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Stormarn Volksbank Stormarn und Vierländer Bank fusionieren
Lokales Stormarn Volksbank Stormarn und Vierländer Bank fusionieren
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16:29 12.10.2017
Die Volksbank Stormarn – hier die Filiale an der Oldesloer Hindenburgstraße. Quelle: bar
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Das neue Geldinstitut erreicht gemeinsam eine Bilanzsumme von etwa 850 Millionen Euro. Die Volksbank Stormarn steuert dazu zwei Drittel bei und bringt somit eindeutig den Löwenanteil in die Ehe ein. Sie ist das übertragende Institut bei der Verschmelzung. Beide Partner sind davon überzeugt, dass das Zusammengehen deutliche Synergieeffekte mit sich bringen wird.
Zugleich soll mit dem Verschmelzen beider Häuser die Nachfolge für Kay Schäding optimal geregelt werden. Die Stelle des in drei Jahren ausscheidenden Vorstandsmitglieds der Volksbank Stormarn wird indes nicht mehr neu besetzt. Vielmehr werden Holger Wrobel sowie Karsten Voß und Markus Baumann von der Vierländer Bank die Geschicke des neuen Unternehmens perspektivisch als Triumvirat lenken.

„Unsere Einzugsbereiche ergänzen sich hervorragend, in einem Fall überschneiden sie sich sogar“, führte Holger Wrobel, Vorstand der Volksbank Stormarn, gestern aus. Einzig in Fünfhausen werde eine der Geschäftsstellen, die die beiden Genossenschaftsbanken dort derzeit betreiben, geschlossen. Eines der Gebäude werde später vermietet.

Für die 170 Mitarbeiter beider Institute soll sich mit der Fusion ebenso wenig ändern wie für deren 40 000 Kunden. Letztere profitierten künftig vom hochdifferenzierten Angebot, da sie nun auf einen größeren Kreis von Spezialisten in den Bereichen Landwirtschaft, Mittelstand und Gewerbefinanzierung sowie Altersvorsorge zurückgreifen könnten, erklärte Wrobel. Die Verantwortung für Kundengeschäfte bleibe aber auch künftig in der jeweiligen Region. „Jeder Kunde behält seinen Berater“, betonte der Banker.

Gemeinsam seien beide Geldhäuser auch in der Lage, die Nachfrage nach höheren Krediten besser zu bedienen, fügte Karsten Voß, Vorstand der Vierländer Volksbank, hinzu. Auch die anhaltende Niedrigzinsphase habe dazu geführt, künftig unter einer Flagge zu segeln. „Sie verursacht auf lange Sicht Ertragseinbußen“, sagte Voß. „Zumal ein Ende der Regulierungen noch nicht in Sicht ist.“ Die damit einhergehenden Kosten seien von kleineren Genossenschaftsbanken kaum mehr zu tragen. „Deshalb wollen wir gemeinsam unsere Chancen am Markt nutzen“, sagte Voß.

Eine Minimierung von Kosten soll auch in anderer Hinsicht erzielt werden. Laut Markus Baumann haben sich die Bedürfnisse der Kunden mit fortschreitender Digitalisierung verändert. Darauf müssten auch Banken stärker eingehen. Die damit verknüpften Investitionen ließen sich nach der Fusion leichter stemmen. Positive Effekte gebe es auch in Hinblick auf die Arbeitsökonomie. „Der Genossenschaftsverband muss nur ein Unternehmen prüfen. Im Ergebnis verbessern wir unsere Produktivität, vermeiden doppeltes Arbeiten und schöpfen Rationalisierungsmöglichkeiten aus“, sagte Baumann.

Da sie auf dem Markt gut eingeführt und für alle Kunden ein Begriff sind, sollen die jeweiligen regionalen Bezeichnungen der Filialen wie Volksbank Stormarn, Volksbank Bergedorf und Vierländer Bank beibehalten werden. Das Unternehmen als Ganzes aber soll auf einen neuen Namen getauft werden, der nach erfolgter Prüfung in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden soll.

Von Dorothea von Dahlen 

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