Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Stormarn Westerau will eigenes Wärmenetz aufbauen
Lokales Stormarn Westerau will eigenes Wärmenetz aufbauen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 30.09.2016
Manfred Wulf ist Reisender in Sachen Nahwärme. Der Bürgermeister von Klinkrade ist Vorstandsmitglied der Genossenschaft Heizhütte.
Anzeige
Westerau

„Ich bin der Mutmacher.“ Mit diesen Worten stellte sich Manfred Wulf den Mitgliedern des Ausschusses für Finanzen, Bauen und Umwelt in Westerau vor. Sie hatten den Bürgermeister von Klinkrade eingeladen, um über die Vorzüge eines Nahwärmenetzes zu referieren. Denn in der Kommune im Nachbarkreis Herzogtum Lauenburg werden schon seit Jahren viele Haushalte dezentral aus der Abwärme der örtlichen Biogasanlage in Verbindung mit einem Blockheizkraftwerk versorgt.

„50 Prozent aller Wohneinheiten sind angeschlossen. Das Netz ist 5,2 Kilometer lang. So könnte es auch in Westerau sein. Dann können Sie Ihre privaten Heizungen auf den Müll werfen“, sagte Wulf. Eine große Anlage im Keller sei dann überflüssig. Der Netzbetreiber stelle den Wärmetauscher, halb so groß wie ein Kühlschrank. Gehe er kaputt, liefere der Versorger einen neuen. „Die Energiepreise in Klinkrade sinken immer weiter, aktuell bis zehn Prozent. Am Ende sind es nur noch 20 Prozent dessen, was jemand bei den großen Versorgern zahlt“, schwärmte Wulf. Zudem habe Klinkrade mit Hilfe umweltfreundlicher Energie 1500 Tonnen Co2 im Jahr gespart.

Schnell wurde aber klar, dass das Klinkrader Modell nicht nahtlos auf Westerau übertragbar wäre, da die Biogasanlage fehlt. Wulf stellte dafür in Aussicht, dass die Gemeinde die erste in ganz Schleswig-Holstein sein könnte, die ihre Nahwärme aus Sonnenenergie bezieht. „Die Investitionsbank Schleswig-Holstein hat großes Interesse daran, ein Vorzeigeprojekt mit Solarthermie zu finanzieren.

"Als Vorreiter bekämen Sie so viel Unterstützung“, sagte Wulf. Als Wärmelieferant sei die Sonnenenergie von März bis Oktober nutzbar. Im Winter lasse sich das Holz aus den Knicks in einer Hackschnitzelanlage verheizen.

Gewissheit darüber, dass dies für Westerau die beste Lösung wäre, soll eine Machbarkeitsstudie beziehungsweise ein Quartierskonzept geben, bei dem die örtlichen Gegebenheiten und die Wirtschaftlichkeit eines solchen Projekts genau überprüft werden. Ein halbes Jahr soll diese Phase dauern, während der es Bürgerversammlungen gibt und Interviewer von Haus zu Haus gehen, die alle mit dem Heizen in Zusammenhang stehenden Daten erheben und auswerten. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau bezuschusse die Studie zu 85 Prozent, so dass die Gemeinde nur einen Eigenanteil von etwas mehr als 5000 Euro zahlen müsse. Die Ausschussmitglieder waren positiv gestimmt. Nun steht noch das Votum der Gemeindevertreter aus.

 dvd

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige