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Stormarn Vier Kandidaten: Wer wird Nachfolger von Thönnes?
Lokales Stormarn Vier Kandidaten: Wer wird Nachfolger von Thönnes?
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20:43 27.09.2016

. Nach 22 Jahren im Bundestag tritt Franz Thönnes (SPD), der den Wahlkreis Segeberg/Stormarn-Mitte vertritt, nicht mehr zur Wahl an. Um die Kandidatur für die Bundestagswahl 2017 bewerben sich vier Interessenten, die am Montag auf Einladung des Ammersbeker SPD-Ortsvereins gekommen waren, um sich und ihre politischen Ziele vorzustellen. „Es haben sich nur Männer beworben“, stellte der Ortsvereinsvorsitzende Sven Schäfer fest. Am 2. November soll einer von ihnen als Kandidat gewählt werden.

In der Heimatgemeinde des SPD-Urgesteins haben sich am Montag die vier Bewerber vorgestellt – Allesamt stammen sie aus dem Kreis Segeberg.

Einer, der eng mit Thönnes gearbeitet hat, ist Alexander Wagner aus Westerrade. Der frühere Kreisvorsitzende der Jusos leitete von 2008 bis 2015 das Wahlkreisbüro von Thönnes und wechselte im August 2015 als persönlicher Referent von Minister Reinhard Meyer nach Kiel. „Wir müssen den Unterschied deutlich machen zum Hauptkonkurrenten CDU“, erklärte Wagner bei seiner Vorstellung. „Die große Koalition ist nicht mehr gewollt, rot-rot-grün ist das Ziel.“ Er will sich für einen gerechteren Arbeitsmarkt und kostenfreie Kinderbetreuung einsetzen, um die Chancen von Kindern auf Bildung zu verbessern. „Wir müssen eine Bürgerversicherung auf den Weg bringen“, so der 29-Jährige. „Ein starker linker Flügel ist nötig“, betonte er. Die SPD solle auch in der EU zu alten Werten zurückkehren.

„Die SPD hat immer solidarisch und international gekämpft“, so Wagner, der sich klar zur EU bekannte.

Wirtschaft und Arbeitsmarktpolitik sind die Fachgebiete von Martin Ahrens aus Hüttblek. Der 38-Jährige bezeichnete sich als „politischer Überzeugungstäter“. Der Kaufmann arbeitet seit fünf Jahren für eine gemeinnützige Stiftung in Hamburg. Seit 2006 ist Ahrens in der SPD, seit 2013 Abgeordneter der SPD im Segeberger Kreistag. Er ist Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss für Ordnung, Verkehr und Gesundheit und seit 2015 auch Sprecher seiner Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft, Regionalentwicklung und Infrastruktur. Außerdem ist er Mitglied im Aufsichtsrat der Wirtschaftsentwicklungsgesellschaft des Kreises. „Für mich steht im Mittelpunkt, was ich im Bund für unseren Wahlkreis tun kann“, erklärte Ahrens. „Die Stärke Deutschlands ist die Wirtschaftskraft, seine Schwäche der falsche Umgang damit.“ Er kritisierte die rigide Sparpolitik Schäubles in der EU. „Es ist eine starke SPD ohne CDU nötig“, plädierte er für eine Neuaufstellung nach der Wahl.

Mahmut Cinar aus Norderstedt ist 34 Jahre alt, Integrationsdozent an einer Hamburger Schule und ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit engagiert. Cinar, dessen familiäre Wurzeln in der Türkei liegen, ist seit 2015 Parteimitglied und stellt die Integrationspolitik in den Vordergrund. „Wir müssen die an die AfD verlorenen Stimmen wiederholen“, erklärte er. „Für die Integration müssen wir eine gerechte Lösung für alle finden, um Probleme in der Zukunft zu vermeiden.“ Dazu gehörten faire Löhne und die Integration von Langzeitarbeitslosen und Menschen mit Behinderung in den Arbeitsmarkt.

„Auch der Bau von viel mehr bezahlbarem Wohnraum ist nötig“, forderte er. In Zukunft gelte es, Arbeit flexibler zu gestalten, damit Familie und Karriere gleichzeitig möglich seien. „Wir haben große Probleme im Rentensystem“, sagte er, „es droht Altersarmut, wenn da nichts geschieht.“

Vierter in der Bewerberriege ist Udo Fröhlich. Der 60-Jährige ist Fraktionsgeschäftsführer für die Piraten im Kieler Landeshaus und im Ortsverein der SPD in Bad Segeberg aktiv. Von 1997 bis 2003 war er Bürgermeister in Bad Segeberg. Fröhlich stammt aus einer Familie mit politischer Tradition. Seit 1971 ist er in der SPD, die er viel weiter links verorten will. „Ich mache den Mund auf, wenn mir etwas nicht gefällt“, erklärte der Diplomverwaltungswirt, der der „neoliberalen Denke“ in der SPD eine Abfuhr erteilte. „Dafür ist die SPD nicht gegründet worden.“

Er plädiert dafür, den Binnenmarkt zu stärken und Hartz IV durch ein geeigneteres Modell zu ersetzen. „Eine harte Zäsur ist nötig“, sagte er, „wir wollen keine Große Koalition mehr, sondern eine starke SPD, notfalls in der Opposition.“

Die vier Kandidaten werden sich am 7. Oktober um 19 Uhr in Bargteheide noch einmal vorstellen.

Musik für junge Politik

„Red Attac“ nennt sich ein Abend mit Live-Musik und Disco, mit dem die SPD-Ortsvereine Ammersbek und Bargteheide gemeinsam auch junge Leute ansprechen wollen. Julian Sengelmann, singender und schauspielernder Theologe aus Hamburg, gehört zu den Gästen. Das Event findet am 22. Oktober im Dorfgemeinschaftshaus, Am Gutshof 1, in Ammersbek statt. Beginn ist um 20 Uhr, Eintrittskarten unter: TixForGigs.com

Bettina Albrod

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