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Stormarn Vietnamesischer Kulturverein sucht in Bad Oldesloe eine Bleibe
Lokales Stormarn Vietnamesischer Kulturverein sucht in Bad Oldesloe eine Bleibe
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23:23 26.09.2013
Gerd-Günter Finck (v. r.) vom einstigen Verein Fit, der Vereinsvorsitzende Dang van Giang, Tong Phu, Sekretärin Thi Hai Hau Le, Schatzmeisterin Ngu yen Thi Toan und Moderator Nguyen Ngoc Dinh. Quelle: Fotos: Lisa Dzillack, hfr

Der erst in diesem Jahr in Ahrensburg gegründete Vietnamesische Kulturverein sucht nach einer neuen Bleibe für seine Zusammenkünfte. Sein Ziel seien Erhalt und Pflege vietnamesischer Traditionen und Kultur, sagt Dang van Giang, der Vorsitzende. Eine weitere selbstgestellte Aufgabe sei es, Beratungsstrukturen zur Förderung von Eigenaktivitäten der Mitglieder aufzubauen.

130 Mitglieder zählt der Verein bereits, davon sind 100 Erwachsene, der Rest Kinder und Jugendliche. Die Mitglieder setzen sich auch dafür ein, dass die Kinder, die kaum mehr Vietnamesisch können, die Muttersprache ihrer Eltern sowie die Sprache und Kultur ihres Herkunftslandes nicht vergessen.

Unterrichten würden sie gerne auch vietnamesische Hausfrauen in Deutschland. Viele von ihnen kämen kaum aus dem Haus und hätten — nicht zuletzt deshalb, weil sie die Sprache nicht beherrschen — kaum Kontakt. Andererseits lernten sie auch nicht Deutsch, wenn sie nicht aus dem Haus gehen.

Bis zur Wende arbeiteten viele Vietnamesen als Zeitarbeiter in der früheren Tschechoslowakei bei den Skoda-Werken und in der DDR. Erst nach dem Fall der Mauer kamen sie nach Westdeutschland. Es gab für sie zwar die Option, nach Tschechien zurückzukehren, aber die Mitglieder des Vereins entschieden sich, in Deutschland zu bleiben und Vollzeit zu arbeiten.

Thi Hai Hau Le ist Schweißerin in Ahrensburg und die Sekretärin des Vereins. „Die Mitglieder sind alle miteinander befreundet und unterstützen sich gegenseitig“, erklärte sie, „jetzt, wo unsere Kinder allmählich größer sind, haben wir auch mehr Zeit für den Verein.“ Sie hat bereits Erfahrung als Vorstand im Mehrgenerationenhaus Oase und dem Fit-Verein (Verein zur Förderung von Integration und Toleranz), nach dessen Auflösung die Idee eines eigenen Vietnamesen-Vereins überhaupt erst geboren wurde. Zweimal im Jahr, an Heiligabend und Ende Februar, feiern die Familien alle zusammen Feste mit Musik, Tanz, Essen und Karaoke. Im Februar feiern sie Neujahr.

Gerd-Günter Finck, der frühere Fit-Vorsitzende und Ehrengast des Vereins, kennt viele Mitglieder seit 1985. Die meisten hatten einst mit dem Asylrecht und um ihre Wohnungen zu kämpfen, berichtet er.

Vietnamesen seien bekannt für Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft, was sich auch in dem Zusammenhalt der Vereinsgemeinschaft zeige. Zehn der vietnamesischen Familien kommen aus Bad Oldesloe, die anderen aus Bargteheide, Bad Segeberg und eine Familie kommt aus Trittau.

Ein Erbe der DDR
Mehr als 100 000 Vietnamesen, meist aus der sozialen Oberschicht ihres Landes, studierten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der DDR, die damals eng mit mit Vietnam kooperiert hat. Viele kamen als Zeitarbeiter. Bis 1989 lebten etwa 60 000 Vietnamesen in der DDR. Auch nach der Wiedervereinigung setzte sich die Einwanderung fort, wenn auch viele Vietnamesen arbeitslos geworden sind.


Heute gelten Vietnamesen als eine der am besten in Deutschland integrierten Einwanderungsgemeinschaften überhaupt.

Lisa Dzillack

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