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Stormarn Was wird aus dem Asylheim?
Lokales Stormarn Was wird aus dem Asylheim?
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20:42 16.06.2017
Das Gebäude vom ASB steht seit vergangenem Jahr leer. Jahrelang waren dort Asylbewerber untergebracht. Quelle: Foto: Kim Meyer
Bad Oldesloe

Abgeschieden versteckt hinter den großen Fabrikhallen ruht es im Dornröschenschlaf: das Asylbewerberheim des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB). In dem alten Backsteingebäude in der Oldesloer Kampstraße haben in den vergangenen Jahren viele Menschen, die vor Krieg und Zerstörung geflohen sind, eine vorübergehende Bleibe gefunden – bis Juni 2016. Seitdem steht das Heim leer. Nur noch Mitarbeiter streifen durch die verlassenen Gänge und schauen nach dem Rechten. Wird die Unterkunft überhaupt noch gebraucht? Oder soll der Vertrag, den der Kreis Stormarn als Mieter mit dem ASB geschlossen hat, gekündigt werden? Über diese Fragen berät am Dienstag (18.30 Uhr) nun zunächst der Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises.

„Bis Anfang 2016 war das Heim noch voll ausgelastet.“Heribert Röhrig, ASB- Landesgeschäftsführer

Rund 240000 Euro kostet die Gemeinschaftsunterkunft samt Personal den Kreis pro Jahr. Diese Kosten wurden bisher vom Land zu 70 Prozent erstattet. Das hat aber bereits signalisiert, dass es einer Verlängerung des Vertrags zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zustimmen würde. Eine Kündigung wäre mit einer Frist von sechs Monaten zum Jahresende, also zum 31. Dezember, möglich. Der ASB hat aber schon die Bereitschaft zu einer vorzeitigen Auflösung der Vereinbarung zum 30. September signalisiert.

Die Unterkunft bietet Platz für 62 Menschen – Einzelpersonen, aber auch Familien. „Bis Anfang 2016 war das Heim noch voll ausgelastet“, sagt Heribert Röhrig, Landesgeschäftsführer vom ASB. Dann kam die Wende: Der Kreis hat beschlossen, ab Mai 2016 vorerst keine Asylbewerber mehr in der Unterkunft einzuquartieren. „Die Kommunen haben in der Zeit, als so viele Menschen zu uns kamen, viel Wohnraum geschaffen. Als die Zahl der Neuankömmlinge dann rückläufig war, standen diese leer“, sagt Oliver Lövenforst, stellvertretender Fachbereichsleiter Soziales beim Kreis Stormarn. „Um den Kommunen entgegenzukommen, werden die Asylbewerber seit Mai 2016 direkt den Kommunen zugewiesen.“

Ziel der Unterbringung in einer anerkannten Gemeinschaftsunterkunft war es, die kommunale Erstaufnahme zu unterstützen, erste Integration zu leisten und die Menschen auf ihren Umzug in die Kommunen vorzubereiten. Ein Aufenthalt sollte, laut Vorgaben, nicht länger als sechs Monate dauern.

Durch einen stetigen Ein- und Auszug kann die Zahl der Asylsuchenden, die in der Kampstraße wohnten, immer nur zu einem festen Zeitpunkt, nicht aber über einen Zeitraum angegeben werden. So waren es zum 31. Dezember 2015 noch 59 Personen. „Es ist dann keiner mehr ein-, sondern nur noch ausgezogen und seit Juni 2016 wohnt dort niemand mehr“, sagt Oliver Lövenforst.

Insgesamt kamen im Jahr 2015 mit 2336 Menschen die meisten Asylsuchenden in den Kreis. Im vergangenen Jahr waren es 1069 Personen. Die Verwaltung geht in einem Bericht davon aus, dass im aktuellen Jahr rund 1600 Asylsuchende dem Kreis zugewiesen werden.

Über die Zukunft der Asylbewerberunterkunft in der Kampstraße berät zunächst am Dienstag der Sozial- und Gesundheitsausschuss, am Mittwoch der Hauptausschuss, die endgültige Entscheidung fällt dann am kommenden Donnerstag im Kreistag (18 Uhr).

Kim Meyer

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