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Stormarn Was passiert mit Oldesloes Fahrradleichen?
Lokales Stormarn Was passiert mit Oldesloes Fahrradleichen?
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21:22 07.04.2017
Möchte, dass herrenlose alte Fahrräder aus dem Stadtbild verschwinden: Karin Hoffmann (Grüne). Quelle: Foto: Bma
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Bad Oldesloe

„Siehst du Dreck und Papier, wähle 504-504“ – so lautet der Slogan der Oldesloer Müll-Hotline. „Viele Bürger rufen dort an und melden herrenlose Fahrräder“, sagt Hoffmann. Nur leider wird das Ordnungsamt daraufhin nicht tätig. „Das ist etwas, was mich sehr ärgert“, sagt Hoffmann, die schon mit der Verwaltung Kontakt aufgenommen hat. „Aber der Herr, der dafür zuständig ist, rappelt nur die Paragrafen runter und erzählt einem was von Besitztum.“ Einsehen will die Stadtpolitikerin das nicht. „Warum ist bei uns nicht möglich, was in anderen Städten schon längst umgesetzt wird?“

In Hamburg, wo allein im vergangenen Jahr tausende Schrottfahrräder kostbaren Parkraum blockierten, mache die Stadtreinigung den rostigen Ärgernissen inzwischen den Garaus. Mitarbeiter der Bezirksämter gingen herum und verteilten Entfernungszettel auf verkehrsuntauglichen Drahteseln. Zwei bis vier Wochen Zeit hätten die Besitzer, um ihre Rad-Leichen zu entfernen. Geschehe das nicht, würden die ollen Räder von der Stadtreinigung abgeflext und zwangsentsorgt.

„Mit Aufklebern arbeiten wir derzeit noch nicht. Aber denkbar ist so etwas durchaus auch bei uns“, teilt Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak auf Anfrage mit. Doch müsse man ein bisschen vorsichtig sein, um mögliche Schadenersatzforderungen zu vermeiden. „Intakte angeschlossene Räder können wir nicht einfach entsorgen. Die gehören in der Regel ja jemanden. “ Und letztlich sei es auch nicht verboten, ein Fahrrad, auch wenn es kaputt sei, ein paar Tage oder auch Wochen irgendwo anzuschließen. Nicht verkehrstaugliche Räder würde der Bauhof jedoch noch einer angemessenen Frist regelmäßig entsorgen. Ein Riesenproblem sind die Schrotträder in Oldesloe nach Auskunft von Thomas Sobczak jedoch nicht. „Bei uns sieht man Fahrradleichen vielleicht mal am Bahnhof. In großen Städten wie Hamburg haben die Ordnungsbehörden damit sicherlich mehr zu tun.“

Karin Hoffmann sieht das ganz anders. „Überall in der Stadt stehen solche Rostlauben herum und blockieren die Parkbügel. Bei manchen wächst schon das Unkraut durch die Speichen.

Entfernungsmitteilungen sollten auch bei uns eingeführt werden.“ In Berlin geht man sogar noch einen Schritt weiter. Dort arbeiten Langzeitarbeitslose die Fahrradleichen wieder auf. Anschließend werden die aufgearbeiteten Räder an Bedürftige verkauft.

 bma

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