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Stormarn Viele Sprachen verleihen der Kinderstadt internationales Flair
Lokales Stormarn Viele Sprachen verleihen der Kinderstadt internationales Flair
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20:10 25.06.2013
Ahrensburg

„Head ööd“ wünscht Hanna aus Villandi auf Estnisch, und Denise und Lena antworten „Gute Nacht“, während Betreuerin Cristina „Buenas Noches“ beisteuert. Jetzt könnte man noch Idil aus der Türkei, Denise aus Tschechien, Gabriella aus Mexiko, eine Schweizerin, den russischen Betreuer oder die kleinen Engländer mit „Good Night“ zu Wort kommen lassen, denn die Kinderstadt Stormini 2013 ist international.

„Wir wählen jedes Jahr ein anderes Schwerpunktthema“, erklärt Ansgar Büter-Menke vom Kreisjugendring Stormarn, der zusammen mit der Stadt Ahrensburg, dem Stadtjugendring Ahrensburg, der Grundschule Am Schloss und der Woldenhorn-Schule zum sechsten Mal das Planspiel Kinderstadt Stormini organisiert. Eine Woche leben 239 Kinder mit knapp 200 Betreuern in einer Zeltstadt in Ahrensburg, wo sie spielerisch an das Thema Demokratie herangeführt werden. 2013 liegt der Schwerpunkt auf „Internationaler Welt“.

Aus der sind vier Kinder aus Ahrensburgs Partnerstadt in Estland dabei, zusätzlich sind zehn junge Betreuer über ein internationales Workcamp bei dem Projekt engagiert. „Wir möchten den Eins-zu eins-Kontakt mit anderen Ländern“, erläutert Büter-Menke, „Stormini soll einen positiven Eindruck von anderen Kulturen vermitteln.“ Das läuft spielerisch über alle Sinne, wenn bei „Die Welt im Zelt“

Kinder mit verbundenen Augen Gegenstände ertasten oder über Düfte in fremde Länder entführt werden. Hart und haarig — das kann nur ein Schienbein oder eine Kokosnuss sein, und wie heißt gleich das Tier mit dem langen Rüssel?" Natürlich „Olifant“, wie die Kinder wissen, die den Sprachkursus Afrikaans an der Stormini-VHS belegt haben. „Es gibt Sprachkurse in Afrikaans, Chinesisch, Dänisch, Spanisch, Englisch und Polnisch“, so Büter-Menke, „vor allem lernen die Kinder durch den praktischen Umgang miteinander."

„Ein bisschen Estnisch können wir schon“, freut sich Schülerin Lena, die es in ihrem Wohnzelt von Hanna gelernt hat. Betreuerin Denise ist wegen der Sprache aus Tschechien gekommen. „Ich möchte mein Englisch verbessern“,, erklärt sie, „viele Kinder hier können diese Sprache.“ Wo es fehlt, helfen Hände und Füße. „Ich kann kein Deutsch“, erklärt Idil aus der Türkei, „aber wir versuchen, einander auch so zu verstehen, über Körpersprache, Lächeln oder Zeichen.“ Nonverbale Kommunikation klappt auch so, dass einer aufs Zelt zeigt und alle hinlaufen.

„Die Kinder kommen aus der Region, deshalb sind automatisch auch Teilnehmer mit Migrationshintergrund dabei“,, erläutert der Organisator. „Stormini ist ein Abbild der Gesellschaft in Klein.“ Das zeigt sich auch an den Stationen zum traditionellen Handwerk, wo mancher Meister sein Handwerk erklärt. Hier sprechen die Hände, und alle verstehen es. Studentin Cristina aus Spanien kann gut Deutsch, „mir helfen auch die Kinder, wenn ich ein Wort nicht weiß.“ Die jungen Betreuer — zumeist Schüler und Studenten — arbeiten außerdem im Tandem mit einem Deutschen zusammen — und das schult gegenseitig. „Wir alle sind anfangs schüchtern, wenn wir Englisch sprechen sollen“, meint Büter-Menke, „aber schon am zweiten Tag redet jeder mit.“ Gabriella aus Mexiko ist das wichtig: „Wenn ich zurück bin, möchte ich in einer deutschen Firma bei uns arbeiten.“

„Great“, sagt der Engländer dazu, „groot“ heißt das auf Afrikaans, „bájecný“ auf Tschechisch. Nur Stormini bleibt Stormini — die Kinderstadt ist international.

Bettina Albrod

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