Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Vogelschießen: Dreht die Stadt den Geldhahn zu?
Lokales Stormarn Vogelschießen: Dreht die Stadt den Geldhahn zu?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:49 09.11.2017
Anzeige
Bad Oldesloe

Angerissen wurde das Thema zunächst von Torben Klöhn (SPD). Sabine Prinz, Leiterin der Stadtschule, war an ihn herangetreten, um sich zu erkundigen, wie es dazu kam, dass die Stadt das Fest nicht mehr unterstützen wolle. Klöhn äußerte sein Erstaunen drüber, wie es dazu kommen konnte, ohne dass dieser Schritt in einem politischen Gremium beschlossen wurde.

Das größte Vogelschießen Schleswig-Holsteins in Oldesloe. Quelle: Foto: Bma

„Der Vogelschießerverein finanziert sich aus verschiedenen Quellen, Spenden von Bürgern und Zuschüssen der Stadt. Es ist aber so, dass gemeinnützige Vereine, die zu viel auf ihrem Konto haben, steuerliche Schwierigkeiten bekommen. Auch mit den Sportvereinen ist das schon diskutiert worden“, merkte Bürgermeister Jörg Lembke am Mittwochabend an. Da dies auch auf den Vogelschießerverein zutreffe, gebe es die Überlegung, die Unterstützung erst wieder zu gewähren, wenn sich die Finanzlage des Vereins verschlechtere.

Jörg Lembke betonte zudem, dass es sich um einen Vorschlag im Rahmen des Etatentwurfs handele, der dieser Tage erst in den politischen Gremien zur Debatte stehe. „Darüber hat die Politik im Finanzausschuss zu entscheiden.“

Dagmar Danke-Beyer (Grüne) gab zu bedenken, dass sich dann vielleicht auch andere Geldgeber wie das Amt Bad Oldesloe-Land zurückziehen werden, wenn die Stadt finanzielle Hilfe verweigere.

„Man hätte mindestens mit Frau Prinz sprechen müssen, um zu klären, auf wie viel der Ausschuss verzichten kann“, entrüstete sich Hildegard Pontow (CDU). Die Öffentlichkeit werde entsetzt reagieren, wenn herauskomme, dass die Stadt „das Vogelschießen einstampfen will“, sagte sie. Als Vorgängerin von Frau Prinz wisse sie, dass der Verein über Jahre Geld anspare, um das jeweils nächste Vogelschießen aus eigener Kraft finanzieren zu können. „Als Vorsitzende reißt man sich ein Bein aus, damit die Veranstaltung auch eine Zukunft hat. Ich hoffe, dass Frau Prinz nicht alles hinschmeißt, und bin froh, dass sie die Organisation übernommen hat“, sagte Pontow.

„Ich möchte ja nicht das Geld persönlich, um damit nach Mallorca zu fliegen. Wenn man ein Traditionsfest lebendig halten wolle und der Zeit anpassen will, muss man investieren“, sagte gestern Sabine Prinz gegenüber den LN. Gerade für die vielen Ehrenamtlichen, die Eltern sei es ein Schlag ins Gesicht. Sie bemühten sich tagelang in ihrer Freizeit, für das finanzielle Fundament des Festes zu sammeln. Enttäuscht zeigte sich Prinz, dass der Bürgermeister nicht das persönliche Gespräch gesucht habe, um eine einvernehmliche Lösung zu finden. „So kommt es zu einer Situation, die sich keiner wünscht“, sagt die Schulleiterin. Ein letztes Wort in der Causa ist jedoch noch nicht gesprochen. Die Mitglieder des Finanzausschusses werden sich auf ihrer Sitzung am morgigen Sonnabend damit befassen.

Von Dorothea von Dahlen

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Reinfeld erteilt Genehmigung trotz ortsgeschichtlicher Bedeutung.

09.11.2017

Schock im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss: Die Projekte Streetworkout und Skateland stehen erneut auf der Kippe.

09.11.2017

Wenn es um Mehrausgaben geht, löst das in den politischen Gremien der Kreisstadt derzeit Alarmstufe rot aus. So auch eine Mitteilung , dass die Zuschauerzahl für den KuB-Saal erhöht werden soll, was nach Befürchtungen von Matthias Rohde (FBO) 50000 Euro kosten würde.

09.11.2017
Anzeige