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Stormarn Wer bezahlt, bestellt: Oldesloer diskutieren über Kulturzentrum
Lokales Stormarn Wer bezahlt, bestellt: Oldesloer diskutieren über Kulturzentrum
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09:44 15.03.2016
Von außen wirkt das Kultur- und Bildungszentrum weitgehend fertig. Nun geht es noch einmal ans Eingemachte: Was soll drinnen passieren?

Für kaum ein anderes Bauwerk geben die Oldesloer so viel Geld aus wie für ihr neues Kultur- und Bildungszentrum. Da ist es nur gerecht, wenn möglichst viele von ihnen mitbestimmen dürfen, was sich hinter der gläsernen Fassade abspielen soll. Diese Anregung aus dem Hauptausschuss hat jetzt Kulturmanagerin Inken Kautter aufgegriffen und eine Veranstaltungsreihe ausgearbeitet, zu der Kulturschaffende ebenso eingeladen sind wie die Konsumenten.

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Vier Veranstaltungen im Stadthaus befassen sich mit der Förderung von Kunst in der Kreisstadt und mit der Frage, wohin die kulturelle Entwicklung gehen soll.

„Ich finde es sehr wichtig, darüber zu diskutieren, wie sich die Kultur in der Stadt entwickeln soll — sowohl inhaltlich als auch strukturell“, sagte Inken Kautter gestern. Bislang habe dies zwar noch keine Rolle gespielt, weil der für Kultur vorgesehene Fonds bis dato nie richtig ausgeschöpft worden sei. Von dem Zeitpunkt an, da sich aber mehr Kreative an die Stadt wenden — was übrigens ein sehr begrüßenswerter Umstand sei — müssten Kriterien her, um die Auswahl zu rechtfertigen. „Dann stellt sich etwa die Frage: Wollen wir mehr klassische oder populäre Musik oder den Nachwuchs über unseren Etat fördern? Solche Schwerpunkte kann man setzen“, führte Kautter aus. Letztlich verschaffe die Debatte darüber generell Klarheit, in welche Richtung sich die Kultur in Bad Oldesloe entwickeln solle.

Aus diesem Grund soll der erste Block von insgesamt vier Veranstaltungen dem Thema Kulturförderung gewidmet werden. Unter anderem sollen die Anträge unter die Lupe genommen werden, die von vielen als zu kompliziert empfunden werden. Laut Kautter klagen die Künstler zudem darüber, dass der Kultur- und Bildungsausschuss nur im Februar darüber abstimme. Wer eine interessante Idee im März habe, müsse demnach mit der Umsetzung fast ein Jahr warten. Bei einigen Projekten habe es über die gewährte Förderung hinaus weitere Quersubventionen gegeben, dergestalt dass der Bauhof unentgeltlich Dienstleistungen übernommen habe. Künftig müsse aber jede Förderung einen Weg gehen, damit alles gerecht zugehe. Kontraproduktiv sei auch die Klausel, dass Werbekosten nicht eingereicht werden dürfen. Schließlich müsse ein Künstler sein Werk nach außen sichtbar machen. „Plakate, die in der Fußgängerzone hängen, sind da von Vorteil“, sagte die Kulturmanagerin.

Während sich die beiden Themenabende im April in erster Linie — aber nicht nur — an Künstler richten, geht es im Mai weiter mit der generellen Ausrichtung des neuen Kultur- und Bildungszentrums. „Die Bevölkerung muss dabei unbedingt mitreden. Es geht darum, Verständnis für Kultur zu entwickeln und die Fähigkeit zu entscheiden, was wünschenswert ist“, erklärte die Kulturmanagerin. Damit sei nicht gemeint, welche Lieblingsband man in Bad Oldesloe gern live erleben will, sondern um ein Konzept, das für die Stadt prägend sei. Als Beispiel für eine solch konsequente Ausrichtung nannte Kautter eine kleine Gemeinde im Niederbayerischen, die binnen 15 Jahren zur Hochburg für experimentelle Musik geworden sei.

„So etwas muss man nicht überall schaffen. Aber ein Ziel zu formulieren, wohin sich die Kulturarbeit einer Stadt entwickeln soll, ist schon wichtig“, sagte Kautter. Wer daran mitarbeiten wolle, möge es einrichten, zumindest den für ihn interessanten Veranstaltungsblock komplett zu besuchen. „Alles baut aufeinander auf. Nicht, dass wir jedes Mal aufs Neue beginnen müssen“, erklärt sie.

Kreativer Name gesucht

Die Gespräche zur Kultur in der Kreisstadt gliedern sich in zwei Blöcke auf: Um die Förderung von Kultur und Veranstaltungen geht es am Montag, 11. April und Donnerstag, 28. April. Die Kulturentwicklungsplanung steht am Montag, 9. Mai, und Donnerstag, 26. Mai, auf dem Programm. Alle Termine sind für 19 Uhr im Sitzungssaal 2.09 des Stadthauses anberaumt.

Namensvorschläge fürs Kultur- und Bildungszentrum per Brief, Postkarte oder unter KuBName@badoldesloe.de werden bis zum 3. April angenommen.

Von Dorothea von Dahlen

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