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Vogel-Baum-Siedlung: Oldesloer zeigen wenig Interesse am Klimakonzept

Bad Oldesloe Vogel-Baum-Siedlung: Oldesloer zeigen wenig Interesse am Klimakonzept

Ein ganzes Jahr lang war der Bauwagen ein Blickfang am Moordamm, in dem alle Fäden für das energetische Quartierskonzept zusammenliefen, das das Bremer Planungsbüro ...

Stellten ihr Quartierskonzept vor: Anika Schütt, Rainer Steffens, Matthew Schmidt, Dominic Demme und Gerhard Kopiske (v. l.).

Quelle: Dreu

Bad Oldesloe. Ein ganzes Jahr lang war der Bauwagen ein Blickfang am Moordamm, in dem alle Fäden für das energetische Quartierskonzept zusammenliefen, das das Bremer Planungsbüro UTEC für die Straßen links und rechts des Rümpeler Weges erstellt. Einsparpotenziale für eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gibt es viele. Wie groß das Portemonnaie und das Interesse der Bewohner an einer Sanierung ist, darüber lässt sich nur spekulieren. Das Interesse an der Abschlussveranstaltung war jedenfalls mäßig: Lediglich eine Handvoll Quartiersbewohner war am Donnerstag in das Gemeindezentrum Moordamm gekommen.

Für Gerd Kopiske, Rainer Steffens, Matthew Schmidt und Anika Schütt vom Planungsbüro UTEC muss die Vogel-Baum-Siedlung vorgekommen sein wie ein Schlaraffenland: viele Einfamilien- und Reihenhäuser, von denen die meisten direkt nach dem Krieg gebaut wurden, als noch kein Hahn nach Dämmung und energetischer Sanierung gekräht hat. Bei Zweidrittel aller Häuser besteht geringer bis erheblicher energetischer Sanierungsbedarf. Der kostet natürlich, aber immerhin ließen sich damit 15 bis 64 Prozent des Wärmeverbrauchs einsparen.

Eine Anbindung an die Fernwärmeversorgung vom Sülzberg würde derzeit auf einen Schlag das größte Einsparpotenzial bieten. „Aber zu Zeit ist es wirtschaftlich überhaupt nicht darstellbar. Die Stadt sollte eine solche Lösung aber auch nicht aus den Augen verlieren“, sagte Gerhard Kopiske. Etwas mehr als eine Million Euro hat er für eine Anbindung an das Blockheizkraftwerk vorausberechnet. Er geht von Gesamtkosten in Höhe von 13 Millionen Euro aus, von denen die privaten Immobilienbesitzer mit 10,3 Millionen Euro den Löwenanteil zu tragen hätten. Die Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED würde nach seinen Berechnungen mit 330 000 Euro zu Buche schlagen. Einsparen ließen sich damit aber immerhin 97000 kWh (Kilowattstunden).

Für Gerhard Kopiske und sein Team haben sowohl die Stadt als auch Wohnungsbaugesellschaften und Privateigentümer noch viel zu tun, um das Planungsziel zu erreichen. Ein „Weiter so“ bedeute ganz klar:

Die Klimaschutzziele werden grandios verfehlt. Bei allen Beteiligten müssten Energieeinsparungen verstärkt werden. Bedauerlich sei, dass das Engagement privater Vermieter nicht vorhanden sei und eine Zusammenarbeit mit der Wohnungsbaugenossenschaft praktisch nicht stattgefunden habe. Lediglich mit der Neuen Lübecker sei dies möglich gewesen.

„Die Politik muss ihre eigenen Klimaziele annehmen und wirksam unterstützen“, so Kopiske, der zudem forderte, dass das Klimamanagement in der Verwaltung hoch angesiedelt sein müsse. Einen Maßnahmenkatalog hat das Team der Stadt gleich mit auf den Weg gegeben. Was jedoch noch fehlt, sind die nötigen Finanzen auf öffentlicher und privater Seite.

Ausflug zum „Project Zero“

Sozusagen als krönenden Abschluss des energetischen Quartierskonzeptes in der Vogel-Baum-Siedlung laden Klimaschutzmanager Dominic Demme und das Projektbüro zu einer Fahrt ins dänische Sonderburg ein. Seit 2007 ist Sonderburg unter dem Namen „Project Zero“ auf dem Weg zu einer klimaneutralen Gemeinde, die im Jahr 2029 zu 100 Prozent klimaneutral sein möchte. 30 Prozent hat sie bereits erreicht.

Los geht die Reise am 9. Mai um 7.30 Uhr ab dem Stadthaus/ Parkplatz Hagenstraße. Die Rückkehr ist für 19 Uhr geplant. Anmeldungen beim Klimaschutzmanager unter Telefon 04531/ 504-562 oder per Mail an dominic. demme@badoldesloe.de.       pd

Von P. Dreu

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