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Stormarn Wegen Sehnsucht nach der Ferne: Rotarischer Schüleraustausch
Lokales Stormarn Wegen Sehnsucht nach der Ferne: Rotarischer Schüleraustausch
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10:51 30.10.2012
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Stormarn

Einmal allein in die weite Welt, andere Menschen, andere Länder und andere Kulturen kennenlernen: Diejenigen, die diesen Schritt wagen und dann auch noch das Glück haben, von einem Rotary-Club für den Schüleraustausch ausgewählt worden zu sein, haben allen anderen eine Erfahrung voraus: „Je aufgeschlossener man ist, desto mehr wird man erleben“, sagt Charlotte Boll (17), die wie ihre Schwester Constanze (20) zwei Jahre zuvor ein ganzes Jahr in Brasilien gelebt hat und dort zur Schule gegangen ist.

„Das war ein unglaubliches Jahr, das man so wahrscheinlich nie wieder erleben wird“, denkt Charlotte Boll zurück. Erst in diesem Sommer zurückgekehrt, ist sie dem Oldesloer Rotary-Club dankbar. Schließlich haben ihr die Rotarier den Aufenthalt in Brasilien und die Betreuung durch einen dortigen Club ermöglicht. Drei bis vier Monate war sie in einer Familie untergebracht und wechselte dann in die nächste. Sie erlebte Brasilien hautnah, verbrachte ihren Tag genau so, wie ihn auch die Brasilianer verbringen. „Ich habe mich zwar auch wieder auf zu Hause gefreut und der erste Pfannkuchen hat wirklich ganz toll geschmeckt. Aber das Fernweh war auch gleich wieder da“, erzählt die Schülerin der Ida-Ehre-Schule.

„Man darf keine Berührungsängste haben. In Brasilien sind alle Menschen ganz aufgeschlossen. Sogar das Verhältnis in der Schule ist ein anderes. Dort haben die Schüler ihre Lehrer huckepack getragen“, erzählt Constanze Boll. „Je aufgeschlossener man selbst ist und je mehr man unterwegs ist, desto mehr wird man erleben“, ergänzt ihre jüngere Schwester Charlotte. Beide gaben den nächsten „Outbounds“, die im nächsten Jahr ihre Reise antreten werden, wertvolle Tipps.

Vier Mädchen werden sich im nächsten Jahr von ihren Eltern verabschieden. Alle sind jetzt 15 Jahre alt und haben sich die USA, Spanien, Venezuela, Frankreich und Neuseeland als Wunschziele ausgesucht. Nur Levke Jürs zieht es nach Asien. „Ich möchte gerne nach Taiwan, Japan oder Südkorea“, sagt die Schülerin, die in Weede zu Hause ist. In welches der drei Länder ihre Reise gehen wird, steht allerdings noch in den Sternen. „Derzeit wird abgefragt, wie viele Schüler aus welchen Ländern nach Deutschland wollen. Denn genau so viele Schüler, die zu uns kommen, schicken wir in deren Heimatländer. Betreut werden sie dann von einem Rotary-Club vor Ort“, erzählt Olaf Otahal, der die Austauschschüler unter seine Fittiche genommen hat.

Es gebe Trendländer wie es jahrelang die USA waren, aber immer mehr Jugendliche wollen inzwischen auch nach Südamerika. „Nur wenige Kontakte gibt es nach Afrika, wenn überhaupt, dann nach Südafrika“, erzählt Olaf Otahal. Gemeinsam mit Rotary-Kollegen führt er mit jedem Jugendlichen Bewerbungsgespräche und verschafft sich einen Überblick über die Familie. Die nämlich verpflichten sich, selbst einen Austauschschüler als „Kind auf Zeit“ bei sich aufzunehmen. Derzeit sind es Emily (16) aus Kanada und Emilio (18) aus Argentinien, die in Bad Oldesloe betreut werden. Einen vierwöchigen Intensivsprachkurs haben sie bereits hinter sich. Emilio besucht die Ida-Ehre-Schule und kann sich bereits gut verständigen. Die Deutschen, sagt er, seien besser als ihr Ruf und die Klischees, die ihnen nachgesagt würden.

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