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Wasserkraftwerk sorgt weiter für Unruhe

Bad Oldesloe/Sühlen Wasserkraftwerk sorgt weiter für Unruhe

Die zuständigen Behörden haben längst grünes Licht gegeben, aber der Bau der Wasserkraftanlage an der Trave in Sühlen bei der Zettler Mühle an der Kreisgrenze zu Segeberg erregt weiter die Gemüter.

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Bangt um die Fische, wenn das genehmigte Wasserkraftwerk arbeitet: Manfred Michallik.

Quelle: K. Kuhlmann-Schultz

Bad Oldesloe. Er zweifelt daran, dass die Lachse, die zum Laichen die Trave hochschwimmen, daran vorbeikommen. Und das widerspricht laut Hahn der EU-Wasserrahmenrichtlinie. „Ich begreife nicht, wie das genehmigt werden konnte.“

Und doch haben die Behörden ihr Okay gegeben. Denn sowohl die Untere Wasserbehörde als auch die Fischereibehörde des Landes, erklärte Dr. Thomas Haarhoff als Fachdienstleiter Wasserwirtschaft des Kreises Stormarn, hätten festgestellt, dass durch das Wasserkraftwerk „mit einer Verschlechterung in diesem FFH-Gebiet momentan nicht zu rechnen ist.“ Beide Behörden hätten aus fachlicher Sicht keine grundsätzlichen Bedenken, „auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung ist gemacht worden.“ Er unterstrich, dass das Wasserrecht ein „Bewirtschaftungsgesetz und kein Schutzgesetz ist“. Eine Beteiligung von Trägern öffentlicher Belange — wie etwa bei einem Planfeststellungsverfahren — sei hier nicht vorgesehen.

Das empört Angler, Kanufahrer und die Politik. „Diese Maßnahme“, so Lothar Krebs, Vorsitzender des Bundesverbandes Kanu, „ist ein erheblicher Eingriff.“ Ihm geht es um die Sicherheit für die Kanufahrer im Bereich des Wasserkraftwerks, das von der Firma H2O Future gebaut wird. Und die sieht er nicht gewährleistet. „Die Anlage wird die meiste Fläche für die Kanuten versperren“, glaubt er. Und befürchtet vermehrt Unfälle.

Manfred Michallik aus dem Sühlener Nachbarort Bebensee ist als Naturschützer gegen das Wasserkraftwerk. Das soll die Zettler Mühle, die zum Wohnhaus umgebaut wurde, mit Strom versorgen und auch noch Energie ins Stromnetz einspeisen. Michallik versteht nicht, das es dafür eine Genehmigung geben konnte. Aus der Wasserrahmenrichtlinie ginge eindeutig hervor, dass dieses FFH-Gebiet „frei von menschlichen Beeinträchtigungen bleiben muss, das ist das Leitbild“, unterstreicht er. Seit 500 Jahren würden die Lachse die Trave hochkommen und hier laichen. Michallik befürchtet, dass es damit demnächst vorbei sein könnte. Denn der Bebenseer glaubt nicht, dass — wie von den Betreibern behauptet — die Fische einfach an der Anlage vorbeischwimmen.

„Wir reden hier doch über verschüttete Milch, die Genehmigung ist erteilt“, ärgerte sich der SPD-Kreispolitiker Friedrich-Eugen Bukow. Sein Parteikollege Frank Schmalowsky zweifelt gar die Sinnhaftigkeit des Kraftwerkes an. Und Wolfgang Gerstand (CDU) zeigte sich erschüttert. „Es gibt keine Unterlagen, wir stochern hier im Nebel. Als Kanufahrer bin ich die Trave auch da schon oft und gerne gefahren. Wie soll jemand da vorbeikommen?“ Der Kreis Stormarn würde „einen Haufen Geld ausgeben, um Stormarn touristisch attraktiv zu machen, Kanufahren auf der Trave ist ein wichtiger Teil davon“, unterstrich der Christdemokrat. Und forderte deshalb eine bessere Einbindung der Gremien. Michaela Dämmrich (Grüne) attestierte der Verwaltung zwar, dass sie das Verfahren ordentlich abgearbeitet hätte, aber „wenn so etwas Relevantes kommt, würde ich mir wünschen, dass wir informiert werden. Ich hätte gerne die Möglichkeit gehabt, es politisch zu verhindern.“

Markus Frank, H2O-Geschäftsführer, versteht die Aufregung nicht. „Wir haben die Anlage vor langer Zeit als Modell vorgestellt. Man konnte es früh genug in den Zeitungen lesen“, erklärt er gegenüber den LN. Er rechnet damit, dass die Anlage im März in Betrieb geht. Schilder sollen die Kanuten dann rechtzeitig warnen. Und auch den Fischen, so Frank „kann nichts passieren“.

K. Kuhlmann-Schultz

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