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Westerau setzt auf Klimaschutz mit Ausbau der Nahwärme

Westerau Westerau setzt auf Klimaschutz mit Ausbau der Nahwärme

Der Plan, ein umweltfreundliches Nahwärmenetz in Westerau aufzubauen, wird weiter umgesetzt. Die Gemeinde hofft bei dem Projekt auf Zuschüsse der Wiederaufbau-Kreditanstalt.

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Hoffen auf großes Interesse bei den Bürgern: Westeraus Bürgermeisterin Petra Jürß und Manfred Wulf von der Heizhütte-Genossenschaft. FOTO: DVD

Westerau.  Nachdem die Mitglieder des Energieforums zu dem Ergebnis gekommen sind, dass solche Projekte in anderen Gemeinden gut funktionieren, soll nun geprüft werden, ob die Bedingungen in ihrem Heimatort ähnlich günstig sind. Antworten darauf soll ein Quartierskonzept liefern, das von Land und Bund gefördert wird. Laut Bürgermeisterin Petra Jürß hat die Gemeinde bereits einen Antrag bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau gestellt. Um über die Details zu informieren, lädt sie zu einer Einwohnerversammlung für Mittwoch, 23. November, ein.

Informationen und Suche nach Flächen für Solaranlagen

Die Einwohnerversammlung ist für Mittwoch, 23. November, ab 19 Uhr im Gemeindezentrum Westerau anberaumt. Es gibt Gelegenheit, sich eingehend über das Projekt zu informieren, um eine Entscheidung treffen zu können. Thema wird unter anderem sein, welche Flächen für den Aufbau der Solaranlagen in Frage kommen.

Als Berater fungiert Manfred Wulf. Er ist Vorstandsvorsitzender der Heizhütte Klinkrade, einer Genossenschaft, die rund die Hälfte der Einwohner von Klinkrade mit Wärmeenergie aus der Biogasanlage im benachbarten Labenz in Verbindung mit einem Blockheizkraftwerk versorgt. Nach seinen Aussagen liegen die Energiekosten für die Mitglieder derzeit bei 6,3 Cent pro Kilowattstunde. „Im nächsten Jahr werden wir den Preis ein zweites Mal senken“, berichtete Wulf jetzt im Westerauer Energieforum. Er räumte ein, dass das Klinkrader Modell nicht auf Westerau übertragbar ist, da es in der Nähe keine Biogasanlage gibt. Als denkbare Alternative nannte er den Einsatz von Solarthermie in Kombination mit einer Hackschnitzelanlage. In Dänemark werde diese Technologie schon erfolgreich eingesetzt mit der Einschränkung, dass dort Hackschnitzel sehr teuer seien, weshalb Stroh und Biodiesel zum Einsatz kämen.

Wulf ließ keinen Zweifel daran, dass die Wirtschaftlichkeit von Nahwärmenetzen von der Anzahl der angeschlossenen Haushalte abhängt. Damit stehe und falle das gesamte Konzept. Je mehr sich beteiligten, desto günstiger werde es für alle. Zu bedenken sei auch, dass Nahwärmekunden kein Geld mehr für eine eigene Heizungsanlage sowie für Wartung und Schornsteinfeger ausgeben müssten, da sie einen Wärmetauscher vom Versorger gestellt bekommen. Das senke die Energiekosten für jeden Haushalt. „Wir hoffen, dass möglichst viele Westerauer mitmachen. Wir wünschen uns für das Dorf eine Lösung, die bewusst klimaneutral ist und unseren Kindern eine intakte Umwelt hinterlässt“, sagte Forumsmitglied Kay Schulz.

Die Entscheidung, der Genossenschaft beizutreten, müsse allerdings schon relativ früh fallen, fuhr Wulf fort. Das Versorgungsnetz werde schon bei der Planung auf die Anzahl der zu versorgenden Haushalte ausgerichtet. Leitungsquerschnitte und viele andere technische Daten müssten danach genau festgelegt werden, so dass sich das Netz im Nachhinein nicht mehr erweitern lasse.

Nach Wulfs Schätzungen würde das Leitungsnetz 900000 Euro kosten, die Solarkollektoren 300000 Euro und eine Speicherlösung zwischen 150000 und 200000 Euro. Der Bund fördere den Netzausbau zu einem Drittel, nämlich mit 60 Euro pro Quadratmeter, dies allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die nötige Anschlussdichte vorhanden sei. Alles in allem beliefen sich die Gesamtkosten auf 2,5 Millionen Euro. Die Eigenkapitalquote könne jedoch durch eine hohe Förderung im Rahmen bleiben.

Die Erhebungen für das Quartierskonzept beginnen im Januar und sollen im Juni abgeschlossen sein. Damit verbunden sind auch Befragungen der Westerauer zu Art und Alter der Heizung und der Bereitschaft, in die Genossenschaft einzusteigen.

 Dorothea von Dahlen

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