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Wahlkampf: LN-Leser beim Speed-Dating

Bad Oldesloe Wahlkampf: LN-Leser beim Speed-Dating

Gut vorbereitete LN-Leser trafen im Oldesloer „Kuchenwerk“ auf die vier Kandidaten zur Bürgermeisterwahl. Maria Herrmann (SPD) und Jörg Feldmann (CDU) sowie die beiden Parteilosen Jörg Lembke und Sebastian Schulz haben sich den Fragen der Bürger gestellt.

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Bad Oldesloe. Von wegen schüchtern oder verlegen: Beim Speed-Dating zwischen den vier Oldesloer Bürgermeisterkandidaten und zehn LN-Lesern gab es weder Fremdeln noch Imponiergehabe.

Schon von der ersten Minute an herrschte eine ausgelassene Stimmung unter den Gästen im Oldesloer Kuchenwerk, die Redaktionsleiter Olaf Bartsch herzlich begrüßte: „Bei uns können Sie sich sicher fühlen“, sagte er mit Blick auf die drei Polizisten unter den Kandidaten.

Für fast alle war es eine Premiere. Weder Leser noch die Bewerber um das höchste Amt in der Kreisstadt, Maria Herrmann (SPD) und Jörg Feldmann (CDU) sowie die beiden Parteilosen Jörg Lembke und Sebastian Schulz, hatten Erfahrung mit dem neuen Veranstaltungsformat, das heutzutage nicht mehr allein zur Partnersuche genutzt wird. Einzig der älteste Teilnehmer Georg Bendrien (82) meinte: „Ich kannte das schon aus der Jugendarbeit in den 60er Jahren. Da hieß das noch anders.“

Pling! Schon erklang die Glocke zur ersten Runde. Vier Leser nahmen Platz vor den Kandidaten und wechselten sich ab. Uwe Möllnitz und Marie-Christin Schwarz wollten wissen, was die Kandidaten für ihre vordringlichste Aufgabe halten. In vielen Gesprächen fielen Begriffe wie Neustart oder Transparenz und Kommunikation. So kündigte Schulz an, er würde sich als Bürgermeister häufiger an die Öffentlichkeit wenden, um aktuelle Vorhaben zu erklären und Berufstätigen späte Sprechstunden bieten. „Das Internet nutze ich hauptsächlich, um junge Leute in den Politikprozess einzubeziehen“, sagte er.

Jörg Feldmann betonte, wie wichtig es sei, das angespannte Verhältnis zwischen Verwaltung und Politik zu verbessern. Hart an der Sache, bohrte Jürgen Schneider nach, wie er das anstellen wolle. „Ich würde die Gruppen zusammenholen und schauen, ob es gemeinsame Ziele gibt, um Erfolgserlebnisse zu schaffen. Mit den großen Streitthemen würde ich nicht gleich anfangen“, sagte Feldmann.

Auf Detlef Rädischs Frage, was er unter Haushaltskonsolidierung verstehe, erklärte Schulz, dies bedeute nicht, jegliche Ausgaben zu stoppen, sondern Industrie und Gewerbe zu fördern, um mehr Einnahmen zu erzielen. Warum er denkt, dass der Bürgermeister die Wirtschaftsentwicklung stärken sollte, wo es doch die Fördergesellschaft WAS gebe, wollte Jürgen Schneider von Feldmann wissen. „Das geht natürlich nur mit der WAS. Aber Investoren sind auf schnelle Antworten der Verwaltung angewiesen“, antwortete Feldmann.

Für die Bedürfnisse der Älteren interessierte sich Georg Bendrien. „Was würden Sie tun, damit Oldesloe für ältere Menschen eine lebenswerte Stadt wird?“, wollte der 82-Jährige von Jörg Lembke wissen.

„Ich wünsche mir, dass wir die Innenstadt für alle Bürger attraktiver machen können. Dazu würde ich mit den Gewerbetreibenden ins Gespräch kommen. Zudem habe ich bei der Diskussion um Poller mitbekommen, dass die Radfahrer in der Fußgängerzone das eigentliche Problem sind. In diesem Punkt würde ich mit der Polizei sprechen, um die Radfahrer aus der Fußgängerzone zu verbannen.“

Mit der SPD-Kandidatin Maria Herrmann sprach Bendrien über die Erreichbarkeit der Ärzte in der Innenstadt. „Das ist mit den Pollern ein echtes Problem“, so der ehemalige Jugendamtsleiter. „Wenn Sie aus medizinischen Gründen am Nachmittag zum Arzt müssen, können Sie eine entsprechende Ausnahmegenehmigung bekommen“, ließ Herrmann wissen.

„Sind Sie ein Teamarbeiter oder eher für hierarchische Strukturen“, fragte Maximilian Fehrer den freien Kandidaten Lembke. „Hierarchien halte ich nicht für sinnvoll. Ex-Landrat Plöger ist für mich Vorbild.“ Er habe es verstanden, die Verwaltung in flache Hierarchien umzubauen. „Und wo sehen Sie Möglichkeiten, um den Service der Verwaltung zu verbessern?“, erkundigte sich der 32-jährige Verwaltungsfachangestellte. „Eine Verwaltung muss für den Bürger ansprechbar sein. Ich finde es unglücklich, dass die Büros freitags um 12 Uhr geschlossen sind.“

Für die Flüchtlingsfrage interessierte sich Hartmut Jokisch. „Wie soll die Integration der Migranten organisiert werden?“, interviewte er SPD-Frau Maria Herrmann. „Ich würde die Idee der Treffpunkte weiter verfolgen, weil wir dort mit den Menschen in einen Dialog kommen. Wichtig ist es auch, die Wirtschaft zu aktivieren. Die muss mehr tun — Praktika zur Verfügung stellen und den Menschen Beschäftigungen anbieten.“

„Was möchten Sie gegen die Verödung der Innenstadt unternehmen?“, erkundigte sich Angela Dittmar bei Herrmann. „Die fehlende Kaufkraft sehe ich in Stormarn nicht als Thema. Das Problem sind zu viele Billigläden und zu wenige Magnete. Hier müssen wir für mehr Attraktivität sorgen.“

Kurze, knappe Antworten wünschte sich Manfred Lieder auf seine Fragen. „Was ist ihre Motivation, als Bürgermeister anzutreten“, fragte der 67-Jährige. „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, weil ich hier mit meiner Familie lebe“, so Schulz. „Und was ist Ihre Vision für Oldesloe?“ „Ich möchte Oldesloe zu einer lebenswerten Stadt für jung und alt machen.“

Von Britta Matzen und Dorothea von Dahlen

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