern 65plus. Auch das Finanz- und Bankenwesen bietet offensichtlich keine Jobchancen mehr — ebenfalls mit nur acht Beschäftigten.

Für den deutlichen Anstieg der Zahl älterer Arbeitnehmer gibt es nach Angaben der Oldesloer Arbeitsagentur mehrere Gründe. „Viel haben den Wunsch, aktiv bleiben zu wollen. Und es gibt den Bedarf in den Unternehmen, die in wirtschaftlich guten Zeiten verstärkt auf ältere Mitarbeiter zurückgreifen möchten“, betonte Agentur-Sprecher Stefan Schröder.

Darüber hinaus gebe es finanzielle Aspekte. Stefan Schröder wies auf die erfolgte Anhebung der Altersgrenze für den Rentenbeginn hin. Mit dem späteren Einstieg bei einem Bezug der Altersversorgung könnten die Ansprüche erhöht werden. Außerdem könnten Einbußen bei den Rentenzahlungen vermindert werden, wenn sie eben nicht vorzeitig in Anspruch genommen werden.

Die Zahl der älteren Arbeitnehmer ist von Juni 2014 bis Juni 2015 in Stormarn um 7,3 Prozent gestiegen, landesweit nahm diese Zahl sogar um 14,5 Prozent zu. Allerdings beträgt der Anteil der Senioren an der gesamten Arbeitnehmerschaft 0,9 Prozent in Stormarn, in den anderen Kreisen und kreisfreien Städten dagegen nur 0,8 Prozent. „Wir lagen also schon auf einem höheren Anteilsniveau als auf Landesebene“, stellte Stefan Schröder fest. Die anderen Regionen im nördlichsten Bundesland hätten deshalb in der jüngeren Vergangenheit etwas aufgeholt.

Wenn Unternehmen ältere Menschen weiterhin beschäftigen, besteht nicht unbedingt das Risiko, dass Senioren häufiger am Arbeitsplatz fehlen. Ältere Beschäftigte erkrankten seltener als jüngere, aber ihre Arbeitsunfähigkeiten dauerten länger, hat die Krankenkasse IKK classic errechnet. Mit zunehmendem Alter würden eher chronische und altersbedingte Erkrankungen zu Arbeitsunfähigkeiten führen. Der demografische Wandel in der Arbeitswelt und die sukzessive Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre machten es notwendig, dass sich Unternehmen stärker für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter engagierten.

Zehn Prozent mehr Lehrstellen
Viele Unternehmen sind nach Angaben der Arbeitsagentur bereits auf der Suche nach den Lehrlingen für den Ausbildungsbeginn im Herbst. Aktuell mehr als 1500 gemeldete Ausbildungsstellen, das seien zehn Prozent mehr als im Vorjahr zu diesem Zeitpunkt, zeigten, dass immer mehr Betriebe mit der Nachwuchsgewinnung frühzeitig beginnen wollen. Auch Jugendliche sollten spätestens jetzt nach dem Erhalt der Halbjahreszeugnisse aktiv werden. Aktuell sind 1428 junge Menschen als Bewerber für Ausbildungsstellen im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe gemeldet, 57 mehr als im Vorjahr.
Stormarn behauptet seine Spitzenposition
Der Arbeitsmarkt im Kreis Stormarn ist in Hochform. Auch im Januar bleibt die Arbeitslosenquote mit 3,9 Prozent weiterhin unter der Vier-Prozent-Marke. Das ist der geringste Wert seit 1997. Vor einem Jahr lag die Quote bei exakt vier Prozent. Die aktuelle Entwicklung im Kreis ist deutlich besser als anderenorts. Auf Bundes- und Landesebene stieg die Quote im Vergleich zum Dezember um jeweils 0,6 Prozentpunkte — in Stormarn nur um 0,3. Landesweit sind zurzeit sieben Prozent der Arbeitnehmer ohne Job, in Deutschland sind es 6,7 Prozent.
Im Januar waren im Kreis Stormarn 4884 Menschen arbeitslos gemeldet, 340 mehr als im Dezember. Es gibt weiterhin ein deutliches Süd-Nord-Gefälle. Die Geschäftsstelle Ahrensburg hat unverändert die niedrigste Arbeitslosenquote im Bezirk der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Mit 3,2 Prozent ist sie gegenüber dem Dezember um 0,2 Prozentpunkte gestiegen. Insgesamt waren im Bereich der Geschäftsstelle 1638 Menschen arbeitslos gemeldet, eine Zunahme um 110 zum Vormonat. Im Januar 2015 betrug die Arbeitslosenquote noch 3,5 Prozent.
Im Raum Reinbek ist die Arbeitslosenquote auch um 0,2 Prozentpunkte gestiegen und beträgt 3,8 Prozent. Insgesamt waren 2057 Menschen ohne Job, 130 mehr als im Dezember. Im Vorjahr waren 24 Menschen weniger arbeitslos, die Arbeitslosenquote lag ebenfalls bei 3,8 Prozent.
Im Bereich der Hauptagentur in Bad Oldesloe waren im Januar 1784 Menschen arbeitslos gemeldet, 108 mehr als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote ist gegenüber Dezember um 0,3 Prozentpunkte gestiegen und beträgt 4,6 Prozent — im Vorjahr 4,5.
„Der Anstieg der Arbeitslosigkeit im Januar ist üblich. Aufgrund auslaufender Kündigungsfristen und befristeter Arbeitsverhältnisse sowie von Arbeitslosmeldungen junger Fachkräfte nach Ausbildungsabschluss sind nach dem Jahreswechsel regelmäßig mehr Menschen auf Arbeitssuche. Auch mehr Flüchtlinge haben sich gemeldet“, erklärt jetzt Dr. Heike Grote-Seifert, Chefin der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bad Oldesloe. Die Zunahme von arbeitslosen Menschen zum Vormonat sei der niedrigste Anstieg zu einem Jahreswechsel seit 2006/2007. mt
Termine mit Berufsberatern per Mail (badoldesloe.151-u25@arbeitsagentur.de) abmachen oder telefonisch unter 0800/4555500.

Michael Thormählen

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