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Stormarn Wann kommt die gelbe Wertstofftonne?
Lokales Stormarn Wann kommt die gelbe Wertstofftonne?
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20:21 11.01.2018
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Lanken/Bad Oldesloe

Zuvor muss allerdings mit den Vertretern des Dualen Systems eine Einigung erzielt werden. Nicht alles, was nach gelbem Sack aussieht, darf auch da rein: Wenn man eine Warensendung erhält, kommt sie in einer Transportverpackung an, die Ware selber befindet sich darin in einer Verkaufsverpackung. Letztere gehört nach dem Dualen System in den gelben Sack, erstere in die graue Tonne. Denn nur die Verkaufsverpackung ist mit dem Grünen Punkt lizenziert und wird privatwirtschaftlich entsorgt. Für den Bürger aber sieht beides gleich aus, und so landet auch das im gelben Sack, was kommunal über die AWSH entsorgt werden müsste.

Dennis Kissel, Geschäftsführer der AWSH, muss prüfen, ob die Wertstofftonne sich rechnet. Quelle: Foto: Ba

Entsorgung

In der Wertstofftonne kann alles entsorgt werden, was aus verwertbaren Rohstoffen besteht wie Töpfe oder Eimer. Damit ist ein Rückgang des Restmülls um 14 Prozent pro Jahr zu erwarten.

Um die im Fachjargon „stoffgleiche Nichtverpackung“ gemeinsam mit der lizenzierten Verpackung entsorgen zu können, soll es ab 2020 möglicherweise eine Wertstofftonne im Zuständigkeitsbereich der Abfallwirtschaft Südholstein (AWSH) für die Haushalte im Kreisherzogtum Lauenburg und Stormarn geben. Hintergrund ist ein neues Verpackungsgesetz, das am 1. Januar 2019 in Kraft tritt. Dann sollen Wertstoffe möglichst schon in den Haushalten getrennt gesammelt und die Recyclingquote so von bisher 36 auf 63 Prozent erhöht werden. „Die Wertstofftonne wäre eigentlich nur die Legalisierung der bereits bestehenden Praxis“, erklärt Dennis Kissel, Geschäftsführer der AWSH. „Die Bürger können dann Kunststoff- und Metallmüll unterschiedslos in die Tonne tun, nicht nur die mit dem Grünen Punkt.“

Mehr noch: Auch alte Gartenschläuche, Quietscheentchen, Töpfe und Pfannen, die jetzt bei der AWSH abgegeben werden müssen, könnten ohne Bedenken mit in die Tonne geworfen werden. Voraussetzung ist, dass sich die AWSH mit den Vertretern des Dualen Systems einigt, denn es geht auch um viel Geld. Auf den Tisch kämen Fragen wie der Preis der Entsorgung, wenn das Duale System die Abfuhr mit übernimmt, oder der Ausgleich des Qualitätsverlusts, wenn der neue kommunale Plastikmüll zusammen mit dem – oft verunreinigten – Wertstoffmüll des gelben Sacks entsorgt würde. „Wir prüfen derzeit, ob eine Wertstofftonne finanzierbar und organisiert machbar ist“, so Kissel. Problem sei, dass die bundesweit tätigen elf Dualen Systeme, mit denen man sich einigen müsse, einen gemeinsamen Verhandlungsführer benennen müssten. „Das ist aber bisher noch nicht geschehen“, sagt Kissel. „Deshalb gibt es bisher niemanden, mit dem wir die wirtschaftlichen Fragen erörtern können, alle Vereinbarungen müssen aber rechtssicher sein.“ Da Verträge zur Einsammlung der Wertstoffe drei Jahre Laufzeit hätten, käme frühestens 2020 für die Einführung einer Wertstofftonne in Frage. In den beiden Kreisen Herzogtum Lauenburg und Stormarn geht es voraussichtlich um rund 2000 Tonnen Müll pro Jahr, die zusätzlich anfallen, sortiert und verwertet werden müssten.

An den Mehrkosten würden die Bürger beteiligt, etwa sechs bis zehn Euro mehr fielen dann pro Haushalt an. Nicht alle Bürger wünschen sich eine zusätzliche Mülltonne. „In Mehrfamilienhäusern gibt es heute schon Container für den gelben Sack“, erläutert Kissel, „da würde nur der gelbe Sack selber wegfallen und der Müll in anderen Tüten runtergebracht werden.“ Bei Eigenheimen käme eine weitere Tonne dazu. „Aus Rückmeldungen wissen wir, dass die Meinung zu einer weiteren Tonne geteilt ist, etwa 50 Prozent sind dafür und 50 Prozent dagegen.“

Bettina Albrod

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