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Stormarn Weniger Flüchtlinge, höhere Kosten
Lokales Stormarn Weniger Flüchtlinge, höhere Kosten
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12:30 15.11.2016
Überprüft auch den leeren Kühlschrank in der Flüchtlingsunterkunft: Albert Iken vom Hauptausschuss des Amtes Nordstormarn. FOTOS: KROG/ARCHIV

Auch das Amt Bad-Oldesloe- Land hat zahlreiche Objekte angemietet, die mittlerweile nicht mehr belegt sind, weil die Zahl der Flüchtlinge drastisch zurückgegangen ist. „Wir sind davon ausgegangen, dass wir diese Kosten refinanzieren können mit Hilfe von Zuschüssen durch das Land“, erläuterte der Leitende Verwaltungsbeamte Steffen Mielczarek. Allerdings: Kosten würden nur dann erstattet, wenn in den Wohnungen auch Flüchtlinge untergebracht worden sind. In bis zu zehn Fällen, so Steffen Mielczarek, sei dies aktuell nicht möglich: „Es kommen noch vereinzelt Flüchtlinge zu uns, doch die Lage hat sich sehr entspannt.“ Um den ungenutzten Wohnraum nicht zu groß werden zu lassen, seien Flüchtlinge im Amtsbereich verteilt worden. Damit habe sich die Situation für die Betroffenen verbessert, weil sie nicht mehr beengt untergebracht werden müssten.

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Die Zahl der Flüchtlinge sinkt, nun müssen Kommunen die nötigen Wohnraum allein finanzieren.

Nach den Worten des Leitenden Verwaltungsbeamten haben Kommunen auch die Chance ergriffen, um sich Fördergeld zu sichern. Damit seien dann Wohnungen für Flüchtlinge um- und ausgebaut worden. Steffen Mielczarek hat allerdings wenig Hoffnungen, dass dieser Wohnraum jetzt für andere Zwecke genutzt werden könne: „Denn es gibt dafür ja eine Bindung.“ Dies sei auch in der Gemeinde Lasbek der Fall, die für ihr Projekt in der Alten Schule Zuschüsse von 25000 Euro erhalten habe. Deshalb müssten diese Räume für fünf Jahre von Flüchtlingen genutzt werden: „Anderenfalls muss die Gemeinde den Förderbetrag zurückzahlen.“

Bargteheide muss zusätzlich 30000 Euro ausgeben. „Die fallen an, weil wir bei der Frage der Flüchtlingsunterbringung Wohnraum angemietet haben, der jetzt bezahlt werden muss“, erklärte Bürgermeisterin Birte Kruse-Gobrecht (parteilos). „Die dafür bereit gestellten Mittel von 120 000 Euro reichen nicht aus.“ Es würden Gespräche geführt, ob man sich mit den Vermietern auf eine vorzeitige Beendigung des Mietverhältnisses einigen oder über Ablösungen aus Verträgen kommen könne.

Keine finanziellen Sorgen gibt es dagegen in Reinfeld. „Alle Wohnungen, die für Flüchtlinge angemietet wurden, sind zurzeit belegt“, betonte Bürgermeister Heiko Gerstmann (SPD). Damit würden die Kosten vom Land erstattet. Ungenutzt blieben derzeit die eigenen städtischen Notunterkünfte. Für zwei Wohnungen hat Reinfeld langfristige Mietverträge abgeschlossen, die über zehn Jahre laufen: „Das war politisch gewollt und wir wissen ja auch nicht, ob nicht doch wieder mehr Wohnungen für Flüchtlinge gebraucht werden“, sagte Heiko Gerstmann.

Ein altes Haus, zu dem im Amt Nordstormarn sogar noch eine Schankerlaubnis vom Ende des 19. Jahrhunderts existiert, soll schon bald als Unterkunft in Heidekamp dienen. Als es noch mehr Geselligkeit auf den Dörfern gab, trafen sich dort die Heidekamper. In wenigen Tagen ziehen dort Neuankömmlinge ein. Jetzt nahm der Hauptausschuss des Amtes das für knapp 300000 Euro sanierte Haus in Augenschein.

Zwei Großfamilien sollen einziehen. „Familien mit vier Kindern sind bei den Neuankömmlingen keine Seltenheit“, weiß Amtsvorsteher Paul-Friedrich Beeck. Jede Wohnung hat einen separaten Eingang, ein neues Bad und eine neue Küche. Böden, Wände und Türen, alles neu. „Es gab 30000 Euro Fördermittel vom Land“, so Amtsdirektor Stefan Wulf. Leerstand bei der Belegung wegen sinkender Flüchtlingszahlen habe das Amt nicht. Denn die Nordstormarner, die zurzeit etwa 140 Personen unterbringen müssen, hatten, haben 30 Wohnungen angemietet.

 U.krog und M. Thormählen

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