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Stormarn Vogelschießen: Endlich soll es ein Programm für Kinder geben
Lokales Stormarn Vogelschießen: Endlich soll es ein Programm für Kinder geben
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22:22 22.02.2016
Um die Frage, wer Zelte auf dem Festplatz aufstellen und die Gäste des Vogelschießens bewirten darf, gibt es heftige Debatten. Quelle: kks/Archiv

 Zudem wurde bekannt, dass auch ein neuer Zeltverleiher unter Vertrag genommen werden soll. Das hat wohl schon beim angestammten Unternehmen für Verdruss gesorgt.

Darauf angesprochen, erklärte Bürgermeister Tassilo von Bary, dass die Stadt nicht mehr Ansprechpartner für Beschwerden dieser Art sei, da jetzt der Verein das Platzrecht während der Veranstaltung ausübe. Als die Verwaltung dies übergangsweise übernommen habe, sei sie überdies dafür gerügt worden, dass sie den alten Zeltverleiher immer wieder ohne Ausschreibung unter Vertrag genommen habe. Das sei bei einer Rechnungsprüfung des Haushalts beanstandet worden.

„Abgesehen davon kann ich daraus keine Rechte für die Zukunft ableiten, wenn ich 70 Jahre mit meinen Zelten auf einer Veranstaltung gestanden habe“, fügte von Bary hinzu. Der Vogelschießverein sei an derartige Ausschreibungen nicht gebunden. Soweit er informiert sei, habe sich das Gremium vorgenommen, der Veranstaltung einen neuen Anstrich zu geben. In den vergangenen Jahren sei immer wieder darüber debattiert worden, dass den Kindern und Jugendlichen, die ja eigentlich die Hauptakteure seien, am Nachmittag kein besonderes Programm geboten wurde. Das wolle der Verein nun ändern und habe dafür einen Koordinator bestimmt.

Diese Information hatte Vizebürgermeister Horst Möller (CDU) auch während von Barys Urlaub an die bisherigen Vertragspartner verschickt, mit dem Hinweis, der Koordinator werde sich mit ihnen in Verbindung setzen, sofern ihr Mitwirken bei der Veranstaltung erwünscht sei. Ausdrücklich hieß es darin, dass nur Stände mit Genehmigung gestattet seien, alle anderen würden vom Platz verwiesen.

„Gewohnheitsrechte kann es nicht geben“, sagt Möller. „Ich finde es vom Grundsatz durchaus positiv, dass der Vogelschießverein jetzt mehr für Kinder anbieten und neue Ideen durchsetzen will.“

Die Aufregung, dass der Vertrag voraussichtlich nicht mehr mit dem alten Zeltbetrieb abgeschlossen wird, hält auch Agnes Heesch vom Veranstaltungsmanagement der Oldesloer Verwaltung für übertrieben.

Sie war in den vergangenen drei Jahren mit der Organisation des Kindervogelschießens betraut. „So plötzlich kommt der Wechsel nicht. Es gab schon sehr lange Kritik daran, dass der alte Veranstalter nachmittags kein adäquates Kinderprogramm geboten hatte, obwohl die Kleinen ja im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen sollen“, sagte sie. Mehrmals sei darüber mit ihm gesprochen worden. Geändert habe sich aber nie etwas. Deshalb habe es im vergangenen Jahr einen großen Workshop mit Schulvertretungen aller Schulen, Lehrern und anderen Beteiligten gegeben. Alle seien unabhängig voneinander zu dem Ergebnis gelangt, dass es eine kindgerechte Nachmittagsveranstaltung geben solle.

Was den jungen Schützen am 21. Juli geboten werden soll, will der Verein Kindervogelschießen Bad Oldesloe übrigens am Donnerstag der Öffentlichkeit vorstellen.

Dorothea von Dahlen

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