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Stormarn Waldorfkindergarten soll im Garten neu entstehen
Lokales Stormarn Waldorfkindergarten soll im Garten neu entstehen
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20:50 14.11.2017
Der Lübecker Architekt Rainer Steffens zeigte im Oldesloer Bau- und Planungsausschuss, wie das neue Kindergartengebäude am Rümpeler Weg aussehen könnte. Deutlich zu sehen ist der Aufbau von zwei überdachten Häuschen im ersten Stock. Quelle: Foto: Dvd
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Bad Oldesloe

Als weitere Vorschläge hatten ein Ersatzbau an gleicher Stelle im Rümpeler Weg oder auf einem stadteigenen Grundstück am Wendum zur Debatte gestanden. Wie sich im Laufe der Ausführungen des Lübecker Architekten Rainer Steffens aber herausstellen sollte, erwies sich die erste Variante als unrealistisch, da der Kindergarten für die Zeit nach dem Abriss Probleme hätte, ein Ausweichquartier zu finden. Platzprobleme sowie die Notwendigkeit, das Gebäude auf Pfählen zu gründen, sprachen wiederum gegen die Bebauung des Wendums.

Für das Gartengrundstück sieht der Plan des Architekten einen Baukörper mit durchgehendem Erdgeschoss vor, das gewissermaßen durch zwei speparate Einzelhäuser aufgestockt wird, die miteinander über eine Dachterrasse verbunden werden. Zu ebener Erde wären dann die Krippenkinder untergebracht, während die beiden Elementargruppen jeweils ihr eigenes Haus im ersten Stock beanspruchen könnten. Der Keller wäre demnach der Küche sowie Technikräumen vorbehalten. Laut Steffens liegt der Flächenverbrauch mit diesem Raumkonzept bei rund 855 Quadratmetern und somit dicht an der von Experten geforderten Minimalgrenze. „Das dürfte auch die Kämmerei freuen“, sagte der Architekt.

Die Zufahrt zur Kita im Garten des Grundstücks soll später zunächst über eine sechs Meter breite Auffahrt erfolgen, bis im hinteren Bereich neue Wohnbaugrundstücke über eine richtige Stichstraße erschlossen werden. Im Norden muss nach Angaben des Planers zudem noch ein Teilgrundstück erworben werden. Der Eigentümer habe bereits signalisiert, dem zuzustimmen.

Mit Ausnahme des Straßenbaus, der mit 50 000 Euro zu Buche schlägt, beläuft sich die geschätzte Gesamtsumme inklusive Baunebenkosten, Grundstückskauf und Planung auf knapp drei Millionen Euro. Die Summe könnte reduziert werden, wenn sich die Stadt entscheidet, das nach dem Abriss frei gewordene, zum Rümpeler Weg hin gelegene sowie das nicht in die engere Wahl geratene Grundstück am Wendum zu veräußern. Laut Gutachterausschuss könnten für beide rund 500 000 Euro erzielt werden, sagte Steffens.

Mit der Begründung, die Stadt stecke in einer prekären Finanzlage machte Friedrich-Karl Kümmel (FBO) den Vorschlag, eine Fertigbaufirma zu engagieren. Auch in Ahrensbök sei ein solcher Bau in Massivholz in nur fünf Monaten Bauzeit entstanden, sagte er.

„Ich will Fertigbauten nicht pauschal verteufeln. Aber ich fürchte, dass beim Abweichen vom Standardprogramm die Kosten steigen werden“, gab Bauamtsleiter Thilo Scheuber zu bedenken. Die für den Neubau veranschlagten Kosten orientierten sich zudem sehr stark an den derzeit am Markt üblichen Preisen. Sie seien aus den Daten zahlreicher vergleichbarer Kita-Neubauten, die in jüngster Zeit errichtet wurden, ermittelt worden und gäben so ein realistisches Bild wieder. „Sauber kalkuliert ist besser, als später ein böses Erwachen. Wir wollen ja keine Luftschlösser“, sagte Uwe Rädisch (CDU).

Auf den Hinweis von Grünen-Fraktionschef Wilfried Janson, dass die Planungskosten erst für 2019 im Haushalt eingeplant sind, reagierten auch andere Mitglieder des Ausschusses besorgt. Hans-Hermann Roden (SPD) wies darauf hin, dass das Kita-Förderprogramm nur bis zum Jahr 2020 läuft. Die Stadt setze sich selbst eine Stolperfalle, wenn die Baukosten so weit nach hinten verschoben werden und sie auf finanzielle Hilfe verzichten müssen“, sagte er. Das leuchtete auch den Vertretern der anderen Fraktionen ein. „Wir sollten so schnell wie möglich in die Hufe kommen und loslegen“, sagte Rädisch.

Dem schlossen sich alle unisono an.

Heute geht’s ums Geld

Im Programm des Oldesloer Finanzausschusses taucht der Neubau des Waldorfkindergartens ebenfalls als einer von 15 als öffentlich ausgewiesenen Tagesordnungspunkten auf. Das Gremium tagt heute Abend ab 19 Uhr im Sitzungsraum 2.09.

Weitere Themen des Abends sind die Kameradschaftskassen der Feuerwehren, das Fahrradparkhaus am Bahnhof, die Hundesteuersatzung, die Erstattung von Schulkostenbeiträgen und die Haushaltssatzung für das kommende Jahr.

 Dorothea von Dahlen

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