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Stormarn „Vor allem regionale Produkte gehen gut“
Lokales Stormarn „Vor allem regionale Produkte gehen gut“
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20:17 04.09.2013
Sein Stand duftet. Jörg Kalmbach verkauft Käse, bäckt und sagt: „Die Kunden in Trittau sind treu und wollen regionale Produkte.“ Quelle: Fotos: ba

Wer den Trittauer Wochenmarkt das erste Mal sieht, ist vielleicht verdutzt: Er ist klein. Nur wenige Stände kuscheln sich auf dem Schützenplatz zusammen. Dazwischen ist reichlich Platz zum Bummeln und Begutachten der Waren. „Kohlrabie — zart wie ich“, wirbt ein Schild beim Gemüse, und von dort kommt Carola Peters mit vollem Einkaufskorb.

„Nur das Brot fehlt noch“, sagt sie. „Ich kaufe auf dem Wochenmarkt ein, weil ich Großmärkte nicht unterstützen möchte.“ Alles Notwendige bekommt sie auch hier, wo es immer ein kurzes Gespräch mit den Händlern und dazu noch Begegnungen mit Freunden und Bekannten gibt.

„1973 konnten die Hausfrauen zum ersten Mal auf einem Wochenmarkt einkaufen“, schreibt Otto Hergenhan in seiner Chronik zu Trittau. Der Markt habe nicht nur die Aufgabe, die Verbraucher mit den notwendigen Artikeln zu versorgen. „Er dient auch den persönlichen Beziehungen, man nennt das heute Kommunikation.“

40 Jahre später funktioniert das noch immer. Anfangs sei der Wochenmarkt von den alteingesessenen Geschäftsinhabern mit Misstrauen beobachtet worden, schreibt Hergenhan weiter, dann habe man aber bald bemerkt, dass er zum Magnet für Besucher aus dem Umland werde.

„Unser Fisch ist von Anfang an dabei“, erklärt Claudia Gramm, die zwischen Lachs, Neunauge und Matjes steht, die auf dem Trittauer Wochenmarkt heiß begehrt sind. Sie selber steht erst seit drei Jahren im Trittauer Marktwagen im ewigen Eis, denn Fische mögen es kalt. „Ich weiß gar nicht, wo man in Trittau sonst frischen Fisch bekommen kann“, sagt eine Kundin im Vorübergehen, „ich bin noch neu hier.“ Claudia Gramm schätzt die Atmosphäre. „Wir sind das ganze Jahr über da. Besonders gefragt ist Lachs, aber auch Wolfsbarsch und Dorade sind schnell weg, wenn Grillsaison ist.“

Noch relativ neu dabei ist Jörg Kalmbach, der zwischen regionalen Käsesorten steht und zwischendrin frische Brötchen und Croissants backt. Der Duft seiner Spezialitäten eilt ihm voraus und ist die beste Werbung.

Dabei braucht Kalmbach gar keine mehr, denn seine Waren gehen weg wie warme Semmeln. „Ich habe hier ein sehr treues Publikum“, sagt er. „Vor allem regionale Produkte gehen gut, da setzt allmählich ein Umdenken ein.“ Das freut ihn, denn Kalmbach verfolgt eine Mission: „Ich möchte den Leuten Esskultur nahe bringen. Ich mag den Plastikkäse aus den Supermärkten nicht. Hier gibt es nur handgemachte Käse mit Bioanspruch.“ Dazu backt er nach französischen Rezepten gleich das Brot dazu.

Das würde auch mit dem Honig gut schmecken, den Norbert von Pigage nebenan anbietet. „Ich habe 50 Bienenvölker“, erzählt der Imker. „Bald beginnt die Zeit von Raps- und Lindenhonig, später Akazie und Heide.“ Dazu gibt es Honigartikel wie Seife und Gelee Royale. „Aber die mache ich nicht selber.“

Die Stammkunden warten schon vor seinem Stand. „Ich bin gerne hier“, so Manfred Nissen, „hier kann man frische Sachen einkaufen und bekommt Gemüse, Honig, Fisch oder Blumen, alles auf einmal. Wir sind alle 14 Tage da.“

Jedes Mal dabei ist auch Willi Strübbe, der gerade satt und zufrieden aussieht. „Ich komme jede Woche wegen der Currywurst an der Imbissbude“, erklärt er. „Das ist die beste Wurst, die es gibt, und ich treffe mich dabei regelmäßig mit denselben Leuten.“

In der Tat herrscht rund um den Imbiss gute Stimmung, die Stehtische sind besetzt, und man grüßt hin und her. Einkaufen ist auf dem Wochenmarkt für manche nur Nebensache.

Der Trittauer Wochenmarkt ist jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr auf dem Schützenplatz.



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Bettina Albrod

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