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Stormarn Wie Schüler aus Kolumbien den Norden erleben
Lokales Stormarn Wie Schüler aus Kolumbien den Norden erleben
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11:45 21.07.2017
Gruppenbild in Bad Oldesloe. Die jungen Kolumbianer werden sich gern an ihre Zeit in Norddeutschland zurückerinnern. Quelle: Foto: Matzen
Bad Oldesloe

Doch nicht nur Vokabelnbüffeln steht auf dem Programm, sondern auch viele Ausflüge und kulturelle Unternehmungen.

„Wir haben schon sehr viel gesehen. Wir waren in Husum, in der Stadt am Wattenmeer“, berichtet Samuel in fast perfektem Deutsch. Dass bei Ebbe das Wasser verschwunden war, das brachte die Kinder sehr zum Staunen. „Das gibt’s bei uns im Pazifik nicht.“ Vergangenen Sonntag seien sie in Travemünde gewesen. „Da waren wir am Strand und haben gebadet. Brrr – aber das war ziemlich kalt“, sagt Jose Miguel und schüttelt sich. Lüneburg hätten sie zudem besucht, wo sie eine Stadtralleye unternommen hätten. „Und im ,König der Löwen‘ waren wir – das war super toll“, so Antonia. Juan Camillo hat besonders die Kanufahrt auf der Trave gefallen, andere fanden die Karl-May-Spiele und die Fledermäuse in Bad Segeberg noch spannender. Außerdem standen Hafencity, Elbphilharmonie und Hagenbecks Tierpark in Hamburg auf dem Programm. „Lübeck haben wir auch besucht – das Holstentor finde ich super“, fügt Juan Camillo hinzu. Überhaupt: Dass alle Städte so alt seien, hat die kolumbianischen Schüler und Schülerinnen schon sehr beeindruckt.

Lehrer German Fernandez staunte nicht schlecht, als er in den ersten Tagen entdeckte, wie selbstständig deutsche Kinder zur Schule fahren – mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln. „Das wäre bei uns nicht denkbar. Da fahren alle Kinder entweder mit dem schuleigenen Bus oder ihre Eltern bringen sie.“ „Wir haben keine Radwege in Kali, der Verkehr ist auch sehr aggressiv. Es wäre sehr gefährlich, wenn die Kinder mit dem Fahrrad fahren würden“, ergänzt Lehrerin Rocio Lozano. Nur sonntags würde sie einige Straßen sperren, damit Eltern mit ihren Kindern mal radeln könnten.

Das Essen in Deutschland – das gefällt den Südamerikanern auch sehr. „Pommes mit Mayo ist mein Lieblingsessen“, berichtet Sebastian. Auch Currywust und Gulasch kamen gut an. „Alles mit Kartoffeln hat den Kindern auch sehr gut geschmeckt“, weiß Lehrerin Lozano. „Und das Eis – Straciatella, Erdnuss, Vanille“ – die Mädchen geraten ins Schwärmen. Jeden Tag seien sie in Oldesloes City, um die erfrischende Köstlichkeit zu schlecken. „Tolle Süßigkeiten gibt es in Deutschland. Schokolade, Gummibärchen, Kaugummi – mhm“, meinen die Besucher einhellig. Nur Lakritze kam nicht so gut an.

Noch bis zum morgigen Sonnabend sind die kolumbianischen Besucher in Bad Oldesloe. Danach geht’s nach für eine Woche nach Berlin und dann wieder nach haus zurück. Nach Deutschland möchten sie alle unbedingt noch mal zurückkehren – dann aber mit den Eltern. Jose Miguel möchte am liebsten in Deutschland studieren, Medizin oder Biologie. Das weiß der Zwölfjährige jetzt schon.

Organisiert wird die Reise in Zusammenarbeit mit Aubiko aus Hamburg, einem Verein für Austausch, Bildung und Kommunikation. „Wir suchen übrigens immer Gasteltern“, sagt Isabell Lühmann von Aubiko.

Internet: www.aubiko.de

LN

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