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Stormarn Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Lokales Stormarn Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
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21:23 25.06.2013
Naturschutz-Kinder am Info-Tisch im Kneeden: (v. l.) Janek, Paul Luis, Finn, Rieke, Corinna und Paula befragten Spaziergänger zum Thema Wolf. Quelle: Foto: hfr
Bad Oldesloe

Ein Jahr ist sie alt, die Naturschutz-Jugendgruppe „Juna“ (Jugend für Umwelt und Naturschutz). Und sie hat den Wolf in ihrem Logo. Nun haben sich die Jugendlichen zwischen acht und zwölf Jahren vorgenommen, Spaziergänger, Jogger und Radfahrer zum Thema „Rückkehr der Wölfe“ zu interviewen. Im April war ein junger Rüde auf der A1 bei Siek überfahren und getötet worden.

Die jungen Naturschützer waren jetzt im Waldgebiet Kneeden östlich des Neubaugebietes Steinfelder Redder und im Kurpark von Bad Oldesloe für ihre Befragung unterwegs. Sie wollten feststellen, ob es in der Kreisstadt Vorbehalte oder gar Ängste vor dem „bösen Wolf“ gibt. Die Umfrageergebnisse waren überraschend: Von 15 Interviewten waren 14 informiert darüber, dass Wölfe im Begriff sind, Deutschland als Lebensraum zurück zu erobern und 13 Befragte bewerteten das ausschließlich positiv, fanden es „schön“ oder als ein Zeichen, dass die „Natur wieder gesundet“. Nur eine männliche ältere Person war darüber verärgert und meinte, Deutschland sei zu klein für ein Zusammenleben von Menschen und Wölfen. Einem Mann Mitte 20 war es egal. Er hatte sich keine weiteren Gedanken zum Thema Wolf gemacht. Die Frage, ob noch Ängste vor dem „bösen Wolf“ bestehen, wurden zwar zu 100 Prozent verneint, aber bei der Beantwortung der Frage, wie man es finden würde, wenn Wölfe direkt in Bad Oldesloe oder in der Umgebung ein Revier wählen würden, kam vereinzelt Verunsicherung zum Ausdruck. Hier haben nur noch 11 von 15 Befragten sofort gesagt, sie würden den Wolf in der Nachbarschaft gut finden. Die anderen Interviewten fänden es „irgendwie komisch“, sie hätten „Respekt“, könnten sich nicht klar dazu äußern.

Nur ein Oldesloer fand es schlecht. Trotzdem würden alle interviewten Personen weiterhin durch den Kneeden oder im Kurpark spazieren gehen, sich durch die Anwesenheit von Wölfen also nicht davon abschrecken lassen.

Für das Beantworten der Fragen verteilten die Jugendlichen von „Juna“ als Dankeschön die Informationsbroschüre „Willkommen Wolf“ sowie Anstecker, Postkarten und Briefmarken mit dem Aufdruck „Rotkäppchen lügt“. Das gesamte Material hat Janina Philipp vom schleswig-holsteinischen Naturschutzbund (Nabu) zur Unterstützung der Wolfsaktion großzügig zur Verfügung gestellt.

Natürlich waren die jungen Naturschützer thematisch bestens vorbereitet. Bei einem Nabu-Vortrag von Markus Bathen im Oldesloer Bürgerhaus und bei mehreren „Juna“-Treffen haben sie sich über den Wolf — auf Latein Canis lupus — informiert.

Mit fachkundigen Argumenten hätten die Mädchen und Jungen die Bevölkerung über die Eigenschaften des vorwiegend nacht- und dämmerungsaktiven Raubtieres aufklären können. So gilt das Rudeltier eher als scheu und meidet den Trubel. Die zentrale Botschaft der jungen Aktivisten: Der Mensch steht nicht auf der Speisekarte des Wolfes.

Regelmäßige Treffen
Die Juna-Teilnehmer treffen sich außer in den Ferien dienstags von 16 Uhr bis 17.30 Uhr in der Jugendfreizeitstätte im Bürgerpark.

Informationen bei Gruppenleiterin Margit Baumann, Telefon 045 31/88 63 16, und im Internet: www.nabu-badoldesloe.de.

LN

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