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Stormarn Wie „Herwart“ über Stormarn fegte
Lokales Stormarn Wie „Herwart“ über Stormarn fegte
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20:57 30.10.2017
Der VW Golf wurde im Bürgerpark unter einer etwa 160 Jahre alten Eiche komplett begraben. Das Ausmaß des Schadens wurde erst nach dem Sturm am Montag sichtbar. Quelle: Fotos: Burmester
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Bad Oldesloe

Die haben alle Oldesloer Ortswehren aus Poggensee, Seefeld, Rethwischfeld und Bad Oldesloe gemeinsam sowie mit dem Technischen Hilfswerk (THW) aus der Kreisstadt abgewickelt. Immer wieder waren es Bäume, die auf die Straße gekippt waren und ein Weiterkommen für die Autofahrer verhinderten. „Glücklicherweise hatten wir weder Verletzte noch Tote zu beklagen“, sagte Einsatzleiter Olaf Klaus, Gemeindewehrführer in Bad Oldesloe. „Glücklicherweise hatten wir weder Verletzte noch Tote zu beklagen“, sagte Einsatzleiter Olaf Klaus, Gemeindewehrführer in Bad Oldesloe.

Das Sturmtief „Herwart“ bescherte vielen Stormarner Feuerwehren eine lange Nacht und teilweise auch noch einen langen Sonntag. Allein die Freiwillige Feuerwehr Bad Oldesloe zählte bis Sonntagnachmittag 76 Einsätze.

Auf dem Bürgerplatz kippte eine dicke etwa 160 Jahre alte Eiche samt riesigem Ballen um und landete krachend auf einem dort abgestellten VW Golf. Der hatte anschließend nur noch Schrottwert. Und weil es im Bürgerpark immer wieder knackte und krachte, ließ Klaus in Ansprache mit der Stadt den Bürgerpark am Sonntagmittag komplett sperren. „Es ist einfach zu gefährlich, dort herumzulaufen. Das ist dort absolut nicht sicher, weil immer etwas nach unten fallen und Menschen verletzen könnte“, sagte Einsatzleiter Klaus.

Arg in Mitleidenschaft gezogen wurden auch die Bäume im Oldesloer Kurpark. Dort besteht derzeit akute Gefahr, dass beim Sturm leicht angebrochene Äste herabstürzen können. „Deshalb haben wir den Park rundherum abgesperrt“, sagte gestern Bürgermeister Jörg Lembke. Wie er appellierte gestern auch Baubetriebshofleiter Dirk Blanke an die Oldesloer, die Sperren zu respektieren, um Unfälle zu vermeiden. Bis das absturzgefährdete Holz entfernt sei, könne es aber mehrere Wochen dauern. „Wir sind noch immer dabei, Schäden von Sturmtief ,Xavier’ zu beseitigen“, sagt Blanke. „Wir werden auch ständig von Bürgern gefragt, wann wir das Laub einsammeln. Aber dazu kommen wir derzeit gar nicht.“

Die Straße „Schwarzendamm“ , die nach Pölitz führt, musste für mehrere Stunden voll gesperrt werden. Hier hatten sich mehrere lange Fichten über die Straße gelegt und mussten zersägt werden. Die Feuerwehr Rethwischfeld sicherte zunächst den Einsatzort, bis das THW seinen Lichtmast in Stellung gebracht hatte, um den Ort auszuleuchten.

Ähnlich sah es im Wolkenweher Weg aus. Auch dort versperrten mehrere umgestürzte Bäume den Weg. Gemeinsam arbeiteten Feuerwehr und THW daran, die Straße wieder frei zu bekommen. Doch die Einsatzflut riss nicht ab. In der Regionalleitstelle Süd wurde mit Hochdruck jeder Notruf entgegen genommen und an die Einsatzkräfte weitergeleitet. Unter den Anrufen befand sich auch die Asklepios-Klinik in Bad Oldesloe. Dort musste das THW einen Baum entfernen, der in die Klimaanlage gestürzt war.

Zwischendurch heißer Kaffee

So mussten die Feuerwehren Hoisdorf und Oetjendorf in den Ortsteil „Fürstenkaten“ ausrücken. Dort hatte der Sturm ein komplettes Dach eines Bauernhauses heruntergerissen und auf die Straße und ein benachbartes Feld geweht. Mit einer Flex wurden die großen Metallplatten auseinander geschnitten und per Traktor auf dem Hof in Sicherheit gezogen.

Knapp ein Dutzend Mal war die Feuerwehr Großhansdorf im Einsatz, musste Bäume von den Bahnstrecken und auch von den Straßen holen. Deutlich heftiger fiel die Bilanz der Feuerwehr Ahrensburg aus. Über 30 Einsätze mussten die Einsatzkräfte der Schlossstadt absolvieren und wurden am Ende für ihren tollen ehrenamtlichen Einsatz belohnt. „Das Restaurant Strehl, wohl das beste Haus am Platz, hat uns mit einem Buffet vom Allerfeinsten überrascht“, erzählt Ortswehrführer Florian Ehrich.

Nicht ganz so nobel, aber dennoch gut versorgt waren die Einsatzkräfte in der Kreisstadt. Die hatten rechtzeitig am frühen Morgen den Verpflegungszug des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) angefordert und freuten sich über Kaffee und Brötchen. „Wir mussten neben den wetterbedingten Einsätzen auch noch unser normales Tagesgeschäft abarbeiten“, erklärte Olaf Klaus. Eine Türöffnung für den Rettungsdienst, eine Erstversorgung eines verletzten Hundes, piepsende Heimrauchmelder und ausgelöste Brandmeldeanlagen.“

Die Freiwillige Feuerwehr Bargteheide war insgesamt 14-mal im Einsatz. Die Bargteheider Drehleiter wurde, neben den Einsatzstellen im Bargteheider Stadtgebiet, auch mehrmals in die umliegenden Gemeinden alarmiert. Auch viele weitere Feuerwehren aus dem Kreisgebiet waren zwischen Glinde und Tralau immer wieder im Einsatz. In der Zeit von 2 Uhr in der Nacht bis Sonntagabend 20.45 Uhr zählte die Leitstelle Süd in Bad Oldesloe für die Kreise Stormen, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein 590 Erinsätze. Das entspricht etwa der Hälfte der Einsätze vom Sturm am 5. Oktober.

 Von Jens Burmester und Dorothea von Dahlen

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