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Stormarn Wegen Gema-Gebühren: Nur noch tonlos in die Vergangenheit?
Lokales Stormarn Wegen Gema-Gebühren: Nur noch tonlos in die Vergangenheit?
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00:00 16.10.2012
Rainer Hesse vom Heimatmuseum fürchtet hohe Kosten: Zahlreiche Filmrollen von Eugen Richter beleuchten die Geschichte Reinfelds bis zurück in die Dreißigerjahre. Die Stadt hat zwar die Rechte an den Bewegtbildern, aber nicht unbedingt am Ton.
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Stormarn

Die für das kommende Jahr angekündigte Gema-Gebührenerhöhung treibt seltsame Blüten. Jetzt könnte sie den Reinfeldern den Spaß an ihrer Hundertjahrfeier für das Heimatmuseum vermiesen, fürchtet der ehrenamtlich engagierte Rainer Hesse.Er hat die Stadt schonmal vorgewarnt: „Ich fürchte nicht mehr bezahlbare Kosten, wenn wir zu den Feierlichkeiten die Filme von Eugen Richter zeigen wollen.“ Diese Filme sind ein Abbild der Stadt bis zurück in die 30er Jahre. Karpfenfeste und Vogelschießen, Eisfeste, Konfirmationen und die Einweihung des Sportplatzes, alles hat der Filmer und Fotograf Richter bildlich festgehalten.Das Problem: Der langjährige Chronist seiner Heimatstadt hat die Bewegtbilder, die er mit Agfa-Kameras auf 16 Millimeter-Filme bannte, oftmals mit gemapflichtiger Musik unterlegt. Diese Filme wurden bislang gern zu historischen Anlässen gezeigt. Sie sind bei den älteren Reinfelder deshalb so beliebt, weil die sich als junge Menschen darin wieder erkennen. Und die Jüngeren vergleichen fasziniert das Reinfeld von damals mit dem von heute. Eugen Richter, Sohn einer Drogistenfamilie mit Wohnsitz und Laden in dem Haus, in dem bis vor wenigen Monaten noch Schlecker seine Ware verkauft, hat es nicht so ernst genommen mit den Verwertungsrechten der Künstler, als deren Anwalt die Gema antritt. „Die Gema gab es zwar schon“, weiß Museumsleiter Hesse, „aber sie war nicht so streng.“Den gesamten Fundus an Bildern und Filmen hatte seine Witwe Annelise nach dem Tod des Chronisten an die Stadt verkauft. „Doch möglicherweise können wir sie bald nur noch als Stummfilm zeigen“, fürchtet er. Denn die Stadt halte zwar die Rechte an den Bildern, aber nicht am Ton. Eine andere Lösung wäre Nachvertonung. Eine schier unlösbare Aufgabe.Wird das Problemüberschätzt?Im Reinfelder Heimatmuseum stehen heute Kassetten mit einer Spielzeit von weit mehr als 20 Stunden zur Verfügung. Doch Hesses Befürchtungen scheinen unbegründet. „Die Beiträge für die Filmvorführungen im Museum sind gering“, sagt Britta Lammert, im Rathaus zuständig unter anderem für die Gema-Gebühren bei städtischen Veranstaltungen. Unterm Strich könnten die neuen Tarife sogar günstiger sein.Ebenso winkt Veranstalter Martin Huss ab. Kleinkunst-Veranstaltungen und solche ohne Eintritt seien nach seinen Informationen nicht betroffen von Erhöhungen. „Für Open-Air- und Stadtfeste wird es kaum Änderungen geben.“Nur Großveranstaltungen würden wohl teurer werden. Allenfalls dabei rechne er selber möglicherweise mit steigenden Kosten. Doch es sei noch keine Entscheidung getroffen. Ähnlich äußert sich Benjamin Rodloff von den Oldesloer LED-Events.Sorgenfrei in dieser Hinsicht zeigt sich auch Thomas Giese vom Reinfelder Spielmannszug Old Reinfelder Jungs: „Wir sind Mitglied im Musikerverband Schleswig-Holstein. Und der hat einen Rahmenvertrag mit der Gema, so dass wir nur über unseren Mitgliedsbeitrag zahlen.“ Heinz Wittern vom Oldesloer Oho-Kino berichtet, dass seine Branche diesmal von der Gebührenerhöhung nicht betroffen sein werde. „Uns haben sie vor ein paar Jahren schon zur Brust genommen. Jetzt sind die Diskotheken dran.“ Die betroffenen Oldesloer Unternehmer müssen allerdings erstmal abwarten.Denn es sei, wie Veranstalter Huss weiß, „alles in der Schwebe.“ Eine Entscheidung darüber, wie die neuen Gebühren aussehen, falle frühestens im November.

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