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Stormarn Weniger Einbrüche, steigende Aufklärungsquote
Lokales Stormarn Weniger Einbrüche, steigende Aufklärungsquote
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18:39 25.10.2018
Der Alptraum von Hausbesitzern und Mietern. Ein Einbrecher versucht auf diesem Symbolbild über die Terrassentür einzusteigen. Quelle: imago
Ratzeburg/ Bad Oldesloe

Erstmals hat die Polizeidirektion Ratzeburg aktuelle Zahlen zu Wohnungseinbrüchen veröffentlicht, anstatt erst im darauffolgenden Jahr mit einer Kriminalstatistik an die Öffentlichkeit zu gehen. Als „Tabubruch“ in Sachen Öffentlichkeitsarbeit der Polizei bezeichnete Hans-Jürgen Köhnke, Leiter der Kriminalinspektion Bad Oldesloe, die nun erstmalige Veröffentlichung dieser aktuellen Eingangszahlen bis Ende Oktober sowie aus den vergangenen sieben Wochen im Vergleich zu Eingangszahlen im Vorjahresvergleich. Lag die Aufklärungsquote für diese Delikte in der PD 2013 noch bei 6,1 Prozent, lag sie 2017 bei einem Wert von 11,9 Prozent.

Zahl der Wohnungseinbruchdiebstähle in der Polizeidirektion Ratzeburg stagniert – Kriminalpolizei wertet Strategie als Erfolg – Aufklärungsquote nicht hoch, erreicht jedoch annähernd Landesdurchschnitt.

Dieser Wert ist besser als die Aufklärungsquote von Hamburg und pendelt sich bei der ungefähren Marke des schleswig-holsteinischen Landesdurchschnitts. Die Aufklärung sei am Rande von Ballungszentren wie Hamburg generell schwer, heißt es. Als „ Tabubruch“ in Sachen Öffentlichkeitsarbeit der Polizei bezeichnete Jürgen Köhnke, Leiter der Kriminalinspektion Bad Oldesloe, die nun erstmalige Veröffentlichung dieser aktuellen Eingangszahlen zwischen 1. Januar und 22. Oktober 2018 sowie aus den vergangenen sieben Wochen im Vergleich zu Eingangszahlen aus den gleichen Zeiträumen im Vorjahr. Sie entstünden, sobald ein Fall zur Anzeige gebracht werde. In der Regel wurde die Kriminalitätstatistik erst im Frühjahr des Folgejahres veröffentlicht, was von Medienvertretern kritisiert worden sei.

Einbrüche in Gemeinden

Die meisten Fällevon WED waren 2017 mit 150 (2016: 185) in Ahrensburg zu verzeichnen. Weitere Entwicklungen: Reinbek: 84 (78), Geesthacht: 54 (90), Wentorf/ Hbg.: 54 (66), Bad Oldesloe 54 (58), Glinde: 51 (40), Bargteheide 44 (52), Barsbüttel: 37 (41), Lauenburg: 36 (29), Ratzeburg: 23 (25), Mölln: 22 (36), Schwarzenbek: 21 (44).

Anstieg im Lauenburgischen um 90 Prozent

Beim Blick auf diese so genannten „Cognos“-Werte der vergangenen sieben Wochen zeigt sich im Lauenburgischen zunächst eine dramatische Erhöhung um 90 Prozent. Doch das relativiert sich beim Blick auf die absoluten Werten von 20 (2017) und 38 Taten. „Das ist prozentual sicher erschreckend aber beim Blick auf die geringe Fallzahl nicht erheblich“, beruhigte Köhnke. Diese Zahlen seien nicht valide, weil sich im sehr frühen Stadium vermeintliche Fälle immer wieder als Versicherungsbetrug oder irrtümlich als Einbrüche deklarierte Fälle entpuppt hätten. Gleichzeitig seien diese Zahlen aber wichtiges Werkzeug, um regelmäßig Aufschluss über die aktuelle Lage zu bekommen, ergänzte Funk. In Stormarn sanken die Cognoszahlen im Zeitraum der vergangenen sieben Wochen von 60 auf 58 Taten im Vergleich zum Vorjahr. Dieser leicht positive Trend darf nicht darüber hinweg täuschen, dass der Schwerpunkt von der Anzahl der Delikte die Städte Reinbek und Ahrensburg blieben, wo die OD deshalb auch Ermittlungsgruppen für WED eingerichtet hat. Auch in anderen Städte und Gemeinden des Hamburger Randes wie Geesthacht und Wentorf /Hbg. sind auf der Landkarte mit markierten Tatorten reichlich rote Punkte gesetzt. Damit erreicht die Zahl der Wohnungseinbruchsdiebstähle, zu der auch Fälle von Tagewohnungseinbruch (TWE) gehören, 2017 den niedrigsten Wert der vergangenen zehn Jahre (WED 2008: 1085, 2015: 1888, 2017: 1061).

Sicherheitsgefühl der Bürger wieder gestiegen

Laut Gerd Dietel, zuständig für Prävention bei der Polizeidirektion Ratzeburg, sei das zwischenzeitlich hohe Maß an subjektiver Unsicherheit nach dem Zehn-Jahres-Hoch in Sachen WED 2015 wieder deutlich gesunken. Die bisweilen ausgebuchten Informationsveranstaltungen in Gemeinden hätten wieder überschaubare Besucherzahlen. Die stellvertretende Leiterin der Kriminalinspektion Bad Oldesloe, Stefanie Bluhm, ist als Organisatorin für das Thema WED bei der PD. Sie stellte detailliert eine erfolgreiche Kooperation mit der Polizei Hamburg vor. Drei Serieneinbrecher waren in Großhansdorf festgenommen worden und in Zusammenarbeit mit den Hamburger Kollegen überführt und verurteilt worden. Wachsame Nachbarn sorgten für die Ergreifung. Bluhm appellierte an die Bürger, bei Beobachtungen den Notruf zu wählen. Bluhm: „Ermittlungserfolge sind Teamarbeit. Und dazu gehört auch der Bürger.“

Florian Grombein

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